Warum Festgeld Planungssicherheit schafft

Lesedauer: 16 Min
Aktualisiert: 17. Februar 2026 20:51

Festgeld wirkt auf den ersten Blick unspektakulär: Geld weglegen, feste Laufzeit, fester Zins, am Ende kommt eine planbare Auszahlung. Genau diese Schlichtheit ist aber der Grund, warum viele Menschen Festgeld schätzen, sobald es um Sicherheit, Überblick und Ruhe im Budget geht. Planungssicherheit entsteht nicht nur durch „mehr Zins“, sondern vor allem dadurch, dass du weißt, was wann passiert und dass du dich darauf verlassen kannst.

Während bei vielen Anlageformen ständig etwas in Bewegung ist, arbeitet Festgeld mit klaren Eckdaten. Du kennst den Zinssatz, du kennst den Zeitraum und du kennst den Zeitpunkt, zu dem du wieder frei über den Betrag verfügen kannst. Wenn du finanzielle Entscheidungen treffen musst, ist diese Vorhersehbarkeit oft wertvoller als der letzte Prozentpunkt Rendite.

Planungssicherheit bedeutet: weniger Überraschungen, mehr Steuerbarkeit

Planungssicherheit im Alltag heißt nicht, dass nie etwas Unerwartetes passiert. Es heißt, dass dein Finanzsystem so aufgebaut ist, dass dich Unerwartetes nicht sofort aus der Bahn wirft. Viele Probleme entstehen, weil Geld zwar vorhanden ist, aber zu schnell verfügbar, zu leicht „mitgenutzt“ oder schlecht zugeordnet ist. Dann wird aus einem eigentlich soliden Polster ein wackliges Gefühl, weil man nie genau weiß, ob das Geld wirklich für das gedachte Ziel noch da ist.

Festgeld setzt hier eine klare Grenze. Es trennt Vermögen mit Zweckbindung vom alltäglichen Zahlungsstrom. Und genau das schafft Ruhe, weil du nicht ständig nachjustieren musst. Ein gutes Budget fühlt sich nicht nach Kontrolle an, sondern nach Verlässlichkeit.

Fester Zins: Du kennst deinen Ertrag schon am Anfang

Ein wesentlicher Baustein der Planungssicherheit ist der feste Zinssatz. Du legst Geld an und erhältst für die vereinbarte Laufzeit einen vorher feststehenden Zins. Das klingt banal, ist aber im Alltag ein echter Vorteil, weil du Einnahmen und Vermögensentwicklung besser einordnen kannst.

Das hilft besonders in Situationen, in denen du dein Geld nicht „arbeiten lassen“ willst, sondern einen ruhigen Baustein brauchst. Sobald du weißt, welcher Ertrag am Ende ungefähr herauskommt, kannst du besser entscheiden, ob sich die Bindung lohnt und wie du die Auszahlung später einsetzt.

Wichtig ist dabei weniger, ob der Zins spektakulär ist. Entscheidend ist, dass er planbar ist. Bei schwankenden Zinsen am Markt oder bei veränderlichen Konditionen anderer Produkte ist Planbarkeit selbst ein Wert.

Feste Laufzeit: Du definierst einen Zeitraum, in dem du nicht dran gehst

Viele sparen nicht daran, weil sie kein Geld hätten, sondern weil sie Zugriff haben. Geld, das im Alltag sichtbar ist, wird schneller Teil von Alltagsentscheidungen. Mal hier etwas ausgleichen, dort eine spontane Ausgabe, und plötzlich ist aus „Rücklage“ wieder „Geld, das man irgendwie nutzen kann“ geworden.

Festgeld verhindert dieses schleichende Aufweichen, weil die Laufzeit festgelegt ist. Du entscheidest dich bewusst: Dieses Geld ist für einen Zeitraum nicht verfügbar, dafür bekommst du Zinsen und klare Struktur. Wer zu impulsiven Ausgaben neigt oder sich einfach selbst schützen möchte, erlebt das oft als Befreiung. Die Grenze ist nicht moralisch, sondern technisch.

Planungssicherheit entsteht dadurch, dass du weniger Situationen hast, in denen du spontan neu entscheiden musst. Wenn du seltener neu entscheiden musst, triffst du im Schnitt bessere Entscheidungen.

