Der Rechner oben beantwortet eine der wichtigsten Geldfragen überhaupt: weiter mieten oder doch kaufen. Mit wenigen Eingaben bekommst du einen Langfristvergleich, der nicht nur die Monatsbelastung zeigt, sondern auch Vermögenseffekte berücksichtigt.
Du siehst, wie stark Zinsen, Eigenkapital, Kaufnebenkosten, Instandhaltung, Wertentwicklung und Mietsteigerungen das Ergebnis verschieben können. Besonders hilfreich ist der Break-even-Punkt: Ab wann kann Kaufen im Modell gleichziehen oder vorne liegen. Wenn du Werte änderst, merkst du sofort, welche Stellschrauben wirklich zählen. So wird aus Bauchgefühl eine nachvollziehbare Entscheidungshilfe, die du auch für Gespräche mit Bank, Familie oder Vermieter nutzen kannst.
Mieten-oder-Kaufen-Rechner
Trage Miete, Kaufpreis, Zinsen und Eigenkapital ein und sieh sofort, wann sich Kaufen im Vergleich zum Mieten lohnen kann. Der Rechner berücksichtigt Kaufnebenkosten, laufende Kosten, Wertentwicklung und eine mögliche Geldanlage der monatlichen Differenz. Ergebnisse sind Modellwerte und sollen beim Einordnen helfen.
Annahmen erweitern
| Jahr | Miete gezahlt | Eigentum gezahlt | Vermögen Mieten | Vermögen Kaufen | Abstand |
|---|
Hinweis: Kaufnebenkosten und Einmalkosten werden als echte Kosten im Kaufen-Szenario abgezogen. Zahlen sind Modellwerte. Steuern, Förderungen und Sonderfälle sind nicht vollständig abgebildet.
Warum Mieten gegen Kaufen so schwer zu vergleichen ist
Auf den ersten Blick wirkt es simpel: Miete ist eine monatliche Zahlung, Kaufen ist Kreditrate plus Nebenkosten. In der Praxis hängt die Entscheidung aber an mehreren Ebenen gleichzeitig. Beim Kaufen zahlst du Zinsen, baust aber Vermögen über Tilgung und mögliche Wertentwicklung auf. Beim Mieten bleibt dein Kapital flexibel, dafür kann die Miete langfristig steigen und du baust kein Eigentum auf.
Genau deshalb sind Vergleichsrechner so hilfreich: Sie bündeln viele Einflüsse in einem Modell. Das Ergebnis ist kein Versprechen, aber ein schneller Realitätscheck. Wenn das Tool bei kleinen Änderungen drastisch kippt, ist das ein Hinweis, dass die Entscheidung besonders sensibel ist und du genauer hinschauen solltest.
So nutzt du den Rechner sinnvoll
Starte mit den Feldern, die du sicher weißt: Monatsmiete, Kaufpreis, Eigenkapital, Sollzins und Zeitraum. Danach gehst du Schritt für Schritt in die Annahmen und passt sie an deine Situation an: Kaufnebenkosten, laufende Eigentümerkosten, Wertentwicklung und Mietsteigerung. Am Ende prüfst du drei Varianten: eher vorsichtig, neutral und optimistisch. Wenn die Ergebnisse über alle Varianten ähnlich bleiben, ist das ein starkes Signal. Wenn nicht, zeigt dir der Rechner trotzdem, wo deine größten Hebel liegen.
Was der Rechner unter der Haube vergleicht
Der Vergleich besteht im Kern aus zwei Welten:
Beim Kaufen wird ein Annuitätendarlehen modelliert. Das bedeutet: Du zahlst monatlich, ein Teil sind Zinsen, ein Teil Tilgung. Zusätzlich fallen laufende Kosten an (zum Beispiel Instandhaltung, Abgaben und Fixkosten). Der Immobilienwert kann sich über die Zeit entwickeln, und beim Verkauf werden Verkaufskosten sowie eine Restschuld berücksichtigt.
