Tagesgeld und Inflation – Kaufkraftverlust verstehen

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 22. März 2026 14:06

Tagesgeld schützt dein Geld vor Schwankungen an der Börse, aber nicht vor dem schleichenden Wertverlust durch steigende Preise. Entscheidend ist, wie sich der Zinssatz deines Tagesgeldkontos im Vergleich zur Inflation entwickelt. Nur wenn der Zins über der Inflationsrate liegt, bleibt deine Kaufkraft stabil oder steigt.

Viele Sparer spüren, dass ihr Kontostand zwar wächst, der Wocheneinkauf, der Urlaub oder größere Anschaffungen aber immer teurer werden. Genau hier wirkt die Inflation, während Tagesgeld in erster Linie für Sicherheit und Flexibilität sorgt, nicht für großen Vermögenszuwachs. Wer das Zusammenspiel richtig versteht, kann Tagesgeld gezielt nutzen, ohne in eine stille Geld-Entwertung hineinzurutschen.

Was Inflation mit deinem Tagesgeld-Guthaben macht

Inflation bedeutet, dass Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt teurer werden. Wenn die Preise steigen, kannst du dir für denselben Geldbetrag weniger leisten als zuvor. Für dein Tagesgeldkonto heißt das: Die Zahl auf dem Kontoauszug kann steigen, während der reale Wert dahinter sinkt.

Entscheidend ist der Vergleich: Zinsen auf deinem Tagesgeld versus Inflationsrate. Liegt die Verzinsung deutlich unter der Teuerungsrate, verlierst du Kaufkraft, auch wenn dein Kontostand optisch wächst. Liegt der Zins knapp darunter, ist der Verlust geringer, aber immer noch vorhanden. Erst wenn die Verzinsung auf deinem Tagesgeld deutlich über der Inflationsrate liegt, baut dein Geld tatsächlich real Vermögen auf.

Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf die nominelle Verzinsung zu achten, sondern immer zu überlegen: Was ist mein Geld in ein, fünf oder zehn Jahren noch wert, wenn sich Zinsen und Preise so entwickeln wie aktuell oder leicht verändert? Dieser Blick auf die reale Entwicklung ist zentral für jede Geldentscheidung.

Nominaler Zins vs. reale Rendite: der entscheidende Unterschied

Der nominelle Zins ist das, was dir die Bank zusagt, zum Beispiel 2,5 Prozent pro Jahr. Die reale Rendite ist das, was nach Abzug der Inflation übrig bleibt. Diese Unterscheidung macht den Unterschied zwischen „es fühlt sich gut an“ und „es rechnet sich finanziell“.

Eine einfache Faustformel hilft bei der Einordnung: reale Rendite ungefähr gleich nomineller Zins minus Inflationsrate. Diese Näherung ist für Alltagsentscheidungen völlig ausreichend und gibt dir ein Gefühl dafür, ob du mit deinem Tagesgeld Wertschwund akzeptierst oder Wertzuwachs erreichst.

Beispiele für die Wirkung:

  • Inflation 4 Prozent, Tagesgeldzins 1 Prozent: Reale Rendite etwa minus 3 Prozent pro Jahr. Dein Geld verliert jedes Jahr merklich an Kaufkraft.
  • Inflation 3 Prozent, Tagesgeldzins 2,5 Prozent: Reale Rendite etwa minus 0,5 Prozent. Der Verlust ist kleiner, aber du verlierst immer noch ein wenig.
  • Inflation 2 Prozent, Tagesgeldzins 3 Prozent: Reale Rendite etwa plus 1 Prozent. Dein Vermögen wächst langsam, aber real.

Wenn du dir diese Logik einmal verinnerlicht hast, erkennst du schnell, dass die Zahl auf dem Kontoauszug allein wenig aussagt. Relevanter ist, was du dir davon heute und in einigen Jahren tatsächlich kaufen kannst.

Warum Tagesgeld trotz Inflation sinnvoll ist

Viele Sparer fragen sich, ob es überhaupt sinnvoll ist, Geld auf einem Tagesgeldkonto liegen zu lassen, wenn die Inflation höher als die Zinsen ist. Die Antwort hängt stark von deinem Ziel mit diesem Geld ab. Tagesgeld ist ein Werkzeug, und wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wofür du es nutzt.