Planbare Auszahlung: Ein fester Termin macht Ziele greifbar

Neben Zins und Laufzeit ist der Auszahlungstermin der zweite große Stabilitätsanker. Bei Festgeld hast du einen klaren Zeitpunkt, an dem das Geld wieder verfügbar wird. Das macht es ideal für Ziele, die einen festen Horizont haben.

Typische Ziele, bei denen ein fester Termin viel wert ist:

  • eine größere Anschaffung in einigen Monaten oder wenigen Jahren
  • eine geplante Renovierung oder Einrichtung
  • eine absehbare Steuerzahlung oder größere Jahresausgabe
  • ein Puffer für berufliche Veränderungen
  • der geplante Start einer Selbstständigkeit, bei dem Liquidität zu einem Stichtag entscheidend ist

Wenn du weißt, dass du zu einem bestimmten Datum Geld brauchst, willst du keine Unsicherheit durch Kursschwankungen oder unklare Konditionen. Festgeld reduziert diese Unsicherheit, weil es nicht davon abhängt, ob ein Markt gerade „gut steht“.

Festgeld trennt Aufgaben im Vermögen: Sicherheit bekommt eine eigene Schublade

Viele Menschen verwalten Geld gedanklich in „Töpfen“, selbst wenn alles auf einem Konto liegt. Das funktioniert, solange Disziplin und Überblick stark sind. In stressigen Phasen bricht es aber häufig zusammen, weil das Gehirn Abkürzungen sucht. Dann werden Reserven plötzlich doch genutzt, weil sie „da“ sind.

Festgeld ist eine echte Trennung statt nur eine gedankliche. Es gibt einem Teil deines Geldes eine klare Aufgabe: Stabil bleiben, planbar wachsen, zu einem Termin verfügbar sein. Diese Aufgabentrennung macht Entscheidungen leichter, weil du nicht jedes Mal überlegen musst, ob du an Rücklagen gehst. Die Antwort ist in vielen Fällen bereits festgelegt: Dieses Geld ist gebunden, also wird es nicht angetastet.

Das schafft Planungssicherheit auch deshalb, weil du deinen frei verfügbaren Teil realistischer siehst. Alles, was nicht gebunden ist, ist wirklich verfügbar. Alles, was gebunden ist, bleibt unangetastet. Genau diese Klarheit reduziert finanzielle Reibung.

Weniger Zinsänderungsstress: Du musst nicht ständig reagieren

In Phasen, in denen Zinsen steigen oder fallen, kann Geldanlage unruhig werden. Wer jeden Monat nach neuen Konditionen sucht, erlebt oft das Gefühl, nie „fertig“ zu sein. Heute ist der Zins gut, morgen gibt es ein besseres Angebot, übermorgen ist wieder alles anders. Das kann am Ende dazu führen, dass man aus Unsicherheit gar nichts entscheidet oder ständig umschichtet.

Festgeld nimmt dir einen Teil dieses Stresses, weil du für die Laufzeit nicht reagieren musst. Du triffst eine Entscheidung und kannst sie ruhen lassen. Planungssicherheit heißt in diesem Zusammenhang auch: weniger mentale Last. Viele unterschätzen, wie viel Energie ständiges Optimieren kostet.

Schutz vor dem „Alles liegt auf einem Haufen“-Problem

Wenn Gehalt, Fixkosten, Freizeitgeld und Rücklagen auf einem einzigen Konto liegen, sieht der Kontostand oft höher aus, als er tatsächlich frei verfügbar ist. Das führt zu einem typischen Effekt: Man fühlt sich solvent und gibt mehr aus, obwohl das Geld eigentlich für Miete, Versicherungen oder Rücklagen gedacht war. Das Ergebnis ist kein großer Fehler, sondern viele kleine Entscheidungen, die sich summieren.

Festgeld verhindert dieses Durcheinander zumindest für den Betrag, den du gebunden hast. Dadurch sinkt die Gefahr, dass du „auf Sicht“ lebst. Planungssicherheit entsteht, weil dein Budget nicht mehr von deinem aktuellen Kontostand-Gefühl abhängt, sondern von klaren Strukturen.

Inflationsgefühl vs. Budgetrealität: Festgeld bringt Ordnung in unsicheren Zeiten

Wenn Preise steigen, wirken Ausgaben unberechenbarer. Viele spüren, dass Geld schneller verschwindet, können aber nicht sofort benennen, wo genau. In solchen Phasen ist Struktur besonders wertvoll. Festgeld ist zwar kein Zaubertrick gegen Inflation, aber es kann helfen, die Kaufkraftverluste zu bremsen, wenn der Zins vernünftig ist. Vor allem aber bringt es Ordnung: Ein Teil deines Geldes ist planbar verzinst und nicht ständig „in Bewegung“.