Beim Mieten wird die Miete über die Zeit angepasst, falls du eine Mietsteigerung angibst. Außerdem wird eine Geldanlage modelliert: Kapital, das beim Kaufen gebunden wäre (Eigenkapital, Kaufnebenkosten, Einmalkosten), kann im Miet-Szenario angelegt werden. Zusätzlich kann die monatliche Differenz zwischen Mieten und Kaufen investiert werden. Dadurch entsteht ein Vermögensvergleich, der mehr ist als nur “Monatsrate vs. Miete”.
So liest du die Ergebnisse richtig
Tendenz im Modell zeigt dir, welches Szenario am Ende des gewählten Zeitraums im Vermögensvergleich vorne liegt. Vermögen nach Zeitraum ist der Abstand zwischen beiden Szenarien am Ende. Ein hoher negativer Wert heißt: Mieten liegt im Modell vorne. Ein positiver Wert heißt: Kaufen liegt im Modell vorne.
Break-even ist der Moment, ab dem Kaufen im Modell mindestens gleichauf liegt. Wenn dort “kein Break-even” steht, ist das im gewählten Zeitraum ein Hinweis, dass Kaufen die Miet-Alternative nicht einholt. Das kann an hohen Zinsen, hohen Kaufnebenkosten, schwacher Wertentwicklung oder einer günstigen Miete liegen.
Monatliche Belastung Start zeigt dir, wie schwer Kaufen am Anfang auf das Budget drückt. Das ist besonders wichtig, wenn du Stabilität brauchst und nicht jede Rate “sportlich” planen willst.
Die wichtigsten Stellschrauben, die fast immer entscheiden
Der Sollzins wirkt wie ein Turbolader auf die Gesamtkosten. Schon kleine Unterschiede verändern Zinslast, Monatsrate und Break-even deutlich. Eigenkapital senkt die Kreditlast, aber bindet Geld, das beim Mieten investiert werden könnte. Kaufnebenkosten sind häufig unterschätzt, weil sie sofort anfallen und nicht “mitfinanziert” aussehen, aber langfristig stark am Ergebnis ziehen.
Die laufenden Eigentümerkosten (Instandhaltung, Abgaben, Fixkosten) sind ein zweiter großer Block. Viele rechnen nur mit der Rate und wundern sich, warum Eigentum im Alltag teurer wirkt. Auf der anderen Seite kann eine realistische Mietsteigerung den Mietweg über Jahrzehnte spürbar verteuern.
Wertentwicklung ist emotional aufgeladen, sollte aber vorsichtig modelliert werden. Wenn du hier sehr optimistisch rechnest, kippt das Ergebnis schnell zugunsten Kaufen. Wenn du konservativ rechnest, siehst du, ob Kaufen auch ohne Rückenwind noch trägt.
Typische Situationen und was der Rechner oft sichtbar macht
Wenn die Miete im Verhältnis zum Kaufpreis niedrig ist, gewinnt Mieten im Modell oft länger, weil der Kapitalvorteil und die geringere Monatsbelastung schwer aufzuholen sind. Wenn Zinsen hoch sind, verschiebt sich Break-even häufig deutlich nach hinten. Wenn du viel Eigenkapital hast und die laufenden Kosten im Griff sind, rückt Kaufen eher nach vorn, weil du weniger Zinsen zahlst und schneller Vermögen aufbaust.
Wenn du nur wenige Jahre bleiben willst, sind Kaufnebenkosten und Verkaufskosten oft der Showstopper. Dann reicht die Zeit nicht, um die Anfangskosten einzuholen. Wenn du dagegen sehr langfristig planst und Stabilität suchst, kann Kaufen im Modell häufiger aufholen, vor allem wenn die Mietsteigerung nicht niedrig angesetzt ist.
Grenzen des Modells, die du im Kopf behalten solltest
Der Rechner bildet vieles ab, aber nicht alles. Steuern, Förderungen, regionale Besonderheiten, Modernisierungsrisiken, Mietrecht, Opportunitätskosten bei Renovierungen oder persönliche Faktoren wie Jobwechsel sind nur teilweise modellierbar. Auch die Geldanlage ist vereinfacht: In der Realität schwankt Rendite und hängt von deinem Verhalten ab.
Nutze das Ergebnis deshalb als Entscheidungshilfe, nicht als endgültiges Urteil. Der Mehrwert liegt darin, dass du sehr schnell erkennst, welche Annahmen deine Entscheidung tragen müssen, damit sie für dich aufgeht.