Für kurzfristige Ziele und Rücklagen ist Tagesgeld sehr gut geeignet. Wenn du Geld innerhalb der nächsten Monate oder ein bis zwei Jahre brauchst, ist Sicherheit wichtiger als maximale Rendite. In dieser Zeitspanne ist das Risiko eines starken Wertverlusts an den Kapitalmärkten höher als der Inflationsschaden auf einem sicheren Konto. Für den Notgroschen ist Flexibilität entscheidend, und genau die bietet ein Tagesgeldkonto.

Schwierig wird es, wenn mittelfristige und langfristige Ziele ausschließlich über Tagesgeld angespart werden, etwa für die Altersvorsorge oder große Projekte in zehn oder zwanzig Jahren. Über solche Zeiträume wirkt Inflation massiv. Wer dann nur auf Tagesgeld setzt, verzichtet auf Chancen an den Kapitalmärkten und akzeptiert einen dauerhaften Kaufkraftverlust.

Die Rolle von Tagesgeld im finanziellen Sicherheitsnetz

Ein finanzielles Sicherheitsnetz besteht meist aus drei Bausteinen: einem Notgroschen, geplanten Ausgaben auf Sicht von ein bis zwei Jahren und mittelfristigen bis langfristigen Anlagezielen. Tagesgeld ist vor allem für die ersten beiden Bausteine ideal.

Anleitung
1Aktuellen Zinssatz deines Tagesgeldkontos prüfen.
2Aktuelle Inflationsrate recherchieren (z. B. in Nachrichten oder Wirtschaftsberichten).
3Grob die reale Rendite abschätzen (Zins minus Inflation).
4Für jeden größeren Geldbetrag überlegen, ob er Notgroschen, geplante Ausgabe oder langfristige Anlage ist.
5Anhand dieser Zuordnung entscheiden, ob das Geld weiter auf Tagesgeld bleiben oder anders angelegt werden sollte.

Für den Notgroschen, den du bei Jobverlust, Autoreparatur oder unerwarteten Rechnungen brauchst, spielt der Werterhalt im Sinne von „heute vs. nächstes Jahr“ eine geringere Rolle. Wichtiger ist, dass das Geld verfügbar ist und nicht starken Schwankungen unterliegt. Hier ist Tagesgeld deutlich passender als zum Beispiel eine reine Aktienanlage.

Für geplante Ausgaben in absehbarer Zeit – etwa Urlaube, anstehende größere Anschaffungen oder Steuernachzahlungen – gilt: Du willst vermeiden, dass ausgerechnet der Zeitpunkt, an dem du das Geld brauchst, mit einem Börsentief zusammenfällt. Tagesgeld bietet dir für solche Ziele Stabilität, auch wenn Inflation im Hintergrund nagt.

Wie du Tagesgeld und Inflation im Alltag bewertest

Um gute Entscheidungen treffen zu können, hilft ein einfacher, wiederkehrender Blick auf einige Kennzahlen. Es reicht, wenn du dir ein- bis zweimal im Jahr ein paar Minuten nimmst und die Situation prüfst.

Eine einfache sinnvolle Abfolge könnte so aussehen:

  1. Aktuellen Zinssatz deines Tagesgeldkontos prüfen.
  2. Aktuelle Inflationsrate recherchieren (z. B. in Nachrichten oder Wirtschaftsberichten).
  3. Grob die reale Rendite abschätzen (Zins minus Inflation).
  4. Für jeden größeren Geldbetrag überlegen, ob er Notgroschen, geplante Ausgabe oder langfristige Anlage ist.
  5. Anhand dieser Zuordnung entscheiden, ob das Geld weiter auf Tagesgeld bleiben oder anders angelegt werden sollte.

Wenn du diese Schritte regelmäßig wiederholst, gewöhnst du dir an, nicht nur auf absolute Beträge zu schauen, sondern auch auf deren Kaufkraft. Das sorgt dafür, dass Tagesgeld bewusst eingesetzt wird und nicht zur bequemen, aber teuren Standardlösung für alle Ziele wird.