Das ist wichtig, weil steigende Lebenshaltung oft zu hektischen Entscheidungen führt. Manche verschieben Sparen komplett, andere überziehen häufiger, wieder andere reduzieren Rücklagen ausgerechnet dann, wenn ein Puffer besonders wichtig wäre. Festgeld wirkt hier wie ein stabiler Rahmen: Es hält den gebundenen Teil sauber, während du deinen Alltag anpasst.

Liquidität richtig denken: Festgeld ist sinnvoll, wenn der Notpuffer getrennt bleibt

Planungssicherheit bedeutet auch, dass du nicht in teure Zwischenlösungen gezwungen wirst. Ein häufiger Fehler ist, Geld zu binden, das man eigentlich als Notreserve braucht. Dann kommt eine ungeplante Ausgabe und du musst Dispo oder Kredit nutzen, obwohl du „eigentlich Geld hast“. Diese Situation fühlt sich besonders frustrierend an.

Festgeld schafft Planungssicherheit dann am besten, wenn du zwei Dinge sauber trennst:

  • Geld, das jederzeit verfügbar sein muss, um ruhig zu bleiben
  • Geld, das sicher für die Laufzeit nicht gebraucht wird

Wer diese Trennung konsequent umsetzt, erlebt Festgeld nicht als Einschränkung, sondern als Struktur. Du bindest nicht deine Luft zum Atmen, sondern deinen überschüssigen Sicherheitsanteil.

Laufzeitwahl als Teil der Planung: kurz, mittel, gestaffelt

Die Laufzeit ist keine Nebensache, sondern ein strategischer Hebel. Je länger du bindest, desto weniger flexibel bist du, aber desto mehr Planbarkeit bekommst du über einen längeren Zeitraum. Je kürzer du bindest, desto öfter kannst du neu entscheiden, aber desto mehr hängt dein Ergebnis von den jeweiligen Anschlusskonditionen ab.

Planungssicherheit entsteht häufig nicht durch die „perfekte Laufzeit“, sondern durch einen Rhythmus. Viele nutzen dafür eine Staffelung über mehrere Laufzeiten. Der Vorteil: Du hast regelmäßig Beträge, die fällig werden, und kannst dann mit dem aktuellen Zinsumfeld neu entscheiden, ohne dass dein gesamtes gebundenes Geld gleichzeitig zur Entscheidung wird.

Ein einfacher Ansatz, der oft gut funktioniert:

  • ein Teil läuft kürzer, damit du flexibel bleibst
  • ein Teil läuft mittellang, damit du Zinsen länger sichern kannst
  • ein Teil läuft etwas länger, wenn du den Betrag wirklich nicht brauchst

So entsteht ein System, das nicht von einer einzigen Annahme über die Zukunft abhängt.

Festgeld stärkt Zielbudgets: Du sparst nicht „irgendwie“, sondern für etwas

Viele Sparziele scheitern nicht an der Höhe des Sparbetrags, sondern an der fehlenden Zweckbindung. Wenn du kein klares Ziel hast, wird Sparen schnell zur Verhandlungsmasse. Sobald ein schöner Anlass kommt, ist das Sparen das Erste, das geopfert wird.

Festgeld zwingt dich zu einer klareren Zieldefinition, weil du vor dem Abschluss entscheiden musst, wie lange du auf das Geld verzichten kannst. Dadurch wird Sparen weniger vage. Du sparst nicht „für irgendwann“, sondern für einen Zeitraum und oft auch für einen Zweck.

Das kann ein großer Unterschied sein, weil klare Ziele Motivation schaffen und im Alltag bessere Entscheidungen ermöglichen. Planungssicherheit entsteht dann nicht nur finanziell, sondern auch emotional: Du weißt, wofür du das tust, und du siehst den Weg.

Festgeld im Haushaltsalltag: So wird es zu einem stabilen Baustein

Damit Festgeld wirklich Planungssicherheit bringt, muss es sauber in deinen Alltag eingebettet sein. Ein pragmatischer Ablauf sieht oft so aus:

  • Du definierst zuerst, wie viel Geld jederzeit verfügbar bleiben muss, damit dich ein unerwarteter Monat nicht stresst.
  • Dann schaust du, welcher Betrag darüber hinaus wirklich entbehrlich ist.
  • Du entscheidest dich für eine Laufzeit, die zu deinem Horizont passt, statt dich nur vom höchsten Zins leiten zu lassen.
  • Du überlegst, ob du alles auf einmal bindest oder lieber in mehrere Teilbeträge aufteilst.
  • Du planst schon beim Abschluss, was du mit der Auszahlung machen willst, damit das Geld nicht einfach im Alltag verschwindet.

