Fondsarten im Überblick – Unterschiede übersichtlich erklärt

Lesedauer: 9 Min
Aktualisiert: 9. Februar 2026 15:25

Was sind Fonds?

Fonds sind Anlagevehikel, die das Geld vieler Anleger bündeln, um es in verschiedene Vermögenswerte zu investieren. Diese können Aktien, Anleihen, Immobilien oder andere Finanzinstrumente sein. Durch die Diversifizierung wird das Risiko für den einzelnen Anleger reduziert, während gleichzeitig die Chance auf Rendite erhöht wird.

Die verschiedenen Fondsarten im Überblick

Es gibt zahlreiche Fondsarten, die sich in ihrer Struktur, ihrem Anlageziel und ihrer Risikobereitschaft unterscheiden. Die wichtigsten Kategorien sind Aktienfonds, Anleihenfonds, Mischfonds, Immobilienfonds und Geldmarktfonds. Jeder Fonds hat seine eigenen Besonderheiten, die es wert sind, genauer betrachtet zu werden.

Aktienfonds

Aktienfonds investieren hauptsächlich in Aktien von Unternehmen. Diese Fonds können entweder auf bestimmte Regionen, Branchen oder Unternehmensgrößen fokussiert sein. Die Rendite hängt stark von der Entwicklung der Aktienmärkte ab, weshalb sie oft mit höheren Risiken verbunden sind, jedoch auch das Potenzial für hohe Gewinne bieten.

Typen von Aktienfonds

  • Indexfonds: Diese Fonds versuchen, einen bestimmten Marktindex abzubilden, wie den DAX oder den S&P 500.
  • Aktiv verwaltete Fonds: Hier entscheiden Fondsmanager, welche Aktien gekauft oder verkauft werden, um eine Überrendite zu erzielen.
  • Branchenfonds: Diese konzentrieren sich auf bestimmte Sektoren, wie Technologie oder Gesundheit.

Anleihenfonds

Anleihenfonds investieren in festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen. Diese Fonds bieten in der Regel eine stabilere, aber niedrigere Rendite im Vergleich zu Aktienfonds. Sie sind eine beliebte Wahl für Anleger, die Sicherheit und regelmäßige Einkünfte bevorzugen.

Arten von Anleihenfonds

  • Staatsanleihenfonds: Investieren in Anleihen von Regierungen, die als besonders sicher gelten.
  • Unternehmensanleihenfonds: Fokussieren sich auf Anleihen von Unternehmen und bieten potenziell höhere Renditen, aber auch mehr Risiko.
  • Hochzinsanleihenfonds: Investieren in Anleihen mit niedrigerer Bonität, die höhere Renditen versprechen.

Mischfonds

Mischfonds kombinieren verschiedene Anlageklassen, typischerweise Aktien und Anleihen. Diese Fonds bieten eine ausgewogene Risiko-Rendite-Struktur und können je nach Marktbedingungen flexibel angepasst werden. Sie sind ideal für Anleger, die eine diversifizierte Anlagestrategie anstreben, ohne mehrere Fonds separat verwalten zu müssen.

Vorteile von Mischfonds

  • Vielfältige Anlagemöglichkeiten, die auf unterschiedliche Marktbedingungen reagieren können.
  • Einfacher Zugang zu einer breiten Diversifikation, ohne die Notwendigkeit, verschiedene Fonds separat zu kaufen.
  • Flexibilität in der Gewichtung der Anlageklassen je nach Marktentwicklung.

Immobilienfonds

Immobilienfonds investieren in Immobilien oder Immobilienprojekte und bieten Anlegern die Möglichkeit, in den Immobilienmarkt zu investieren, ohne direkt Immobilien kaufen zu müssen. Diese Fonds können sowohl in Wohn- als auch in Gewerbeimmobilien investieren. Die Rendite stammt in der Regel aus Mieteinnahmen und der Wertsteigerung der Immobilien.

Typen von Immobilienfonds

  • Offene Immobilienfonds: Diese Fonds ermöglichen Anlegern den Kauf und Verkauf von Anteilen jederzeit.
  • Geschlossene Immobilienfonds: Anleger binden ihr Kapital für einen festgelegten Zeitraum und erhalten Anteile an spezifischen Projekten.
  • REITs (Real Estate Investment Trusts): Diese Unternehmen investieren in Immobilien und zahlen einen Großteil der Gewinne als Dividende an die Anleger aus.