Praxisbeispiele: So wirkt Inflation auf Tagesgeld in echten Lebenssituationen

Praxisbeispiel 1: Der klassische Notgroschen

Stell dir vor, du hast 8.000 Euro als Notreserve auf einem Tagesgeldkonto mit 2 Prozent Zins pro Jahr. Die Inflation liegt derzeit bei 4 Prozent. Nominell wächst dein Guthaben in einem Jahr um 160 Euro, also auf 8.160 Euro. Real verliert dein Geld jedoch etwa 2 Prozent Kaufkraft, weil die Preise stärker steigen als dein Guthaben.

Für den Notgroschen ist das in vielen Fällen trotzdem akzeptabel, weil du im Gegenzug maximale Flexibilität hast und nicht riskierst, im Moment einer unvorhergesehenen Ausgabe mit einem Kursrückgang an den Märkten konfrontiert zu sein. Das Ziel dieses Geldes ist nicht Rendite, sondern Sicherheit und schnelle Verfügbarkeit.

Praxisbeispiel 2: Rücklage für den Autokauf

Du planst, dir in drei Jahren ein Auto zu kaufen und legst dafür 15.000 Euro auf ein Tagesgeldkonto mit 2,5 Prozent Zins. Gehen wir von einer durchschnittlichen Inflation von 3 Prozent pro Jahr und moderaten Preissteigerungen bei Autos aus. Nach drei Jahren hast du nominell rund 16.150 Euro. Real bist du aber leicht im Minus, weil die Kaufkraft deines Geldes um etwa 0,5 Prozent pro Jahr sinkt.

Für ein Ziel in diesem Zeitrahmen kann Tagesgeld trotzdem Sinn ergeben, weil du Zeit und Betrag schon recht genau kennst und Kursrisiken an der Börse vermeiden willst. Gleichzeitig lohnt es sich, über Alternativen nachzudenken, etwa ob ein Teil des Geldes auf ein etwas besser verzinstes, aber immer noch relativ sicheres Produkt verteilt werden kann.

Praxisbeispiel 3: Altersvorsorge mit Tagesgeld

Angenommen, eine Person spart mit 35 Jahren jeden Monat 300 Euro auf ein Tagesgeldkonto, um damit die Rente aufzubessern. Angenommener Tagesgeldzins im Schnitt 1,5 Prozent, Inflation langfristig 2 Prozent. Über 30 Jahre kommt so eine große Summe zusammen, aber der reale Wert bleibt hinter den Möglichkeiten zurück.

In diesem Szenario bremst die langfristige Teuerung die Wirkung des Zinseszinses deutlich. Ein Teil des Geldes in renditestärkere Anlagen umzuschichten, zum Beispiel breit gestreute Wertpapiere mit höheren Ertragschancen, kann hier sinnvoll sein. Tagesgeld könnte in diesem Fall eher für kurzfristige Reserven genutzt werden, nicht als Hauptinstrument der Altersvorsorge.

Warum viele Sparer den Kaufkraftverlust unterschätzen

Ein großer Teil der Geldanleger achtet stark auf emotionale Sicherheit. Ein stabiler Kontostand fühlt sich beruhigend an, auch wenn er in der Realität an Wert verliert. Die Inflation ist unsichtbar und wirkt schleichend, weshalb sie im Alltag leicht verdrängt wird.

Hinzu kommt, dass Zinsen häufig als Erfolgssignal wahrgenommen werden: Wenn die Bank Zinsgutschriften verbucht, wirkt das positiv. Ohne Vergleich mit der Inflationsrate entsteht schnell der Eindruck, man habe alles im Griff. Dieser Denkfehler ist menschlich verständlich, kostet aber über Jahre eine Menge Kaufkraft.

Ein weiterer Punkt ist, dass viele Menschen schlechte Erfahrungen mit Kursschwankungen gemacht haben oder sich vor ihnen fürchten. Aus Sorge vor Verlusten wird dann alles auf Tagesgeld geparkt, auch Ziele, die Jahrzehnte in der Zukunft liegen. Wer sich aber bewusst macht, dass der Verzicht auf Renditechancen ebenfalls ein Risiko ist – nämlich das Risiko eines zu niedrigen Vermögens im Alter – kann sein Geld gezielter auf verschiedene Anlagen verteilen.