Diese Logik ist nicht kompliziert, aber sie ist wirkungsvoll. Planungssicherheit entsteht vor allem durch Vorentscheidungen, die später Stress vermeiden.

Wo Festgeld im Vergleich zu Tagesgeld anders wirkt

Tagesgeld ist flexibel, Festgeld ist verbindlich. Planungssicherheit entsteht beim Festgeld durch Verbindlichkeit. Du tauscht Flexibilität gegen Vorhersehbarkeit. Das ist nicht immer besser, aber in vielen Situationen passender.

Typische Situationen, in denen Festgeld als planbarer wirkt:

  • du willst nicht riskieren, dass Zinsen kurzfristig fallen
  • du möchtest dich selbst vor spontanen Zugriffen schützen
  • du hast einen festen Zieltermin und möchtest die Summe dann sicher verfügbar haben
  • du willst einen Teil des Vermögens ruhigstellen, damit andere Entscheidungen gelassener bleiben

Tagesgeld bleibt trotzdem wichtig, weil Flexibilität eine eigene Form von Sicherheit ist. Viele Haushalte fühlen sich am wohlsten, wenn beides vorhanden ist: ein flexibler Teil und ein gebundener Teil.

Kosten- und Steuerlogik: Planungssicherheit bedeutet Netto-Denken

Wenn Zinsen wieder sichtbar sind, wird auch die Netto-Betrachtung wichtiger. Bruttozinsen sind nicht das, was am Ende wirklich bei dir ankommt. Für deine Planung ist relevant, was nach Steuern übrig bleibt und ob du mit einem Freistellungsrahmen arbeitest.

Planungssicherheit entsteht hier, weil Festgeld leicht zu überschlagen ist. Du hast feste Parameter. Du kannst den voraussichtlichen Ertrag gut einordnen und damit realistisch planen, was die Anlage leistet und was nicht. Das schützt vor Enttäuschungen und vor falschen Erwartungen wie „damit gleiche ich die Inflation automatisch aus“.

Ein ruhiger Baustein muss nicht alles leisten. Er muss zuverlässig leisten, was du von ihm erwartest.

Typische Denkfehler, die Planungssicherheit zerstören

Auch Festgeld kann sich „falsch“ anfühlen, wenn es unpassend eingesetzt wird. Häufige Fehler sind:

  • Du bindest Geld, das du wahrscheinlich doch brauchst, und erzeugst damit später Liquiditätsstress.
  • Du wählst eine sehr lange Laufzeit aus Angst, etwas zu verpassen, und fühlst dich danach eingeengt.
  • Du legst alles auf eine Laufzeit und musst zu einem Zeitpunkt über den gesamten Betrag neu entscheiden.
  • Du planst die Auszahlung nicht ein und das Geld löst sich nach Ablauf im Alltag wieder auf.
  • Du schaust nur auf den Zins und ignorierst, ob die Bindung zu deiner Lebensphase passt.

Planungssicherheit entsteht, wenn du Festgeld als Teil eines Systems nutzt und nicht als Reaktion auf ein einzelnes Zinsniveau.

Praxisbeispiel 1: Anschaffung in 12 bis 18 Monaten ohne Kursschwankungsstress

Sarah plant in etwa anderthalb Jahren einen Autokauf. Sie möchte nicht riskieren, dass der Betrag kurz vor dem Kauf weniger wert ist, weil sie dann entweder Abstriche machen oder teurer finanzieren müsste. Gleichzeitig will sie das Geld nicht einfach unberührt liegen lassen.

Sie hält einen Teil als flexible Reserve verfügbar, damit eine Reparatur oder eine unerwartete Rechnung nicht zum Problem wird. Den geplanten Kaufbetrag legt sie gestaffelt an: ein Teil läuft kürzer, ein Teil etwas länger, sodass sie den Zeitpunkt des Autokaufs gut abdecken kann. Dadurch weiß sie, dass das Geld zum passenden Zeitraum verfügbar ist, und sie muss nicht täglich über den Kontostand nachdenken. Für sie entsteht Planungssicherheit, weil Zieltermin, Betrag und Verfügbarkeit sauber zusammenpassen.

