Depotarten erklärt – Einzeldepot und Gemeinschaftsdepot für deine Anlageentscheidungen

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 22. März 2026 13:11

Wenn du mit dem Gedanken spielst, in Wertpapiere zu investieren, spielt die Wahl des richtigen Depots eine zentrale Rolle. Es gibt verschiedene Depotarten, die sich in ihrem Nutzen und ihren Bedingungen unterscheiden. Besonders relevant sind dabei das Einzeldepot und das Gemeinschaftsdepot. Diese beiden Typen bieten unterschiedliche Vorteile und können je nach persönlicher Situation und Zielen variieren.

Was ist ein Einzeldepot?

Ein Einzeldepot ist ein Wertpapierdepot, das auf den Namen einer einzelnen Person eröffnet wird. Es wird in der Regel von privaten Anlegern genutzt, die ihre Anlagen selbstständig verwalten möchten. Mit einem Einzeldepot hast du die volle Kontrolle über deine Investments und entscheidest unabhängig über Kauf und Verkauf von Wertpapieren.

Der größte Vorteil eines Einzeldepots ist die Flexibilität. Du kannst deine Anlagestrategie jederzeit anpassen, ohne auf einen Partner Rücksicht nehmen zu müssen. Diese Art von Depot eignet sich besonders für Personen, die gerne aktiv an der Börse agieren und sich mit ihrem Portfolio befassen wollen.

Vor- und Nachteile eines Einzeldepots

  • Vorteile: Vollständige Kontrolle, individuelle Anlagestrategie, keine externen Entscheidungsprozesse.
  • Nachteile: Volles Risiko liegt bei dir, man muss sich intensiv mit den Märkten beschäftigen.

Was ist ein Gemeinschaftsdepot?

Ein Gemeinschaftsdepot wird von mehreren Personen gemeinsam genutzt. Es wird häufig von Paaren oder Familien eröffnet, die zusammen anlegen möchten. Die Entscheidung über Käufe und Verkäufe bei einem Gemeinschaftsdepot muss in der Regel gemeinsam getroffen werden.

Der Vorteil eines Gemeinschaftsdepots ist die Möglichkeit, die finanziellen Mittel und das Wissen zu bündeln. Dadurch können Investitionen leichter koordiniert werden, und es kann eine gemeinsame Anlagestrategie entwickelt werden. Diese Depotart fördert zudem den Austausch von Ideen und Strategien zwischen den Partnern.

Vor- und Nachteile eines Gemeinschaftsdepots

  • Vorteile: Gemeinsame Entscheidungsfindung, Aufteilung von Risiken, ideal für langfristige Anlagestrategien.
  • Nachteile: Einigung bei Entscheidungen ist notwendig, Konflikte können auftreten.

Wann ist welches Depot sinnvoll?

Die Entscheidung zwischen einem Einzeldepot und einem Gemeinschaftsdepot hängt stark von deinen persönlichen Verhältnissen und deiner Anlagestrategie ab. In folgenden Szenarien könnte ein Einzeldepot vorteilhaft sein:

  1. Du investierst alleine und möchtest unabhängig handeln.
  2. Du hast eine klare Vorstellung von deiner Anlagestrategie und möchtest die Kontrolle darüber selbst in der Hand haben.

Andererseits sprechen folgende Punkte für ein Gemeinschaftsdepot:

  1. Du planst langfristige Investitionen zusammen mit einem Partner oder in der Familie.
  2. Ihr möchtet eure Ressourcen bündeln und gemeinsam angehen.

In der Praxis könnte sich das so darstellen:

Praxisbeispiel 1: Anna eröffnet ein Einzeldepot, um in ETFs und Aktien zu investieren. Sie verfolgt dabei ihren eigenen Zeitplan und trifft alle Entscheidungen allein.

Praxisbeispiel 2: Max und Lisa schließen sich zusammen und eröffnen ein Gemeinschaftsdepot. Sie möchten zusammen ein Immobilienprojekt finanzieren und ihre Anlagestrategie gemeinsam entwickeln.

Praxisbeispiel 3: Ein Freund von dir hat ein Einzeldepot, in dem er vorwiegend in nachhaltige Unternehmen investiert. Er zieht es vor, seine Anlagen selbst zu steuern und die Märkte ständig zu beobachten.