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds investieren in kurzfristige, hochliquide Anlagen wie Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit kurzer Laufzeit. Diese Fonds bieten in der Regel niedrigere Renditen, sind jedoch auch mit geringeren Risiken verbunden. Sie sind eine gute Wahl für Anleger, die Sicherheit und Liquidität suchen.

Eigenschaften von Geldmarktfonds

  • Hohe Liquidität, da Anteile jederzeit verkauft werden können.
  • Stabilität, da das Risiko von Verlusten minimal ist.
  • Niedrige Renditen im Vergleich zu anderen Fondsarten, was sie weniger attraktiv für renditeorientierte Anleger macht.

ETFs (Exchange Traded Funds)

ETFs sind spezielle Fonds, die an Börsen gehandelt werden und in der Regel einen Index abbilden. Sie kombinieren die Merkmale von Aktien und Fonds, da sie wie Aktien gehandelt werden, aber die Diversifikation eines Fonds bieten. ETFs sind bei Anlegern aufgrund ihrer niedrigen Kosten und der Flexibilität sehr beliebt.

Vorteile von ETFs

  • Geringere Kosten im Vergleich zu aktiv verwalteten Fonds.
  • Hohe Liquidität durch den Handel an Börsen.
  • Vielfältige Auswahl an Anlagemöglichkeiten, von Aktien über Anleihen bis hin zu Rohstoffen.

Fondsgebühren und -kosten

Bei der Auswahl eines Fonds ist es wichtig, die damit verbundenen Gebühren zu berücksichtigen. Diese können je nach Fondsart und Anbieter variieren und umfassen Verwaltungsgebühren, Ausgabeaufschläge und Performancegebühren. Ein transparenter Überblick über die Kosten ist entscheidend, um die tatsächliche Rendite zu ermitteln.

Typen von Gebühren

  • Verwaltungsgebühren: Jährliche Gebühren für die Verwaltung des Fonds.
  • Ausgabeaufschläge: Gebühren, die beim Kauf von Fondsanteilen anfallen.
  • Performancegebühren: Gebühren, die auf Basis der erzielten Rendite erhoben werden.

Fondssteuer und steuerliche Aspekte

Die steuerliche Behandlung von Fonds kann komplex sein und hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Fondsart und des Wohnsitzlandes des Anlegers. In Deutschland unterliegen Fondsgewinne der Abgeltungssteuer, die 25 % beträgt, zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer. Es ist ratsam, sich über die steuerlichen Implikationen im Klaren zu sein, um Überraschungen zu vermeiden.

Fragen & Antworten

Was ist der Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Fonds?

Offene Fonds ermöglichen den Anlegern, jederzeit Anteile zu kaufen oder zu verkaufen, während geschlossene Fonds eine festgelegte Laufzeit haben und nur zu bestimmten Zeitpunkten Anteile ausgegeben werden. Diese Struktur führt zu unterschiedlichen Liquiditätsprofilen und Investitionsstrategien.

Wie wähle ich den richtigen Fonds aus?

Die Auswahl des richtigen Fonds hängt von Ihren finanziellen Zielen, Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem Anlagehorizont ab. Es ist wichtig, die Fondsperformance, Gebührenstruktur und Anlagestrategie zu analysieren, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Was sind die Risiken von Fondsinvestitionen?

Fondsinvestitionen sind nicht risikofrei und können je nach Marktbedingungen Schwankungen unterliegen. Zu den Risiken gehören Marktrisiken, Liquiditätsrisiken und spezifische Risiken, die mit den einzelnen Anlagen innerhalb des Fonds verbunden sind.

Wie hoch sind die Gebühren für Fonds?

Die Gebühren für Fonds variieren je nach Fondsart und Anbieter. Typische Gebühren sind Verwaltungsgebühren, Ausgabeaufschläge und Performancegebühren, die zusammen die Rendite des Anlegers beeinflussen können.

Können Fonds auch Verluste verursachen?

Ja, Fonds können Verluste verursachen, insbesondere wenn die zugrunde liegenden Anlagen im Wert fallen. Es ist wichtig, die Risiken zu verstehen und eine diversifizierte Anlagestrategie zu verfolgen, um mögliche Verluste zu minimieren.

Was sind Indexfonds?

