Gemeinschaftskonto trennen – was nach einer Trennung finanziell wichtig ist

Lesedauer: 15 Min
Aktualisiert: 16. April 2026 07:11

Nach einer Trennung solltest du das gemeinsame Konto zügig regeln, damit weder Geld verschwindet noch wichtige Zahlungen ausfallen. Wer rechtzeitig Vereinbarungen trifft, Lastschriften sortiert und Unterlagen sichert, verhindert teure Streitigkeiten und behält die Kontrolle über die eigenen Finanzen.

Entscheidend ist, dass ihr klärt, wie das Guthaben verteilt wird, wer offene Abbuchungen übernimmt und wie ihr mit Schulden, Dispo und gemeinsamen Verträgen umgeht. Je früher ihr strukturiert vorgeht, desto besser schützt du dein Geld und deine finanzielle Zukunft.

Was ein Gemeinschaftskonto ausmacht – und warum das im Trennungsfall so wichtig ist

Ein Gemeinschaftskonto ist meist als Oder-Konto angelegt: Beide Kontoinhaber dürfen unabhängig voneinander Geld abheben, Überweisungen tätigen und Daueraufträge einrichten. Das ist im Alltag praktisch, im Trennungsfall aber heikel, weil jede Seite theoretisch das gesamte Guthaben abräumen oder neue Verbindlichkeiten auslösen könnte.

In vielen Fällen wird das gemeinsame Konto als Haushaltskonto genutzt: Miete, Nebenkosten, Strom, Versicherungen, Einkäufe, vielleicht der Kindergartenbeitrag oder ein Kredit für die gemeinsame Einrichtung. All diese Zahlungen laufen erst einmal weiter, auch wenn die Beziehung endet. Wer hier nicht aufpasst, zahlt womöglich lange für Ausgaben, die mit dem eigenen Leben nach der Trennung wenig zu tun haben.

Wichtig ist außerdem die rechtliche Seite: Bei einem klassischen Oder-Konto haften beide Kontoinhaber gegenüber der Bank in der Regel gesamtschuldnerisch. Das bedeutet: Gerät das Konto durch Überziehungen oder Rücklastschriften ins Minus, kann die Bank sich den gesamten Betrag von jedem Einzelnen holen. Interne Absprachen ändern daran nichts, sie spielen nur bei einem möglichen Ausgleich zwischen euch beiden eine Rolle.

Erste Sofortmaßnahmen nach der Trennung

Im ersten Schritt geht es darum, Schäden zu vermeiden und einen klaren Überblick zu bekommen. Je emotionaler die Trennung ist, desto wichtiger ist ein sachlicher Umgang mit dem Geld. Wer früh handelt, hat später bessere Karten, wenn doch noch Streit aufkommt.

Eine sinnvolle Abfolge kann so aussehen:

  • Kontostand und Umsätze der letzten Monate prüfen und sichern.
  • Offene Zahlungen, Daueraufträge und Lastschriften identifizieren.
  • Mit dem Ex-Partner sprechen, ob das Konto vorerst ruhend gestellt oder begrenzt genutzt wird.
  • Eigene Zahlungsströme (Gehalt, Miete, Versicherungen) auf ein Einzelkonto umziehen.
  • Gemeinsame Vereinbarung zur Aufteilung des Guthabens und eventueller Schulden treffen.

Gerade in den ersten Tagen nach der Trennung solltest du die Kontoauszüge und Online-Banking-Umsätze sichern, etwa als PDF oder Ausdruck. Sie dienen als Nachweis, was vor der Trennung gemeinsam finanziert wurde, welche Einzahlungen von wem stammen und welche Ausgaben typischerweise vom Konto abgingen. Das kann später, etwa bei Unterhaltsfragen oder beim Vermögensausgleich, sehr hilfreich sein.

Wie ihr mit dem Guthaben auf dem Gemeinschaftskonto umgehen könnt

Oft steht als erstes die Frage im Raum, wem das Geld auf dem gemeinsamen Konto gehört. Rein rechtlich wird häufig vermutet, dass beiden das Guthaben jeweils zur Hälfte zusteht, wenn nichts anderes nachweisbar vereinbart wurde. Zugleich gilt aber: Wer nachweislich deutlich mehr eingezahlt hat, kann im Innenverhältnis einen Ausgleich verlangen.