Die Wahl zwischen einem Einzel- und einem Gemeinschaftsdepot sollte also gut überlegt sein. Überlege dir, welche Form der Anlage zu deinem Lebensstil, deinen Zielen und deinen finanziellen Verhältnissen passt, um das Maximum aus deinen Investments herauszuholen.

Rechtliche und steuerliche Unterschiede verstehen

Wer Geld an der Börse anlegt, sollte nicht nur die Produktseite kennen, sondern auch die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen des gewählten Depotmodells. Ein Einzelkonto im Wertpapierbereich wird immer nur einer Person zugeordnet, während ein gemeinsames Konto in der Regel mehrere Depotinhaber mit gleichberechtigten Rechten vorsieht. Diese einfache Unterscheidung hat erhebliche Folgen für Haftung, Verfügungsbefugnis, Nachlassplanung und Besteuerung.

Bei einem Einzelkonto ist die Eigentumszuordnung von Wertpapieren klar geregelt. Die Depotwerte gehören vollständig der Person, auf deren Namen es geführt wird. Diese Zuordnung vereinfacht die Dokumentation gegenüber dem Finanzamt, weil Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne einer einzigen steuerpflichtigen Person zugeordnet werden. Freistellungsaufträge, Verlustverrechnungstöpfe und die Abführung der Abgeltungsteuer laufen vollständig über eine Steueridentifikationsnummer. Das erleichtert die Übersicht in der Steuererklärung, insbesondere wenn nur ein Depot vorhanden ist.

Gemeinsam geführte Wertpapierkonten sind rechtlich komplexer. In Deutschland werden sie bei Ehepaaren häufig als Oder-Depots geführt, bei denen jeder Inhaber einzeln verfügungsberechtigt ist. Alle Inhaber können somit Wertpapiere kaufen, verkaufen und Geldtransaktionen auslösen, ohne die gesonderte Zustimmung des jeweils anderen einholen zu müssen. Steuerlich gilt allerdings, dass Erträge auf die beteiligten Personen aufgeteilt werden. In der Praxis werden Kapitalerträge häufig hälftig zugerechnet, wenn keine andere Vereinbarung vorliegt und beide Personen in der Steuererklärung entsprechende Angaben machen. Dadurch lassen sich Freibeträge optimal nutzen, erfordert aber einen höheren Abstimmungsaufwand.

Ein wichtiger Punkt betrifft die Haftung. Bei gemeinsamer Kontoführung haften die Inhaber gegenüber dem Broker in der Regel gesamtschuldnerisch. Das bedeutet, dass jede Person für Verpflichtungen aus Wertpapiergeschäften einsteht, zum Beispiel wenn ein Margin-Konto genutzt oder ein Dispositionsrahmen überzogen wird. Wer ein bestehendes Einzelkonto in eine gemeinsame Lösung überführt, sollte daher vorab prüfen, ob spekulative Instrumente oder Kreditlinien eingerichtet sind. Eine saubere Bestandsaufnahme schützt vor Überraschungen und erleichtert gemeinsame Entscheidungen über die künftige Anlagestrategie.

Auch im Hinblick auf Erbschaft und Schenkung ist die Wahl der Kontostruktur bedeutsam. Stirbt der Inhaber eines Einzelkontos, fällt der Depotbestand vollständig in seinen Nachlass. Die Erben müssen den Erbfall nachweisen, etwa mit Erbschein oder notarieller Verfügung von Todes wegen, bevor sie Zugriff auf das Vermögen erhalten. Bei einem gemeinschaftlichen Depot geht der Anteil der verstorbenen Person in den Nachlass über. Die verbleibenden Inhaber bleiben handlungsfähig, müssen aber je nach Vertragsgestaltung und Bankbedingungen Nachweise über die Erbsituation erbringen. Für Paare mit größerem Vermögen lohnt sich eine frühzeitige Abstimmung mit Steuerberater oder Notar, um Wertpapierdepots sinnvoll in die erbrechtliche Planung zu integrieren.