So findest du einen sinnvollen Tagesgeld-Anteil in deinem Vermögen

Ein hilfreicher Ansatz ist, dein Vermögen in Töpfe mit unterschiedlichen Zeithorizonten einzuteilen. Jeder Topf hat einen anderen Zweck und damit auch andere Anforderungen an Sicherheit, Rendite und Flexibilität.

Ein häufig genutzter Rahmen umfasst:

  • Topf 1: Notgroschen für echte Notfälle (zum Beispiel 3 bis 6 Monatsausgaben).
  • Topf 2: Geplante Ausgaben in den nächsten 1 bis 3 Jahren (Urlaub, größere Anschaffungen, Renovierungen).
  • Topf 3: Mittelfristige und langfristige Ziele (Altersvorsorge, Vermögensaufbau, finanzielle Unabhängigkeit).

Tagesgeld passt vor allem zu Topf 1 und 2. Für Topf 3 bieten sich in aller Regel andere Lösungen an, die langfristig höhere Ertragschancen haben. Welche das sind, hängt von deiner Risikobereitschaft, deinem Zeithorizont und deiner persönlichen Situation ab.

Typische Fehler im Umgang mit Tagesgeld und Inflation

Immer wieder tauchen ähnliche Muster auf, wenn Menschen ihr Geld auf Tagesgeldkonten parken und Inflationsrisiken ausblenden. Wer diese Stolpersteine kennt, kann sie leichter vermeiden.

Ein häufiger Fehler ist, viel zu hohe Beträge dauerhaft auf Tagesgeldkonten liegen zu lassen, aus Angst vor Schwankungen. Dadurch entsteht ein bequemes Gefühl von Sicherheit, das aber mit schleichender Entwertung bezahlt wird. Ein weiterer häufiger Irrtum ist die Annahme, dass Tagesgeld „risikofrei“ sei. Kursrisiken gibt es zwar nicht, aber Inflationsrisiken sind sehr real.

Manchmal wird auch jeder Zinsanstieg automatisch mit „jetzt lohnt sich Tagesgeld wieder“ gleichgesetzt. Ohne Blick auf die Inflationsrate kann diese Aussage jedoch in die Irre führen. Entscheidend bleibt immer der Vergleich: Zins im Verhältnis zur Teuerung.

Wie du dein Tagesgeld sinnvoll auf mehrere Ziele verteilst

Viele Menschen haben nur ein einziges Tagesgeldkonto, auf dem alles landet: Notgroschen, Urlaubsbudget, Geld für die Autoreparatur und vielleicht noch Rücklagen für Steuerzahlungen. Dadurch wird es unübersichtlich, welche Summen wirklich frei verfügbar und welche bereits verplant sind.

Mehr Klarheit entsteht, wenn du deine Guthaben geistig oder ganz praktisch aufteilst. Das kann bedeuten, verschiedene virtuelle Töpfe zu führen oder mehrere Konten einzurichten, sofern das dein Geldinstitut zulässt. So siehst du auf einen Blick, wie hoch dein echter Puffer ist und welche Beträge in naher Zukunft wieder abfließen.

Mit dieser Struktur fällt es leichter, den Anteil deines Vermögens zu erkennen, der langfristig nicht auf Tagesgeld gebunden sein muss. Dieser Anteil ist dann Kandidat für Anlagen, die besser gegen Inflation ankommen können.

Schrittweiser Übergang von Tagesgeld in renditestärkere Anlagen

Wer viel Geld auf Tagesgeldkonten hält und sich über den Kaufkraftverlust Sorgen macht, muss nicht alles auf einmal umschichten. Ein schrittweises Vorgehen führt oft zu mehr Gelassenheit und besseren Entscheidungen.

Ein mögliches Vorgehen kann so aussehen:

  1. Ermittle die Höhe deines Notgroschens und deiner geplanten Ausgaben der nächsten Jahre und belasse diese Beträge auf Tagesgeld.
  2. Bestimme den Restbetrag, der aktuell ohne festen Zweck auf Tagesgeld liegt.
  3. Lege eine Quote fest, zum Beispiel 20 bis 50 Prozent dieses Restbetrags, die du in den nächsten zwölf Monaten schrittweise umschichten willst.
  4. Teile diese Summe durch zwölf und investiere monatlich den entsprechenden Betrag in deine gewählte Anlageform.
  5. Überprüfe nach einem Jahr, wie sich deine Aufteilung anfühlt, und passe sie bei Bedarf an.