In der Praxis vereinbaren viele Paare eine einfache Aufteilung, um die Sache abzuschließen. Typisch sind folgende Varianten:

  • Halbierung des Guthabens: Beide heben jeweils die Hälfte ab oder überweisen sie auf ihre Einzelkonten.
  • Ausgleich nach Einzahlungen: Wer mehr eingezahlt hat, erhält einen größeren Anteil des Guthabens.
  • Verrechnung mit Kosten: Ein Teil des Geldes bleibt auf dem Konto, um noch anstehende gemeinsame Ausgaben wie Kaution, letzte Mieten oder Nebenkosten zu decken.

Entscheidend ist, dass sich keiner brachial bedient, ohne mit dem anderen zu sprechen. Wenn eine Seite das Konto vollständig leerräumt, führt das häufig zu langwierigen Auseinandersetzungen. Selbst wenn ein Teil des Geldes einem eigentlich zusteht, wirkt so eine Aktion schnell unfair und erschwert jede vernünftige Lösung.

Was mit Lastschriften, Daueraufträgen und Rechnungen passieren sollte

Über das Gemeinschaftskonto laufen häufig viele regelmäßige Zahlungen. Bleibt das Konto in der Übergangszeit einfach unverändert, zahlen beide womöglich noch Monate lang für Verträge, die einer alleine nutzt, oder für eine gemeinsame Wohnung, aus der einer längst ausgezogen ist. Deshalb lohnt es sich, systematisch durchzugehen, was vom Konto abgeht.

Typische Positionen sind:

  • Miete und Nebenkosten für die bisherige gemeinsame Wohnung
  • Strom, Gas, Internet, Streaming-Abos
  • Versicherungen (Hausrat, Haftpflicht, Rechtsschutz, Kfz)
  • Beiträge für die Kinderbetreuung oder Vereinsmitgliedschaften
  • Ratenkredite oder Möbelfinanzierungen

Für jede Position solltet ihr klären, ob sie künftig noch gebraucht wird, wer sie weiter nutzt und von welchem Konto sie zukünftig bezahlt werden soll. Wenn eine Person in der bisherigen Wohnung bleibt, ist es sinnvoll, dass Miete und Energiekosten bald von deren Einzelkonto laufen. Wer das Auto behält, übernimmt die Kfz-Versicherung. Derjenige, der bestimmte Abos nutzt, stellt sie auf sein Konto um.

Bis diese Umstellungen bei den Anbietern angekommen sind, kann es sinnvoll sein, das gemeinsame Konto noch kurz als Durchlaufstelle zu nutzen, aber mit klarer Absprache: Welche Lastschriften laufen noch, bis wann, und wie wird das Konto in dieser Zeit geführt? So vermeidet ihr Mahngebühren oder Sperren, weil Zahlungen plötzlich ins Leere laufen.

Gemeinschaftskonto einfrieren, ändern oder auflösen?

Im Trennungsfall gibt es mehrere Wege, mit dem bestehenden Konto umzugehen. Je nach Umgangston zwischen euch und der finanziellen Verflechtung eignet sich eine andere Lösung.

Mögliche Varianten:

  • Weiterführung auf Zeit: Das Konto bleibt vorübergehend bestehen, um laufende gemeinsame Ausgaben abzuwickeln, etwa für Miete, Kinderkosten oder Kreditraten. Neue private Ausgaben sollen nicht mehr darüber laufen.
  • Umstellung auf Und-Konto: Das Konto wird so verändert, dass Auszahlungen nur noch mit den Unterschriften beider Kontoinhaber möglich sind. Das kann sinnvoll sein, wenn das Vertrauen gering ist und einseitige Verfügungen verhindert werden sollen.
  • Vollständige Auflösung: Nach Verteilung des Guthabens und Klärung aller Zahlungen wird das Konto geschlossen. Jeder führt anschließend nur noch eigene Konten.

Die Umstellung auf ein Und-Konto kann die Situation erst einmal beruhigen, weil niemand heimlich größere Beträge abheben kann. Gleichzeitig macht diese Variante die Abwicklung im Alltag etwas umständlicher, da für jede Zahlung beide zustimmen müssen. Hier kommt es stark darauf an, wie kooperativ ihr noch miteinander umgehen könnt.