Steuerliche Optimierungspotenziale ergeben sich vor allem bei gemeinsamer Nutzung von Freibeträgen. Jeder Anleger kann einen Sparer-Pauschbetrag nutzen, und bei mehreren Depots über unterschiedliche Banken lassen sich Freistellungsaufträge aufteilen. Wer im Familienverbund anlegt und zum Beispiel auch für Kinder Depots führt, kann durch geschickte Verteilung von Anlagen in kostengünstige ETF-Sparpläne oder Einzelaktien steuerliche Vorteile ausschöpfen. Entscheidend ist eine lückenlose Dokumentation, damit bei späteren Depotüberträgen oder Verkäufen die Anschaffungskosten korrekt nachvollzogen werden können.

Praxisbeispiel zur Steuerplanung

Angenommen, ein Paar verfügt über ein gemeinsames Wertpapierkonto und zusätzlich über je ein Einzelkonto. Auf dem gemeinsamen Depot werden vor allem breit gestreute Indexfonds und Anleihen gehalten, die regelmäßig Erträge ausschütten. Die Einzelkonten dienen für chancenorientiertere Investitionen wie Wachstumsaktien oder spekulative Branchen-ETFs. Durch geschickte Verteilung der Freistellungsaufträge auf alle Konten lassen sich jährliche Ausschüttungen und Kursgewinne so strukturieren, dass die Abgeltungsteuer möglichst spät oder in reduzierter Höhe anfällt. Gleichzeitig bleibt die Transparenz erhalten, weil sich jede Person über das eigene Einzelkonto weiterhin klar abgrenzen kann, welche Positionen in den persönlichen Finanzplan fallen.

Organisation im Alltag: Rollen, Prozesse und Kommunikation

Die Wahl der Kontostruktur wirkt sich stark auf die Organisation des finanziellen Alltags aus. Ein einzelnes Depot lässt sich oft leichter verwalten, weil nur eine Person Entscheidungen trifft, Unterlagen ablegt und die Übersicht über Transaktionen behält. In einer Partnerschaft, einer Familie oder einer Wohngemeinschaft mit gemeinsamer Geldanlage ist jedoch die klare Aufteilung von Verantwortlichkeiten entscheidend, damit Sparraten, Strategiewechsel oder Rebalancing nicht zufällig oder ungeplant stattfinden.

In vielen Haushalten entwickelt sich eine Person zum primären Finanzentscheider. Diese Person kümmert sich dann um Brokerwahl, Depotübertrag, Orderausführung und Reporting. Ein solches Modell kann mit einem Einzelkonto funktionieren, bei dem der Finanzentscheider regelmäßig Berichte und Kennzahlen für Partner oder Familie verständlich aufbereitet. Genauso gut lässt sich diese Rolle aber auch in einer gemeinsamen Kontostruktur abbilden, indem alle Inhaber sich darauf einigen, wer operativ handelt und in welchem Rahmen dies geschieht. Eine schriftlich fixierte Anlagestrategie, beispielsweise in Form einer kurzen Investment-Policy, schafft Klarheit und beugt Missverständnissen vor.

Kommunikation ist ein kritischer Erfolgsfaktor. Wer gemeinsam Geld anlegt, sollte feste Termine für Finanzbesprechungen einplanen. Dabei geht es nicht nur um die Betrachtung der Rendite, sondern auch um Fragen wie Risikobereitschaft, Liquiditätsbedarf, künftige Lebensziele und größere Anschaffungen. In solchen Runden lässt sich auch klären, ob das bestehende Konto-Setup noch zu den Lebensumständen passt oder ob etwa ein zweites Depot zur Trennung beruflicher und privater Geldanlage sinnvoll wäre. Familien mit unterschiedlichen Zeithorizonten, zum Beispiel Eltern kurz vor der Rente und Kinder am Beginn des Berufslebens, profitieren von einer klaren Trennung der Vermögen, auch wenn sie bei der Auswahl von Wertpapieren eng kooperieren.

Wer organisatorische Risiken reduzieren möchte, sollte klare Regeln für Zugänge und Sicherheiten festlegen. Dazu zählen:

  • Dokumentation aller Logins und PINs an einem sicheren, gemeinsam bekannten Ort (zum Beispiel Passwortmanager mit Notfallzugang).
  • Transparente Ablage von Steuerunterlagen, Jahresdepotauszügen und Erträgnisaufstellungen.
  • Gemeinsame Festlegung von Grenzen für Einmalinvestitionen, Sparplansummen und zulässige Risiken.
  • Klare Vereinbarung, wer Transaktionen abzeichnet oder zumindest vor Ausführung informiert wird.