Dieser Ansatz verhindert, dass du wegen kurzfristiger Marktschwankungen aus dem Gleichgewicht gerätst und ermöglicht gleichzeitig, dass ein größerer Teil deines Vermögens langfristig bessere Chancen auf reale Wertsteigerung hat.

Wie Zinsänderungen die Attraktivität von Tagesgeld beeinflussen

Zinsen auf Tagesgeldkonten sind variabel und können sich relativ schnell ändern. Steigen die Leitzinsen der Zentralbanken, geben viele Banken einen Teil dieser Erhöhung an ihre Kunden weiter. In solchen Phasen wirkt Tagesgeld wieder attraktiver, weil die Verzinsung sichtbar steigt.

Sinken die Leitzinsen, fallen Tagesgeldzinsen in der Regel ebenfalls. Dann fällt der Vergleich mit der Inflation oft noch ungünstiger aus, zumal Preissteigerungen träge reagieren. In solchen Zeiten werden Inflationsrisiken besonders spürbar, da die reale Rendite schnell deutlich unter Null rutschen kann.

Für dich heißt das: Es lohnt sich, Zins- und Inflationsentwicklung im Blick zu behalten und nicht davon auszugehen, dass die aktuelle Lage dauerhaft so bleibt. Entscheidungen sollten nicht nur auf dem heutigen Zinssatz basieren, sondern auch darauf, wie flexibel du auf Veränderungen reagieren kannst.

Inflation, Steuern und Tagesgeld: der Dreifach-Blick

Wer den realen Ertrag seines Tagesgeldkontos versteht, sollte neben der Inflation auch Steuern berücksichtigen. Zinsen unterliegen in der Regel der Abgeltungsteuer, sofern sie nicht durch Freistellungsaufträge abgedeckt sind. Dadurch reduziert sich der Zins, der dir netto bleibt.

Ein Beispiel: Du erhältst 2,5 Prozent Zinsen, die Inflation liegt bei 3 Prozent. Nach Steuern bleiben dir vielleicht rund 1,8 Prozent übrig, je nach persönlicher Situation. Rechnet man die Teuerung hinzu, resultiert daraus eine noch negativere reale Rendite als bei der einfachen Rechnung ohne Steuern.

Je höher dein persönlicher Steuersatz auf Kapitalerträge ist, desto stärker schmälert dies die Wirkung von Tagesgeldzinsen. Gleichzeitig bleiben Sicherheit und Flexibilität als wichtige Vorteile bestehen. Wer alle drei Faktoren – Zins, Steuer und Inflation – in Kombination betrachtet, erhält ein realistisches Bild der tatsächlichen Ertragslage.

Häufige Fragen zu Tagesgeld, Inflation und Kaufkraft

Wie erkenne ich, ob mein Tagesgeld-Zins die Inflation schlägt?

Vergleiche den Zinssatz deines Tagesgeldkontos mit der offiziellen Inflationsrate, die meist als Jahreswert angegeben wird. Liegt der Zins nach Steuern über der Teuerungsrate, steigt deine Kaufkraft, liegt er darunter, verliert dein Geld real an Wert.

Wie oft sollte ich Zinsen und Inflation überprüfen?

Eine Überprüfung alle drei bis sechs Monate ist für die meisten Sparer auf meingeld24.de sinnvoll. Spätestens bei größeren wirtschaftlichen Veränderungen oder bei Anpassungen deines persönlichen Finanzplans lohnt sich ein zusätzlicher Blick auf die Zahlen.

Ist Tagesgeld trotz hoher Inflation noch sinnvoll?

Ja, weil Tagesgeld vor allem Sicherheit, Flexibilität und eine klare Liquiditätsreserve bietet. Auch wenn die reale Rendite zeitweise niedrig sein kann, schützt der sofortige Zugriff auf das Geld vor finanziellen Engpässen und vermeidet teure Notkredite.

Wie hoch sollte mein Notgroschen auf Tagesgeld sein?