Die endgültige Auflösung sollte erst erfolgen, wenn ihr sicher seid, dass keine wichtigen Zahlungen mehr offen sind und alle relevanten Anbieter eine neue Bankverbindung haben. Sonst drohen Rücklastschriften und Mahngebühren, die dann wieder zwischen euch beiden verteilt werden müssen.

Wer haftet für Schulden und Dispo auf dem Gemeinschaftskonto?

Ein häufiger Streitpunkt sind Schulden, die über das gemeinsame Konto laufen. Dazu gehören ein eingeräumter Dispokredit, geduldete Überziehungen oder Kreditraten, die vom Konto eingezogen werden. Nach außen, also gegenüber der Bank, haften in der Regel beide Kontoinhaber gemeinsam. Die Bank kann den gesamten Betrag von jedem Einzelnen verlangen, unabhängig davon, wer das Minus tatsächlich verursacht hat.

Im Innenverhältnis könnt ihr natürlich vereinbaren, wer welche Schulden trägt. Zum Beispiel: Die Person, die einen größeren Teil des Minus verursacht hat, übernimmt mehr Verantwortung für den Ausgleich. Solche Absprachen sollten idealerweise schriftlich festgehalten werden, auch wenn es nur eine unterschriebene Vereinbarung zwischen euch beiden ist. Im Streitfall lässt sich damit später besser argumentieren.

Sinnvoll kann es sein, die Verbindlichkeiten klar aufzulisten:

  • Aktueller Dispo-Stand und etwaige geduldete Überziehungsbeträge
  • Laufende Ratenkredite, die vom Konto abgebucht werden
  • Offene Rücklastschriften oder Mahnungen, die auf das Konto bezogen sind

Wenn ihr das Konto schließen wollt, aber noch ein Minus besteht, müsst ihr entweder gemeinsam für einen Ausgleich sorgen oder mit der Bank eine Umstellung vereinbaren, etwa auf einen separaten Kredit. Lassen sich beide Seiten mit der Bank nicht einigen oder kann eine Partei ihren Anteil nicht stemmen, wird die Sache schnell komplex. In solchen Fällen lohnt sich häufig eine rechtliche Beratung, bevor eigenmächtig gehandelt wird.

Wie sich Gehalt, Unterhalt und staatliche Leistungen trennen lassen

Viele Paare lassen Gehalt und andere Einnahmen zunächst auf das gemeinsame Konto laufen. Nach einer Trennung führt das zu einem Problem: Einkommen und Ausgaben sind vermischt, und jeder hat permanent Zugriff auf das Geld des anderen. Das solltest du möglichst schnell ändern.

Eine pragmatische Reihenfolge:

  • Eigenes Gehaltskonto festlegen oder neu eröffnen (falls nicht vorhanden).
  • Arbeitgeber informieren und die neue Bankverbindung mitteilen.
  • Kindergeld, Elterngeld oder andere Leistungen auf das Konto der Person umstellen, die sie verwalten soll.
  • Unterhaltszahlungen von Anfang an getrennt über Einzelkonten abwickeln.

Unterhaltsleistungen – egal ob Kindesunterhalt oder Trennungs- und nachehelicher Unterhalt – sollten klar getrennt von einem gemeinsamen Konto laufen. Das schafft Nachvollziehbarkeit und verhindert späteren Streit darüber, wer wann wie viel gezahlt hat. Idealerweise wird der Unterhalt vom Konto des Zahlenden direkt auf das Konto des Empfangenden überwiesen, mit eindeutigem Verwendungszweck.

Wer staatliche Leistungen erhält, etwa Kinderzuschlag oder Wohngeld, sollte prüfen, ob und wie sich die Anspruchsgrundlage durch die Trennung ändert. Hier spielen Haushaltssituation, Einkommen und Wohnkosten eine Rolle. Auch diese Zahlungen sollten nicht dauerhaft auf ein Konto laufen, über das beide gleichberechtigt verfügen.

Gemeinsame Finanzverträge rund um das Konto

Ein gemeinsames Konto hängt häufig an einem ganzen Geflecht von weiteren Verträgen. Dazu können Depots, Tagesgeldkonten, Bausparverträge, Versicherungen oder Sparpläne gehören, die ebenfalls auf beide Namen laufen oder von dort bespart werden. Wer in der Trennungssituation nur auf das Girokonto schaut, übersieht leicht Werte oder Risiken.