Unabhängig vom gewählten Kontomodell schützt eine gute Organisation vor Streit über Geld. Je höher die Depotwerte, desto wichtiger wird ein strukturiertes Vorgehen. Dazu gehört auch, sich regelmäßig Zeit für eine Bestandsaufnahme zu nehmen. Dabei werden alle Konten, Depots, Versicherungen und Kredite erfasst und mit den persönlichen Zielen abgeglichen. Aus dieser Übersicht lässt sich ableiten, ob das bestehende System aus Einzel- und Gemeinschaftsdepots noch passt oder ob Anpassungen für mehr Übersicht, Sicherheit oder Steueroptimierung nötig sind.

Spezialfälle: Trennung, Scheidung, Erbschaft und Schenkung

Lebenssituationen ändern sich, und mit ihnen verändern sich auch Anforderungen an die Struktur der Geldanlage. Insbesondere bei Trennung, Scheidung, Tod oder größeren Vermögensübertragungen spielen Wertpapierdepots eine wichtige Rolle. Wer sich bereits in ruhigeren Zeiten mit diesen Szenarien beschäftigt, vermeidet spätere Konflikte und langwierige Auseinandersetzungen.

Bei einer Trennung stellt sich häufig die Frage, wem die im Wertpapierkonto enthaltenen Anlagen wirtschaftlich zustehen. Bei einem Einzelkonto ist die rechtliche Zuordnung zunächst eindeutig. Dennoch können im Rahmen des Zugewinnausgleichs oder anderer familienrechtlicher Regelungen Ausgleichsansprüche entstehen, die den Depotwert betreffen. In dieser Phase erleichtert eine gute Dokumentation der Einzahlungen und Transaktionen eine faire Bewertung. Wurden gemeinsame Sparraten genutzt, um ein Einzelkonto zu füllen, sollten entsprechende Vereinbarungen schriftlich festgehalten werden, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden.

Bei gemeinsam geführten Depots ist die Situation komplexer. Hier müssen die Inhaber und gegebenenfalls ihre Rechtsvertretung klären, wie Anteile aufgeteilt werden. Häufig wird der Depotbestand anteilig getrennt, indem Wertpapiere auf zwei neue Einzelkonten übertragen werden. Viele Broker unterstützen technische Depotüberträge ohne steuerliche Auslösung, sofern nur die Inhaberstruktur verändert, aber keine Wertpapiere verkauft werden. Dennoch sollte im Vorfeld genau geprüft werden, ob dabei steuerliche Effekte entstehen können, zum Beispiel bei Überträgen an Dritte oder unentgeltlichen Übertragungen im Rahmen einer Auseinandersetzung.

Im Todesfall ist ein klar geregelter Zugang zu Konten und Depots entscheidend. Wird ein Einzelkonto vererbt, können Erben häufig erst nach Vorlage der notwendigen Unterlagen auf das Vermögen zugreifen. Bis dahin bleiben Wertpapierpositionen in der Regel im Depot, Dividenden und Zinsen werden weiter gutgeschrieben. Wer vermeiden möchte, dass Angehörige in einer ohnehin belastenden Situation gleichzeitig mit organisatorischen Hürden kämpfen, kann durch Vollmachten vorsorgen. Diese können teilweise über den Tod hinaus gelten und stellen sicher, dass Vertrauenspersonen weiterhin handlungsfähig bleiben. Bei gemeinschaftlichen Depots bleibt der überlebende Inhaber zudem oft verfügbarer, muss jedoch trotzdem erbrechtliche Vorgaben beachten.

Größere Vermögensübertragungen in Form von Schenkungen lassen sich mit Wertpapierdepots effizient gestalten. Eltern übertragen häufig Anteile aus ihrem eigenen Depot auf Konten der Kinder, etwa um Freibeträge bei der Schenkungsteuer zu nutzen oder Vermögen frühzeitig zu verteilen. In diesem Zusammenhang spielt die Wahl zwischen Einzel- und Gemeinschaftsdepots ebenfalls eine Rolle. Minderjährige benötigen in der Regel ein Depot, das durch die Eltern vertreten wird, oder eine Kombination aus eigenem Konto und Vollmachten. Eine sorgfältige Planung sorgt dafür, dass Steuervorteile ausgeschöpft werden und dass die künftigen Eigentumsverhältnisse bei allen Beteiligten klar sind.