Praxisbeispiel 2: Jahreskosten und Nachzahlungen werden planbar

Daniel hatte immer wieder das gleiche Problem: Versicherungen, Beiträge und gelegentliche Nachzahlungen kommen nicht monatlich, fühlen sich aber so an, als würden sie „aus dem Nichts“ auftauchen. Obwohl er ordentlich verdient, geriet er in den Monaten mit großen Abbuchungen schnell in Stress.

Er trennt seine Struktur: Ein flexibel verfügbares Polster bleibt unangetastet. Darüber hinaus legt er einen Betrag fest, der für Jahreskosten gedacht ist. Einen Teil davon bindet er so, dass die Laufzeit zu den typischen Zahlungsterminen passt. Am Ende der Laufzeit fällt Geld frei, genau dann, wenn hohe Belastungen absehbar sind. Das Ergebnis ist nicht, dass er mehr Geld hat, sondern dass er weniger Überraschungen erlebt. Planungssicherheit entsteht durch Terminlogik und klare Zweckbindung.

Praxisbeispiel 3: Sicherheitsvermögen verzinsen, ohne den Alltag einzuengen

Miriam möchte einen Teil ihres Geldes besonders sicher halten, weil sie beruflich über einen Wechsel nachdenkt. Sie braucht die Gewissheit, dass sie im Zweifel mehrere Monate gut überbrücken kann. Gleichzeitig stört sie das Gefühl, dass Sicherheitsgeld „gar nichts bringt“.

Sie löst das zweistufig: Der kurzfristige Puffer bleibt jederzeit verfügbar. Den darüber liegenden Teil teilt sie in mehrere Festgeldbeträge mit unterschiedlichen Laufzeiten auf. So entsteht ein Rhythmus, in dem regelmäßig ein Teil fällig wird, ohne dass sie alles gleichzeitig binden muss. Für sie liegt die Planungssicherheit darin, dass ihr Sicherheitsvermögen planbar verzinst ist und trotzdem Schritt für Schritt verfügbar wird, falls der Wechsel schneller kommt als gedacht.

Wie Festgeld auch deine Kreditentscheidungen beeinflussen kann

Planungssicherheit endet nicht bei der Anlage. Sie wirkt auch darauf, wie du in teuren Situationen reagierst. Wer Rücklagen sauber strukturiert, muss seltener einen Kredit aufnehmen oder kann zumindest bessere Entscheidungen treffen, weil nicht unter Druck entschieden wird.

Ein gut geplanter Festgeldbaustein kann dazu führen, dass du:

  • kurzfristige Engpässe ohne teuren Dispo überstehst, weil der Notpuffer unberührt bleibt
  • größere Ausgaben aus planbaren Fälligkeiten bestreitest, statt sie zu finanzieren
  • bei Kreditangeboten ruhiger vergleichst, weil du nicht „sofort“ Geld brauchst
  • weniger impulsiv handelst, weil du weißt, welche Mittel wann frei werden

Das ist ein unterschätzter Effekt: Festgeld kann indirekt Kosten senken, weil es hektische Finanzentscheidungen reduziert.

Festgeld schafft Ruhe, weil es Entscheidungen reduziert

Viele Menschen denken bei Finanzen an Zahlen, aber in der Praxis geht es oft um Entscheidungen. Je häufiger du entscheiden musst, desto häufiger passiert ein Fehler. Festgeld reduziert Entscheidungen, weil es einmal festlegt: Betrag, Laufzeit, Zins, Termin. Danach musst du nicht ständig überlegen, ob du umschichtest, ob du zugreifst oder ob du doch lieber wartest.

Diese Reduktion wirkt gerade in stressigen Lebensphasen. Planungssicherheit ist dann nicht nur eine finanzielle Eigenschaft, sondern eine psychologische Entlastung. Du baust dir Stabilität, die nicht von deiner täglichen Disziplin abhängig ist.

Zusammenfassung

Festgeld schafft Planungssicherheit, weil es feste Eckdaten liefert: einen fixen Zinssatz, eine klare Laufzeit und einen planbaren Auszahlungstermin. Dadurch wird ein Teil deines Geldes vom Alltagsstrom getrennt, bleibt unangetastet und wächst verlässlich, ohne Kursschwankungen. Planung entsteht außerdem, weil Festgeld Entscheidungen reduziert und Ziele greifbarer macht, besonders wenn du Laufzeiten passend wählst oder Beträge staffelst. Wichtig bleibt, dass ein flexibler Puffer separat vorhanden ist, damit die Bindung nicht zur Belastung wird.