Typische Beispiele sind:

  • Gemeinsame Sparpläne für Kinder oder größere Anschaffungen
  • Depots, in denen gemeinsam investiert wurde
  • Bausparverträge, an denen beide beteiligt sind
  • Lebens- oder Rentenversicherungen mit Einzug vom gemeinsamen Konto

Hier stellt sich jeweils die Frage, ob der Vertrag weitergeführt, geteilt, beitragsfrei gestellt oder gekündigt werden soll. Wichtig ist außerdem, wer künftig die Beiträge zahlt und wem die späteren Leistungen zustehen. Im Zweifel stehen in den Vertragsunterlagen, wer Versicherungsnehmer, Beitragszahler und begünstigte Person ist. Das ist nicht immer identisch.

Gerade bei langfristigen Anlageformen, etwa einem Wertpapierdepot oder Bausparverträgen, kann eine vorschnelle Kündigung teuer werden. Gebühren, Kursverluste oder Verlust von Bonuszinsen können erheblich sein. Manchmal ist es sinnvoller, den Vertrag gemeinsam mit klarer Quote weiterlaufen zu lassen oder sauber zu übertragen, statt alles sofort aufzulösen.

Typische Konflikte und wie du sie entschärfen kannst

Rund um Geld kochen in Trennungssituationen die Emotionen schnell hoch. Typische Konflikte betreffen einseitige Verfügungen, das Ausnutzen des Dispo-Rahmens oder die Weigerung, notwendige Änderungen bei Verträgen zu akzeptieren. Wer in dieser Phase allein aus dem Bauch heraus handelt, verschlechtert oft seine eigene Position.

Ein häufiger Fehler ist es, das Konto aus Angst vor Verlust komplett leerzuräumen. Auch wenn sich manche damit vermeintlich schützen wollen, wirkt dieser Schritt extrem aggressiv und führt meist zu Gegenreaktionen: Sperrungen, Anwaltsschreiben, Gegenvorwürfe. Am Ende drohen dann doch Ausgleichszahlungen oder gerichtliche Auseinandersetzungen, die Geld und Nerven kosten.

Hilfreich ist ein nüchterner Blick: Welche Zahlungen sind wirklich dringend? Welche Verträge solltest du zügig umstellen, um finanziell unabhängig zu werden? Wo ist eine Übergangslösung sinnvoll, etwa für Kinderkosten oder gemeinsame Kredite, bis rechtlich alles geklärt ist? Wer sich auf diese Punkte konzentriert, kommt meist besser durch die erste Zeit nach der Trennung.

Wenn Kinder im Spiel sind: Konten und Zahlungen fair regeln

Wird über das Gemeinschaftskonto auch Geld für Kinder abgewickelt, etwa Kleidung, Klassenfahrten oder Hobbys, braucht ihr ein neues System. Nach der Trennung hängen Kinderkosten meist an einer Mischung aus Unterhalt, eigenem Engagement und Alltagsabsprachen. Ein gemeinsames Konto ist dafür selten dauerhaft geeignet.

Viele getrennte Eltern lösen das so, dass Unterhalt und Kindergeld jeweils auf das Konto der betreuenden Person fließen. Größere Sonderausgaben, zum Beispiel Klassenfahrten oder Brillen, werden individuell abgesprochen und direkt zwischen Einzelkonten ausgeglichen. In manchen Fällen legen Eltern ein kleines gemeinsames Kinderkonto an, auf das beide regelmäßig einen festen Betrag überweisen, um damit typische laufende Kosten zu decken.

Wichtig ist, dass ihr transparent bleibt: Wer zahlt was, und wie hoch sind die regelmäßigen Ausgaben tatsächlich? Ein gemeinsamer Blick auf die bisherigen Zahlungen vom Konto kann helfen, ein realistisches Bild zu gewinnen. Daraus lassen sich dann Beträge ableiten, die künftig jeder übernimmt, ohne dass Emotionen die Zahlen verzerren.

Trennung in der Ehe, Trennung in Lebensgemeinschaften: Was sich beim Konto unterscheidet

Ob ihr verheiratet wart oder in einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft zusammengelebt habt, macht rechtlich einen Unterschied – auch beim Umgang mit Geld und Konten. Das gemeinsame Konto selbst funktioniert zwar ähnlich, aber der Rahmen für Vermögensausgleich und Unterhalt ist ein anderer.