Auch für Paare ohne Trauschein lohnt sich eine vorausschauende Gestaltung. Rechtlich gelten hier andere Regeln als bei verheirateten Personen. Wer gemeinsam Vermögen aufbaut, aber in getrennten Wertpapierkonten investiert, sollte im Zweifel schriftlich festlegen, wie im Fall einer Trennung mit den gemeinsam aufgebauten Beständen verfahren wird. Ähnliches gilt für unverheiratete Erbfolgen, bei denen ohne Testament häufig gesetzliche Regelungen greifen, die nicht zu den persönlichen Vorstellungen passen. Wertpapierdepots bieten hier die Möglichkeit, Vermögen flexibel zuzuordnen, erfordern aber klare Vereinbarungen und Dokumente.

Strategische Depotstruktur für unterschiedliche Lebensphasen

Im Laufe des Lebens ändern sich Einkommenssituation, Risikobereitschaft und Anlageziele. Wer seine Kontenstruktur darauf ausrichtet, behält auch bei wachsendem Vermögen die Übersicht. Eine junge Einzelperson im Berufseinstieg benötigt andere Lösungen als eine Familie mit Kindern, und ein Paar kurz vor dem Ruhestand setzt andere Prioritäten als Studierende mit Nebenjob. Die Wahl zwischen Einzel- und Gemeinschaftsdepot ist deshalb keine einmalige Grundsatzentscheidung, sondern Teil einer dynamischen Finanzplanung.

In der Aufbauphase zu Beginn des Berufslebens steht häufig ein unkomplizierter Start im Vordergrund. Ein einziges Depot, meist auf den eigenen Namen, reicht für ETF-Sparpläne, erste Einzelaktien und vielleicht einen kleinen Krypto-Anteil über Zertifikate oder ETPs. Wichtiger als eine komplexe Struktur ist in dieser Phase Disziplin beim Sparen und die Auswahl kostengünstiger Produkte. Sobald Einkommen und Vermögen wachsen, kann es sinnvoll sein, bestimmte Themen in separaten Depots zu bündeln, etwa Altersvorsorge, kurzfristige Ziele oder spekulative Strategien. So lassen sich Risiken besser kontrollieren und die Übersicht bleibt erhalten.

In der Familienphase verschieben sich

Häufige Fragen zu Einzel- und Gemeinschaftsdepots

Kann ich mehrere Depots gleichzeitig führen?

Du kannst problemlos mehrere Depots bei verschiedenen Banken oder Brokern führen. Viele Anleger trennen zum Beispiel ihr langfristiges ETF-Depot von einem Depot für Trading oder für spekulativere Anlagen, um mehr Übersicht und Struktur zu haben.

Wie werden Einzel- und Gemeinschaftsdepots steuerlich behandelt?

Bei einem Einzeldepot wird die Abgeltungsteuer direkt der Person zugeordnet, auf deren Namen das Depot läuft. Bei einem Gemeinschaftsdepot teilt die Bank die Kapitalerträge in der Regel hälftig auf beide Inhaber auf, wodurch beide ihre eigenen Freibeträge für Kapitalerträge nutzen können.

Was passiert mit dem Depot im Todesfall eines Inhabers?

Stirbt der Inhaber eines Einzeldepots, wird das Depot im Rahmen der Erbschaft auf die Erben übertragen, sobald die notwendigen Unterlagen vorliegen. Bei einem Gemeinschaftsdepot hängt es vom Modell ab, ob der überlebende Partner automatisch weiter verfügen darf oder ob die Erben mitbestimmen, was mit den Wertpapieren geschieht.

Kann ich ein Einzeldepot in ein Gemeinschaftsdepot umwandeln?

Viele Banken ermöglichen es, ein bestehendes Einzeldepot auf zwei Inhaber zu erweitern oder in ein gemeinsames Depot umzuwandeln. Häufig ist dazu ein Formular notwendig, bei dem beide Personen ihre Daten angeben und sich legitimieren, weshalb ein Blick in die Bedingungen des jeweiligen Anbieters sinnvoll ist.

Ist ein Depot für Kinder ein Einzeldepot oder ein Gemeinschaftsdepot?