Häufige Fragen zum Rechner
Wie zuverlässig ist das Ergebnis?
Das Ergebnis ist ein Modellvergleich, der stark von deinen Eingaben abhängt. Wenn du realistische Annahmen nutzt und mehrere Varianten testest, bekommst du eine sehr gute Orientierung. Für eine finale Entscheidung solltest du zusätzlich deine persönliche Planung und regionale Kosten prüfen.
Warum kann Mieten trotz “Geld weg” im Modell vorne liegen?
Weil Mieten oft günstiger pro Monat ist und Kapital nicht gebunden wird. Wenn die monatliche Differenz investiert wird und die Miete nicht extrem steigt, kann das Vermögen im Miet-Szenario am Ende höher sein. Hohe Kaufnebenkosten und hohe Zinsen verstärken diesen Effekt.
Was bedeutet Break-even genau?
Break-even ist der Zeitpunkt, ab dem Kaufen im Modell mindestens gleichauf liegt. Es heißt nicht, dass Kaufen “ab da immer besser” ist, sondern dass die Nachteile am Anfang im Modell eingeholt sind. Wenn kein Break-even erscheint, reicht der Zeitraum im Modell nicht aus, um die Anfangskosten aufzuholen.
Welche Werte sollte ich bei Kaufnebenkosten ansetzen?
Das hängt von Region, Notar, Grundbuch, Grunderwerbsteuer und möglicher Maklerprovision ab. Viele liegen grob im Bereich 8 bis 12 Prozent, manchmal darüber. Wenn du unsicher bist, rechne lieber etwas höher, damit du nicht schönrechnest.
Wie setze ich Instandhaltung realistisch an?
Ein pauschaler Richtwert wird häufig als Anteil am Kaufpreis oder als jährlicher Betrag genutzt. Neubau und sanierte Objekte liegen meist niedriger als ältere Immobilien. Wenn du bereits weißt, dass größere Maßnahmen anstehen, solltest du den Wert spürbar erhöhen.
Was mache ich mit der Geldanlage-Rendite?
Sie ist ein Hebel, weil sie den Vorteil von Flexibilität im Miet-Szenario abbildet. Wenn du sicher bist, dass du konsequent investieren würdest, ist ein moderater Wert sinnvoll. Wenn du eher konservativ bist oder Geld kaum investierst, setze den Wert niedriger.
Warum ist die monatliche Belastung beim Kaufen so hoch?
Weil neben der Kreditrate zusätzliche laufende Posten einfließen, die viele im Kopf nicht als “Wohnkosten” zählen. Außerdem können bei kurzen Laufzeiten oder hohen Zinsen die Raten stark steigen. Der Rechner macht sichtbar, ob das Budget den Start realistisch trägt.
Soll ich den Zeitraum eher kurz oder lang wählen?
Wähle ihn passend zu deiner Lebensplanung. Kurze Zeiträume benachteiligen Kaufen oft wegen Nebenkosten und Verkaufskosten. Längere Zeiträume zeigen eher, ob Kaufen über viele Jahre aufholen kann.
Was passiert, wenn ich die Immobilie vor Ende der Kreditlaufzeit verkaufe?
Dann wird im Modell ein Verkauf nach dem Zeitraum angenommen, inklusive Verkaufskosten und Restschuld. Das ist wichtig, weil eine hohe Restschuld bei Verkauf den Vermögenseffekt stark reduziert. Prüfe daher besonders die Kombination aus Zeitraum, Zins und Laufzeit.
Warum kippt das Ergebnis schon bei kleinen Änderungen?
Weil Mieten vs. Kaufen oft an wenigen Hebeln hängt: Zins, Kaufnebenkosten, Wertentwicklung und Mietsteigerung. Wenn deine Situation “auf der Kante” liegt, reichen kleine Verschiebungen, um den Gewinner zu wechseln. Genau dann lohnt es sich, mit Varianten zu arbeiten.
Ist das Tool eher für Einsteiger oder Fortgeschrittene?
Beides. Einsteiger starten mit wenigen Feldern und sehen sofort eine Tendenz. Fortgeschrittene nutzen die Annahmen, um Szenarien zu testen und das Ergebnis realitätsnäher zu machen.