Fazit

Warum Festgeld Planungssicherheit schafft, lässt sich auf einen einfachen Kern zurückführen: Es macht Geld verlässlich, berechenbar und zweckgebunden. Du weißt, was du bekommst, du weißt, wann du es bekommst, und du schützt dich davor, Rücklagen im Alltag schleichend zu verbrauchen. Gerade bei klaren Zielen, bei dem Wunsch nach Ruhe im Budget oder in Lebensphasen mit mehr Unsicherheit kann Festgeld ein stabiler Baustein sein. Der größte Gewinn ist dabei oft nicht der Zins allein, sondern die Klarheit, die daraus entsteht.

Häufige Fragen zu Festgeld und Planung

Ist Festgeld für jeden sinnvoll, der Planungssicherheit will?

Nicht automatisch, weil du die Bindung aushalten musst, ohne später Geld zu benötigen. Wenn du einen ausreichenden flexiblen Puffer hast und einen klaren Zeithorizont, kann Festgeld sehr gut passen.

Wie finde ich eine passende Laufzeit, ohne mich eingeengt zu fühlen?

Orientiere dich an deinem Zieltermin und daran, wie wahrscheinlich ein früher Bedarf ist. Viele fühlen sich wohler, wenn sie Beträge auf mehrere Laufzeiten aufteilen, statt alles auf einmal zu binden.

Kann Festgeld bei schwankenden Zinsen trotzdem Planung geben?

Ja, weil der Zinssatz für die Laufzeit feststeht und du in dieser Zeit nicht reagieren musst. Das nimmt dir den Druck, ständig nach den neuesten Konditionen schauen zu müssen.

Was ist der größte Fehler, wenn man Festgeld für Planung nutzt?

Geld zu binden, das eigentlich als Notreserve gedacht ist, ist der häufigste Fehler. Dann entsteht Liquiditätsstress, und der Plan kippt genau dann, wenn er helfen sollte.

Ist Festgeld besser als Tagesgeld, wenn mir Sicherheit wichtig ist?

Beides kann sinnvoll sein, weil Sicherheit auch Flexibilität bedeutet. Festgeld ist planbarer, Tagesgeld ist verfügbar, und viele Haushalte kombinieren beide, um sich nicht festzufahren.

Wie hilft eine Staffelung über mehrere Laufzeiten?

Du bekommst regelmäßig fällige Beträge, ohne alles gleichzeitig neu entscheiden zu müssen. Das reduziert Timing-Risiken und erhöht deine Handlungsfähigkeit, falls sich dein Plan ändert.

Kann Festgeld dabei helfen, weniger Kredite zu brauchen?

Es kann indirekt helfen, weil du Ausgaben über planbare Fälligkeiten vorbereitest und Rücklagen besser schützt. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass du kurzfristig teure Zwischenfinanzierung nutzen musst.

Sollte ich die Zinsen wieder anlegen oder ausgeben?

Wenn du Zinsen wieder anlegst, unterstützt das den Vermögensaufbau, wenn auch ruhig und planbar. Wenn du sie ausgibst, ist das nicht falsch, aber es senkt den langfristigen Effekt und sollte bewusst entschieden werden.

Was mache ich, wenn ich den Betrag doch früher brauche?

Bei vielen Festgeldmodellen ist eine vorzeitige Verfügung schwierig oder nur eingeschränkt möglich. Deshalb ist es besser, nur den Teil zu binden, der mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zum Ende liegen bleiben kann.

Wie erkenne ich, ob Festgeld in mein Budget passt?

Wenn deine Fixkosten, dein Alltag und ein flexibler Puffer auch ohne den Festgeldbetrag stabil sind, passt es meist gut. Sobald du den Betrag wahrscheinlich anfassen musst, ist die Bindung eher ein Risiko als eine Hilfe.

Checkliste
  • eine größere Anschaffung in einigen Monaten oder wenigen Jahren
  • eine geplante Renovierung oder Einrichtung
  • eine absehbare Steuerzahlung oder größere Jahresausgabe
  • ein Puffer für berufliche Veränderungen
  • der geplante Start einer Selbstständigkeit, bei dem Liquidität zu einem Stichtag entscheidend ist


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