Ein Depot für Kinder wird meist als Junior- oder Minderjährigen-Depot geführt und gehört rechtlich dem Kind, auch wenn Eltern die Verwaltung übernehmen. Formell handelt es sich dabei eher um eine spezielle Form des Einzeldepots auf den Namen des Kindes, mit besonderen Regeln für Verfügungen.

Wie sicher sind Wertpapiere in einem Depot bei der Bank?

Wertpapiere im Depot gelten als Sondervermögen und werden getrennt vom Vermögen der Bank verwahrt, sodass sie bei einer möglichen Insolvenz der Bank nicht in die Insolvenzmasse fallen. Das reduziert das Risiko, weil Aktien, Fonds und ETFs weiterhin deinem Eigentum zugerechnet werden.

Welche Rolle spielt der Freistellungsauftrag bei verschiedenen Depots?

Mit einem Freistellungsauftrag stellst du sicher, dass Kapitalerträge bis zur Höhe deines Sparer-Pauschbetrags ohne automatischen Steuerabzug bleiben. Wenn du mehrere Depots hast, solltest du darauf achten, dass die Summe aller Freistellungsaufträge deinen persönlichen Freibetrag nicht überschreitet.

Kann ich in einem Gemeinschaftsdepot auch getrennte Anlagestrategien verfolgen?

In einem gemeinschaftlichen Depot lassen sich zwar unterschiedliche Wertpapiere kaufen, alle Transaktionen werden aber immer beiden Inhabern gemeinsam zugerechnet. Wer völlig unabhängige Strategien verfolgen möchte, nutzt dafür besser getrennte Einzeldepots und stimmt gemeinsame Ziele zusätzlich ab.

Wie beeinflusst ein Gemeinschaftsdepot eine mögliche Trennung oder Scheidung?

Bei einer Trennung kann ein gemeinsames Depot die Vermögensaufteilung erschweren, wenn vorher nichts geregelt wurde. Deshalb ist es sinnvoll, schon früh zu klären, wem welche Einzahlungen zugerechnet werden und wie Verkäufe oder eine Depotauflösung im Streitfall gehandhabt werden sollen.

Welche Depotart eignet sich für den langfristigen Vermögensaufbau?

Für den ruhigen, langfristigen Vermögensaufbau nutzen viele Menschen ein Einzeldepot mit breit gestreuten ETFs oder Fonds, da die Verantwortung klar geregelt ist. Paare mit gemeinsamen Zielen bevorzugen dagegen oft ein gemeinsames Depot, weil beide jederzeit Einblick in den Stand ihrer Anlagen erhalten.

Spielt die Wahl der Depotform eine Rolle für staatliche Förderungen?

Bei geförderten Produkten wie Riester- oder Rürup-Verträgen handelt es sich meist um eigenständige Verträge, die unabhängig von einem klassischen Wertpapierdepot laufen. Für andere Anlageformen ohne spezielle Förderung ist entscheidend, auf welchen Namen sie laufen und wie sich das auf deine persönliche Steuer- und Vorsorgesituation auswirkt.

Wie kann ich die passende Depotform für mich auswählen?

Überlege dir, ob du dein Geld lieber allein verwalten möchtest oder ob gemeinsame Entscheidungen mit einem Partner zu deiner Lebenssituation passen. Danach kannst du prüfen, welche Ziele du verfolgst, wie flexibel du bleiben willst und welche rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen für dich am besten funktionieren.

Fazit

Die Wahl zwischen Einzel- und Gemeinschaftsdepot beeinflusst, wie transparent, flexibel und rechtlich klar deine Geldanlage organisiert ist. Wer seine eigenen Strategien unabhängig umsetzen möchte, fühlt sich meist mit einem Einzeldepot wohl, während gemeinsam geplante Finanzen oft von einem Depot mit zwei Inhabern profitieren. Wichtig ist, dass die gewählte Form zu deinen Zielen, deiner Lebenssituation und deiner Art der Entscheidungsfindung passt.


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Thomas Weinhold – Broker, Konten und Kredite

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Martin Kronweiler – ETFs und Aktien

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Stefan Albrechtson – Immobilien und Versicherungen

Stefan Albrechtson

32, München. Immobilien und Versicherungen – denkt in Struktur und bewertet Risiken nüchtern. Langfristige Verpflichtungen betrachtet er immer im Gesamtkontext.

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