Als grobe Orientierung gelten drei bis sechs Monatsausgaben als sinnvolle Spanne für die Notreserve auf einem Tagesgeldkonto. Wer selbstständig ist, variable Einnahmen hat oder größere finanzielle Verpflichtungen trägt, kann eher einen höheren Puffer wählen.

Ab wann lohnt sich der Wechsel zu einer anderen Bank mit höherem Tagesgeldzins?

Ein Wechsel lohnt sich meist, wenn der Zinsunterschied deutlich ist und du einen nennenswerten Betrag anlegst, etwa im fünfstelligen Bereich. Berücksichtige dabei auch, wie lange der Topzins garantiert wird und ob es sich nur um ein zeitlich befristetes Lockangebot handelt.

Wie wirkt sich die Steuer auf die reale Rendite meines Tagesgeldes aus?

Zinserträge aus Tagesgeld unterliegen der Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Entscheidend ist der Nettozins nach Steuern, denn nur dieser lässt sich sinnvoll mit der Inflationsrate vergleichen, um die tatsächliche Kaufkraftentwicklung zu beurteilen.

Welche Rolle spielt Tagesgeld im Vergleich zu ETF- oder Aktieninvestments?

Tagesgeld eignet sich vor allem für kurzfristige Ziele, den Notgroschen und Gelder, die du innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre sicher verfügbar haben möchtest. ETF- oder Aktieninvestments zielen eher auf langfristigen Vermögensaufbau ab, bei dem höhere Renditechancen mit stärkeren Kursschwankungen einhergehen.

Wie gehe ich mit Phasen um, in denen die Inflation deutlich über dem Tagesgeldzins liegt?

In solchen Phasen bleibt Tagesgeld als Liquiditätsreserve wichtig, sollte aber nicht deine einzige Anlageform sein. Ergänze es für mittel- und langfristige Ziele um renditestärkere Anlagen, die historisch bessere Chancen auf eine positive reale Rendite bieten.

Kann ich bei steigenden Zinsen einfach abwarten, bis mein Tagesgeld wieder mehr bringt?

Du kannst von steigenden Zinsen profitieren, weil viele Banken ihre Angebote anpassen, aber der Zeitpunkt und die Höhe bleiben unsicher. Parallel dazu kannst du schrittweise andere Anlageklassen nutzen, um nicht vollständig von der Zinsentwicklung abhängig zu sein.

Wie verteile ich mein Geld sinnvoll zwischen Tagesgeld und anderen Anlagen?

Starte mit einem stabilen Notgroschen auf Tagesgeld und decke zusätzlich geplante Ausgaben der nächsten Jahre mit sicheren oder schwankungsarmen Anlagen ab. Für Ziele in weiter Ferne, etwa über zehn Jahre, kannst du einen wachsenden Anteil in breit gestreute Wertpapiere investieren und so die Inflationswirkung besser abfedern.

Welche Risiken habe ich, wenn ich zu viel Geld dauerhaft auf Tagesgeld parke?

Das größte Risiko ist der schleichende Kaufkraftverlust, wenn der Zins langfristig unter der Teuerungsrate liegt. Zudem verpasst du mögliche Renditechancen anderer Anlageformen, die über längere Zeiträume einen deutlichen Vorsprung erzielen können.

Wie hilft mir ein Haushaltsplan dabei, Tagesgeld und Inflation im Griff zu behalten?

Ein strukturierter Haushaltsplan zeigt dir, welche Beträge du wirklich kurzfristig brauchst und welche du für längerfristige Ziele einsetzen kannst. So vermeidest du, dass zu viel Kapital zinsarm auf dem Tagesgeldkonto liegt, und kannst gezielt auf meingeld24.de nach passenden Alternativen für deinen Finanzplan suchen.

Fazit

Ein Tagesgeldkonto bleibt ein zentrales Instrument, um liquide und gleichzeitig vergleichsweise sicher zu bleiben, auch wenn die Teuerung an der Kaufkraft nagt. Entscheidend ist, dass du die Zinsen nach Steuern mit der Inflationsrate vergleichst und dein Tagesgeld bewusst als Baustein im Gesamtvermögen einsetzt. Wer einen soliden Notgroschen hält, klare Ziele definiert und ergänzend renditestärkere Anlagen nutzt, schützt seine finanzielle Basis und erhält seine Kaufkraft langfristig deutlich besser.


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