Bei Ehepaaren können Zugewinnausgleich, Trennungsunterhalt und später nachehelicher Unterhalt eine Rolle spielen. Hier wird das gesamte Vermögen betrachtet, nicht nur das Guthaben auf einem einzelnen Konto. Kontoauszüge sind in solchen Verfahren häufig wichtige Belege, um Einzahlungen, Entnahmen, Schenkungen oder größere Anschaffungen nachzuweisen.

Bei unverheirateten Paaren gibt es diese gesetzlichen Ausgleichsmechanismen in der Regel nicht. Hier kommt es stärker darauf an, was ihr vereinbart habt oder nachweisen könnt. Wer große Beträge auf das gemeinsame Konto eingezahlt hat, kann zwar grundsätzlich Erstattung verlangen, muss das aber auch belegen können. Umso wichtiger ist eine saubere Dokumentation, bevor das Konto aufgelöst wird.

Warum eine finanzielle Bestandsaufnahme so wertvoll ist

Die Trennung eines gemeinsamen Kontos ist nur ein Baustein in einer umfassenderen Neuordnung deiner Finanzen. Bevor du Entscheidungen triffst, lohnt sich eine Bestandsaufnahme: Welche Konten, Verträge, Kredite und Vermögenswerte gibt es überhaupt, und wie hängen sie zusammen? Viele merken erst jetzt, wie stark alles über das gemeinsame Konto verknüpft war.

Zu einer sinnvollen Übersicht gehören typischerweise:

  • Alle Girokonten und Tagesgeldkonten, jeweils mit Kontoinhabern und aktuellem Stand
  • Sparbücher, Depots, Bausparverträge, Beteiligungen
  • Ratenkredite, Immobilienfinanzierungen, Dispo-Rahmen
  • Versicherungen mit laufenden Beiträgen (z. B. Haftpflicht, Hausrat, Kfz, Berufsunfähigkeit)
  • Regelmäßige Einnahmen und Ausgaben, die bisher über das gemeinsame Konto liefen

Mit dieser Übersicht kannst du besser planen, wie du deine finanzielle Zukunft unabhängig strukturierst. Dazu gehört eine tragfähige Kontenstruktur, aber auch ein realistisches Budget, das deine neue Lebenssituation abbildet. Wer diese Phase bewusst nutzt, schafft oft die Grundlage dafür, finanziell stabil und selbstbestimmt in den nächsten Abschnitt des Lebens zu starten.

Häufige Fragen zur Trennung eines Gemeinschaftskontos

Wie schnell sollte ich nach der Trennung beim Gemeinschaftskonto handeln?

Du solltest dich möglichst rasch mit deinem Ex-Partner oder deiner Ex-Partnerin und der Bank abstimmen, sobald die Trennung feststeht. Je schneller ihr gemeinsame Zahlungsströme sortiert, desto geringer ist das Risiko von finanziellen Missverständnissen, Rücklastschriften oder ungewollten Überziehungen.

Darf mein Ex-Partner einfach das ganze Guthaben abheben?

Bei einem klassischen Oder-Konto kann technisch betrachtet jede Partei alleine über das Guthaben verfügen, rechtlich gelten aber Ausgleichsansprüche. Wenn eine Seite das Konto leer räumt, kann die andere im Nachgang ihren Anteil einfordern, was häufig nur über anwaltliche Hilfe oder ein gerichtliches Verfahren möglich ist.

Was kann ich tun, wenn wir uns über die Aufteilung des Guthabens nicht einigen?

Falls Gespräche feststecken, helfen Vermittlung über eine neutrale Stelle wie eine Beratungsstelle, Mediation oder rechtlicher Beistand. Wichtig ist, sämtliche Kontoauszüge zu sichern, um nachweisen zu können, wer welche Einzahlungen geleistet und wofür das Geld genutzt hat.

Ist ein Gemeinschaftskonto nach der Trennung automatisch ungültig?

Eine Trennung beendet den Kontovertrag nicht automatisch, sondern nur eine gemeinsame Kündigung oder eine entsprechende Änderung bei der Bank. Solange der Vertrag weiterläuft, bleiben alle vertraglichen Rechte und Pflichten bestehen, einschließlich der Haftung für Dispo und Verbindlichkeiten.

Sollte ich ein neues Einzelkonto eröffnen, obwohl das Gemeinschaftskonto noch läuft?