Indexfonds sind eine Art von Aktienfonds, die darauf abzielen, die Performance eines bestimmten Marktindex abzubilden. Sie bieten eine kostengünstige Möglichkeit, in den Aktienmarkt zu investieren, ohne aktiv verwaltet zu werden.

Wie oft werden Fondsanteile bewertet?

Fondsanteile werden in der Regel täglich bewertet, wobei der Nettoinventarwert (NAV) am Ende eines Handelstags ermittelt wird. Dieser Wert gibt Anlegern eine Vorstellung davon, wie viel ihre Anteile wert sind.

Was ist ein Mischfonds?

Mischfonds kombinieren verschiedene Anlageklassen, typischerweise Aktien und Anleihen, um ein ausgewogenes Risiko-Rendite-Profil zu schaffen. Sie sind ideal für Anleger, die Diversifikation und Flexibilität suchen.

Fonds für alternative Anlagen

Alternative Anlagen gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Fondslandschaft. Diese Fonds investieren in Vermögenswerte, die nicht den traditionellen Märkten zugeordnet werden können. Dazu zählen beispielsweise Rohstoffe, Hedgefonds und Private Equity. Die Aufnahme solcher Anlagen in ein Portfolio kann helfen, das Risiko zu streuen und zusätzliche Renditechancen zu bieten.

Rohstofffonds

Rohstofffonds investieren in physische Rohstoffe oder in Unternehmen, die im Rohstoffsektor tätig sind. Diese Fonds können in Edelmetalle wie Gold und Silber, Energiequellen wie Öl und Gas sowie landwirtschaftliche Produkte investieren. Rohstofffonds sind besonders in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit gefragt, da sie oft als Absicherung gegen Inflation dienen.

  • Physische Rohstofffonds: Investieren direkt in Rohstoffe und deren Lagerung.
  • Aktienfonds im Rohstoffsektor: Fokussieren sich auf Unternehmen, die in der Rohstoffproduktion tätig sind.
  • Terminkontrakte: Nutzen Derivate, um von Preisschwankungen zu profitieren.

Hedgefonds

Hedgefonds sind spezielle Fonds, die oft weniger reguliert sind und eine Vielzahl von Anlagestrategien verfolgen. Sie können sowohl Long- als auch Short-Positionen eingehen und nutzen Hebel, um die Rendite zu maximieren. Hedgefonds sind für erfahrene Anleger gedacht, da sie oft höhere Risiken und Gebühren mit sich bringen, aber auch das Potenzial für überdurchschnittliche Renditen bieten.

  • Long/Short-Strategien: Investieren in unterbewertete Vermögenswerte und verkaufen überbewertete.
  • Event-Driven-Strategien: Nutzen Unternehmensereignisse wie Fusionen und Übernahmen.
  • Global Macro: Setzen auf makroökonomische Trends und Entwicklungen.

Private Equity Fonds

Private Equity Fonds investieren in nicht börsennotierte Unternehmen oder übernehmen diese vollständig. Ziel ist es, den Wert der Unternehmen zu steigern und sie später mit Gewinn zu veräußern. Diese Fonds haben oft einen langen Anlagehorizont und sind weniger liquid, bieten jedoch die Möglichkeit, an der Wertschöpfung von Unternehmen teilzuhaben.

  • Buyout-Fonds: Übernehmen etablierte Unternehmen und restrukturieren diese.
  • Venture Capital: Investieren in Start-ups mit hohem Wachstumspotenzial.
  • Distressed Assets: Fokussieren sich auf Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten.

Nachhaltige Fonds

Immer mehr Anleger legen Wert auf Nachhaltigkeit und ethische Investments. Nachhaltige Fonds, auch als ESG-Fonds (Environmental, Social, Governance) bekannt, investieren in Unternehmen, die soziale Verantwortung übernehmen und umweltfreundlich wirtschaften. Diese Fonds berücksichtigen nicht nur finanzielle, sondern auch soziale und ökologische Kriterien bei der Auswahl ihrer Anlagen.

  • Grüne Anleihen: Investieren in Projekte, die Umwelt- und Klimaschutz fördern.
  • Soziale Impact Fonds: Fokussieren sich auf Unternehmen, die positive gesellschaftliche Veränderungen bewirken.
  • Nachhaltige Aktienfonds: Investieren in Unternehmen, die hohe ESG-Standards erfüllen.

