Ein Girokonto begleitet viele Menschen über Jahre oder sogar Jahrzehnte. Genau das führt dazu, dass unnötige Gebühren, veraltete Konditionen oder schlechter Service lange akzeptiert werden. Dabei ist ein Girokonto heute deutlich einfacher zu wechseln als früher. Wer strukturiert vorgeht, kann den Wechsel ohne Nachteile durchführen und langfristig Geld sparen.
Warum sich ein Girokonto-Wechsel lohnen kann
Banken ändern ihre Konditionen regelmäßig. Was früher kostenlos war, kostet heute Kontoführungsgebühren. Gleichzeitig sind moderne Funktionen wie bessere Apps, flexible Karten oder schnelle Überweisungen nicht überall selbstverständlich.
Typische Gründe für einen Wechsel sind steigende Gebühren, eingeschränkte Leistungen oder ein unübersichtliches Online-Banking. Auch veränderte Lebenssituationen wie ein Jobwechsel, ein Umzug oder ein gemeinsames Konto machen einen neuen Anbieter sinnvoll.
Die häufigste Sorge: Geht beim Wechsel etwas schief?
Viele zögern, weil sie Nachteile befürchten. Typische Sorgen sind verpasste Abbuchungen, fehlende Gehaltseingänge oder Probleme mit Daueraufträgen. Genau hier greift der gesetzliche Kontowechselservice.
Banken sind verpflichtet, beim Wechsel aktiv zu unterstützen. Das bedeutet, dass Zahlungspartner informiert, Daueraufträge übernommen und regelmäßige Zahlungsvorgänge erkannt werden. Dadurch sinkt das Risiko erheblich, dass etwas übersehen wird.
Girokonto wechseln – so gehst du sicher vor
Der Ablauf ist heute klar strukturiert. Zuerst wird das neue Girokonto eröffnet. Das alte Konto bleibt währenddessen vollständig nutzbar. Nach der Kontoeröffnung wird der Kontowechselservice aktiviert. Die neue Bank analysiert die bisherigen Zahlungseingänge und -ausgänge und erstellt eine Übersicht aller relevanten Partner.
Anschließend werden diese Stellen über die neue Bankverbindung informiert. Dazu zählen Arbeitgeber, Versicherungen, Energieversorger oder Streaming-Dienste. Daueraufträge werden übernommen oder neu eingerichtet. Erst wenn alles läuft, wird das alte Konto gekündigt oder stillgelegt.
Dieses parallele Vorgehen sorgt dafür, dass keine Zahlung verloren geht.
Worauf du vor dem Wechsel achten solltest
Vor dem Wechsel lohnt sich ein kurzer Check des alten Kontos. Offene Kartenabrechnungen, ausstehende Überweisungen oder noch nicht verbuchte Lastschriften sollten berücksichtigt werden. Auch seltene Abbuchungen, etwa jährliche Versicherungsbeiträge, sollten notiert sein.
Beim neuen Konto ist wichtig, die Bedingungen genau zu prüfen. Dazu gehören mögliche Mindestgeldeingänge, Gebühren für Karten oder Kosten bei Bargeldabhebungen. Ein scheinbar kostenloses Konto kann unter bestimmten Voraussetzungen kostenpflichtig werden.
Wie lange sollte das alte Konto parallel bestehen?
Es ist sinnvoll, das alte Girokonto noch einige Wochen parallel zu führen. So lassen sich verspätete oder unregelmäßige Buchungen problemlos abfangen. In dieser Zeit zeigt sich auch, ob wirklich alle Zahlungspartner korrekt umgestellt wurden.
Erst wenn über einen vollständigen Abrechnungszeitraum keine Bewegungen mehr auftreten, kann das alte Konto geschlossen werden. So entstehen keine Nachteile durch übersehene Abbuchungen.
Girokonto-Wechsel und Bonität
Ein Girokonto-Wechsel hat keinen negativen Einfluss auf die Bonität, solange kein Dispokredit gekündigt oder überzogen wird. Wichtig ist, bestehende Überziehungen vor der Kündigung auszugleichen.
Wer beim neuen Konto einen Disporahmen beantragt, sollte wissen, dass hierfür eine Bonitätsprüfung erfolgt. Der Kontowechsel selbst ist davon unabhängig.
Typische Fehler vermeiden
Ein häufiger Fehler ist es, das alte Konto zu früh zu kündigen. Ebenso problematisch ist es, den Überblick über seltene Zahlungen zu verlieren. Auch das Vergessen von Online-Diensten oder App-Abos kann später zu Mahnungen führen.
Wer sich Zeit nimmt und den Wechsel Schritt für Schritt durchführt, vermeidet diese Probleme zuverlässig.
Häufige Fragen zum Girokonto wechseln
Kann ich mein Girokonto jederzeit wechseln?
Ja, ein Girokonto kann jederzeit gewechselt werden. Es gibt keine Kündigungsfristen, die einen Wechsel verhindern.
Kostet der Kontowechsel etwas?
Der Kontowechselservice ist in der Regel kostenlos. Gebühren können nur entstehen, wenn das neue Konto selbst kostenpflichtig ist.
Was passiert mit Daueraufträgen?
Daueraufträge können übernommen oder neu eingerichtet werden. Der Kontowechselservice weist darauf hin, welche Aufträge betroffen sind.
Muss ich alle Zahlungspartner selbst informieren?
Nein, das übernimmt in der Regel die neue Bank. Eine zusätzliche Kontrolle ist dennoch sinnvoll.
Wie lange dauert ein Girokonto-Wechsel?
Die technische Umstellung dauert meist ein bis zwei Wochen. Die parallele Nutzung beider Konten sollte etwas länger erfolgen.
Kann mein Arbeitgeber das neue Konto ablehnen?
Nein, der Arbeitgeber ist verpflichtet, Gehaltszahlungen auf das angegebene Konto vorzunehmen.
Was passiert mit meiner Bankkarte?
Die alte Karte verliert mit der Kontokündigung ihre Gültigkeit. Die neue Bank stellt rechtzeitig eine neue Karte bereit.
Ist ein Wechsel auch bei gemeinschaftlichen Konten möglich?
Ja, auch Gemeinschaftskonten können gewechselt werden. Beide Kontoinhaber müssen zustimmen.
Zusammenfassung und Fazit
Ein Girokonto zu wechseln ist heute unkompliziert und sicher. Dank gesetzlicher Unterstützung und paralleler Kontoführung lassen sich Nachteile zuverlässig vermeiden. Wer steigende Gebühren oder schlechte Leistungen nicht länger akzeptieren möchte, kann mit einem strukturierten Vorgehen problemlos wechseln und langfristig profitieren.