Ein eigenes Girokonto verschafft dir schnell wieder finanzielle Handlungsfreiheit und Übersicht über deine persönlichen Ein- und Ausgaben. Parallel könnt ihr das bisherige gemeinsame Konto geordnet abwickeln und nach und nach alle Zahlungsströme auf eure jeweiligen Einzelkonten umleiten.

Wer haftet bei Minus auf dem Gemeinschaftskonto nach der Trennung?

Bei einem Oder-Konto haften in der Regel beide Kontoinhaber gesamtschuldnerisch für den Dispo, unabhängig davon, wer ihn hauptsächlich genutzt hat. Im Innenverhältnis könnt ihr eine fairere Aufteilung vereinbaren, die Bank interessiert sich jedoch nur dafür, dass der Gesamtbetrag ausgeglichen wird.

Wie gehe ich mit gemeinsamen Rücklagen und Sparzielen um?

Gemeinsame Rücklagen auf Tagesgeld, Festgeld oder Unterkonten sollten sauber dokumentiert und im Licht eurer ursprünglichen Absprachen betrachtet werden. Häufig ist eine hälftige Teilung naheliegend, bei sehr ungleichen Einzahlungen kann jedoch eine an den Beiträgen orientierte Aufteilung sinnvoller sein.

Was passiert mit dem Gemeinschaftskonto, wenn wir verheiratet waren?

Bei Ehepaaren spielt zusätzlich das Güterrecht eine Rolle, etwa Zugewinnausgleich und Vermögensbilanz zum Stichtag der Trennung. Das Konto selbst bleibt aber ein normales Bankprodukt, für das dieselben vertraglichen Regelungen gelten wie bei unverheirateten Paaren.

Wie sichere ich mich ab, wenn noch hohe Lastschriften über das Konto laufen?

Vor einer endgültigen Auflösung solltet ihr alle relevanten Abbuchungen identifizieren und entscheiden, wer welche Verträge künftig übernimmt. Danach können die jeweiligen Vertragspartner informiert und die Lastschriften auf eure neuen Einzelkonten umgestellt werden, um Zahlungslücken zu vermeiden.

Brauche ich einen Anwalt, um ein Gemeinschaftskonto nach der Trennung zu beenden?

Viele Paare schaffen die Abwicklung mit klaren Absprachen und Unterstützung der Bank ohne anwaltliche Hilfe. Ein Anwalt wird vor allem dann wichtig, wenn größere Vermögenswerte, Schulden oder starke Konflikte im Spiel sind und du deine Rechte rechtssicher klären möchtest.

Wie behalte ich während des Kontowechsels den Überblick über meine Finanzen?

Hilfreich ist eine einfache Übersicht mit allen Einnahmen, Fixkosten, Sparraten und Schulden, getrennt nach bisherigem Gemeinschaftskonto und neuen Einzelkonten. Nutze Kontoauszüge, Banking-Apps oder eine Tabelle, um genau zu sehen, welche Zahlungen bereits umgestellt sind und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Können wir das Gemeinschaftskonto in ein Einzelkonto umwandeln?

Viele Banken erlauben eine Umwandlung, wenn sich beide Inhaber einig sind und eine Person allein weiterführen möchte. Dabei prüft die Bank Bonität und Haftung neu, und es sollte zuvor geklärt werden, wie Guthaben, Dispo und laufende Zahlungen zwischen euch aufgeteilt werden.

Fazit

Wer ein gemeinsames Konto im Trennungsfall sauber regelt, schützt nicht nur sein Geld, sondern auch die eigene Planbarkeit für die nächsten Monate und Jahre. Eine klare Struktur aus Sofortmaßnahmen, fairer Aufteilung und gut dokumentierten Absprachen reduziert Streit und unnötige Kosten. Nutze die Gelegenheit, deine eigenen Finanzen neu zu ordnen und dich so auf ein stabiles, selbstbestimmtes Geldleben nach der Trennung auszurichten.

Checkliste
  • Kontostand und Umsätze der letzten Monate prüfen und sichern.
  • Offene Zahlungen, Daueraufträge und Lastschriften identifizieren.
  • Mit dem Ex-Partner sprechen, ob das Konto vorerst ruhend gestellt oder begrenzt genutzt wird.
  • Eigene Zahlungsströme (Gehalt, Miete, Versicherungen) auf ein Einzelkonto umziehen.
  • Gemeinsame Vereinbarung zur Aufteilung des Guthabens und eventueller Schulden treffen.


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