Fonds mit speziellen Anlagestrategien

Einige Fonds verfolgen spezielle Anlagestrategien, um sich von anderen Fonds abzuheben. Diese Strategien können auf Marktbedingungen oder spezifische Anlagethemen ausgerichtet sein.

Factor Investing Fonds

Factor Investing ist eine Anlagestrategie, die auf bestimmte Faktoren abzielt, die historisch gesehen mit einer überdurchschnittlichen Rendite korreliert sind. Zu den häufigsten Faktoren gehören Value, Momentum und Low Volatility. Fonds, die diese Strategien verfolgen, versuchen, systematisch von diesen Faktoren zu profitieren.

Smart Beta Fonds

Smart Beta Fonds kombinieren die Vorteile von aktivem und passivem Management. Sie nutzen alternative Gewichtungsmethoden anstelle der traditionellen Marktkapitalisierung, um die Rendite zu optimieren und das Risiko zu minimieren. Diese Fonds bieten eine innovative Möglichkeit, in Märkte zu investieren, ohne die hohen Kosten aktiver Fonds zu tragen.

Fonds für Einkommensstrategien

Für Anleger, die regelmäßige Einkünfte suchen, gibt es spezielle Fonds, die sich auf Einkommensstrategien konzentrieren. Diese Fonds investieren in Vermögenswerte, die regelmäßige Ausschüttungen bieten, wie Dividendenaktien oder Anleihen mit hohen Kupons. Besonders in Niedrigzinsphasen sind solche Fonds attraktiv.

Fonds für Altersvorsorge

Altersvorsorgefonds sind speziell für die langfristige Vermögensbildung konzipiert. Sie bieten häufig steuerliche Vorteile und sind auf die Bedürfnisse von Anlegern ausgerichtet, die für den Ruhestand sparen möchten. Solche Fonds kombinieren oft verschiedene Anlageklassen, um eine ausgewogene Mischung aus Sicherheit und Wachstum zu bieten.

Fonds mit internationaler Ausrichtung

Internationale Fonds investieren in Vermögenswerte außerhalb des Heimatmarktes des Anlegers. Diese Fonds bieten die Möglichkeit, von den Wachstumschancen in Schwellenländern oder anderen internationalen Märkten zu profitieren. Sie können eine wertvolle Diversifizierung für ein Portfolio darstellen, bergen jedoch auch zusätzliche Risiken, wie Währungsrisiken und geopolitische Unsicherheiten.

Regionale Fonds

Regionale Fonds konzentrieren sich auf bestimmte geografische Gebiete, wie etwa Asien, Europa oder Lateinamerika. Diese Fonds können sich auf die wirtschaftlichen Trends und Entwicklungen in einer bestimmten Region konzentrieren und sind ideal für Anleger, die an speziellen Marktchancen interessiert sind.

Fonds für spezielle Branchen

Branchenfonds investieren gezielt in bestimmte Sektoren, wie Technologie, Gesundheitswesen oder Immobilien. Diese Fonds bieten Anlegern die Möglichkeit, von den Wachstumschancen bestimmter Industrien zu profitieren, können jedoch auch höhere Risiken mit sich bringen, da sie stärker von branchenspezifischen Entwicklungen abhängen.


Wir schreiben für Euch

Praxisnah, verständlich und ohne leere Versprechen. Das Team hinter meingeld24.de. Die Sortierung per Alter ist natürlich Absicht. Außerdem arbeiten für uns aktuelle noch eine Werksstudentin sowie ein Werksstudent im Redaktionsbereich.

Thomas Weinhold – Broker, Konten und Kredite

Thomas Weinhold

61, Düsseldorf. Fokus auf Broker, Konten und Kredite – erklärt Kosten, Konditionen und typische Finanzfallen. Sein Anspruch ist es, Entscheidungen nachvollziehbar und praxisnah zu machen.

Martin Kronweiler – ETFs und Aktien

Martin Kronweiler

49, Hamburg. ETFs, Aktien und Kapitalmärkte – ordnet Chancen und Risiken realistisch und langfristig ein. Dabei steht Struktur immer vor kurzfristiger Rendite.

Stefan Albrechtson – Immobilien und Versicherungen

Stefan Albrechtson

32, München. Immobilien und Versicherungen – denkt in Struktur und bewertet Risiken nüchtern. Langfristige Verpflichtungen betrachtet er immer im Gesamtkontext.

Schreibe einen Kommentar