Minijob oder Midijob – was finanziell oft die bessere Wahl ist

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 22. April 2026 18:01

Die Entscheidung zwischen einem Minijob und einem Midijob kann entscheidend sein, wenn es darum geht, wie viel Geld am Ende des Monats übrig bleibt. Beide Beschäftigungsarten haben ihre Vorzüge, doch die finanzielle Auswirkung kann stark variieren.

Unterschiede zwischen Minijob und Midijob

Ein Minijob bietet eine Verdienstgrenze von 520 Euro pro Monat und ist sozialversicherungsfrei, was bedeutet, dass der Arbeitgeber einen pauschalen Beitrag zur Sozialversicherung zahlt. Im Gegensatz dazu kann ein Midijob zwischen 520,01 Euro und 1.600 Euro liegen. Hierbei können Arbeitnehmer von besonders niedrigen Sozialabgaben profitieren.

Finanzielle Vorteile eines Minijobs

Ein Minijob ist vor allem bei Studierenden beliebt, da er viele Freiheiten in der Gestaltung der Arbeitsstunden bietet. Arbeitnehmer dürfen bis zu 520 Euro verdienen, ohne dass dies Auswirkungen auf andere Sozialleistungen hat. Dies macht Minijobs zu einer attraktiven Möglichkeit, etwas dazuverdienen zu können, während man sich gleichzeitig auf das Studium oder andere Verpflichtungen konzentrieren kann.

Finanzielle Vorteile eines Midijobs

Der Midijob bietet den Vorteil, dass Arbeitnehmer mehr als das Doppelte eines Minijobs verdienen können, was eine spürbare Aufstockung des Einkommens ermöglicht. Außerdem können Midijobber nach einem flexibleren Modell arbeiten und genießen zugleich bestimmte Sozialversicherungsrechte, die Minijobber nicht haben. Diese beinhalten beispielsweise Ansprüche auf Kranken- und Rentenversicherung.

Beispielhafte Berechnungen

Nehmen wir an, jemand arbeitet als Minijobber und erzielt 520 Euro monatlich. Die Einkommenssteuer fällt nicht an, aber der Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf Leistungen aus der Renten- oder Arbeitslosenversicherung. Im Vergleich dazu könnte ein Midijobber inklusive aller Abzüge mit einem Gehalt von 1.000 Euro und günstigen Sozialabgaben rechnen. Die Verarbeitung dieser Steuerinformationen und Abzüge kann etwas komplex sein, jedoch führt das gegebenenfalls zu einem höheren Nettolohn.

Entscheidungshilfen: Minijob oder Midijob?

Die Wahl zwischen einem Minijob und einem Midijob hängt von verschiedenen Faktoren ab. Überlege dir die folgenden Aspekte:

  • Wie viel möchtest du verdienen?
  • Wie viel Zeit kannst du investieren?
  • Bist du auf zusätzliche soziale Absicherung angewiesen?

Wenn du einen zeitlich flexiblen Job suchst und keine hohen Ansprüche an Sozialleistungen hast, könnte ein Minijob interessant sein. Hältst du jedoch an einer langfristigen finanziellen Planung und einem höheren Verdienst fest, ist ein Midijob möglicherweise der bessere Weg.

Typische Missverständnisse

Eines der häufigsten Missverständnisse über Minijobs ist die Annahme, dass sie immer steuerfrei sind. Das ist nicht der Fall, wenn zusätzliche Einkünfte aus anderen Quellen vorliegen. Zudem denken viele, dass Midijobs viel komplizierter zu handhaben sind. Tatsächlich sind die Abgaben für einen Midijob oft gering, wenn du die entsprechenden Freibeträge einhältst.

Praxisbeispiel: Die Erfahrungen von Anna und Peter

Anna ist Studentin und hat sich für einen Minijob entschieden. Mit den 520 Euro kommt sie gut über die Runden, hat jedoch keine Rücklagen für die Zukunft. Peter, der als Midijobber 1.200 Euro monatlich verdient, kann nicht nur seine Miete problemlos zahlen, sondern auch für seine spätere Altersvorsorge beitragen.

Beide Wege haben ihre Vor- und Nachteile, entscheidend ist, welche Perspektiven du in deiner aktuellen Lebenssituation siehst und was dir wichtig ist. Achte darauf, die Vorzüge der beiden Beschäftigungsverhältnisse abzuwägen, um die beste finanzielle Entscheidung zu treffen.

Minijob oder Midijob im Kontext der Lebensplanung

Die Entscheidung zwischen geringfügiger Beschäftigung und Tätigkeit im Übergangsbereich wirkt auf den ersten Blick wie eine rein kurzfristige Frage des Nettoeinkommens. In der Praxis hängt sie jedoch stark davon ab, wie du dir deine nächsten Jahre finanziell vorstellst. Wer nur eine temporäre Phase überbrücken möchte, etwa zwischen zwei Vollzeitstellen oder während eines zeitlich begrenzten Studiums, gewichtet den jetzigen Nettoverdienst oft höher als spätere Rentenpunkte. Wer dagegen langfristig ein stabiles Fundament für die eigene Altersvorsorge aufbauen möchte, wird stärker auf die Höhe der Sozialversicherungsbeiträge achten und eher zu einem Job im Midibereich tendieren, weil hier trotz reduzierter Abgaben schon substanziell in die gesetzliche Rente eingezahlt wird.

Auch familiäre Ziele spielen eine Rolle. Wer etwa plant, in ein bis zwei Jahren eine Immobilie zu kaufen, schaut genauer darauf, wie das Einkommen gegenüber Banken wirkt. Ein Einkommen, das im Übergangsbereich abgerechnet wird, taucht meist vollständiger in Gehaltsnachweisen auf und kann damit die Chancen auf eine Finanzierungszusage erhöhen. Eine rein geringfügige Beschäftigung wird bei Kreditprüfungen hingegen eher als Nebeneinkommen bewertet, das die Bonität kaum verbessert. Auf der anderen Seite lässt sich mit einem Minijob leichter testen, wie sich zusätzliche Arbeitsstunden auf den Alltag auswirken, bevor man sich für eine höhere Stundenzahl und damit mehr Verantwortung im Job entscheidet.

Ein weiterer Aspekt ist die persönliche Risikobereitschaft. Wer grundsätzlich bereit ist, bewusst auf einen Teil künftiger Ansprüche aus der Sozialversicherung zu verzichten, um heute mehr Liquidität für Investitionen in Aktien, ETFs oder ein eigenes Business zu haben, nutzt die Vorteile im Niedriglohnbereich anders als jemand, der sich stark auf die gesetzliche Absicherung verlässt. Hier gibt es keinen generellen Königsweg. Entscheidend ist, ob du das frei werdende Geld wirklich nutzt, um Vermögen aufzubauen, oder ob es im Alltag einfach versickert.

Lebensphasen und passende Jobmodelle

Je nach Lebensphase passt ein anderer Mix besser zu deinen finanziellen Zielen. Während des Studiums kann ein Minijob ideal sein, weil er genug Flexibilität bietet und die Freibeträge in der Familienversicherung oder beim BAföG leichter einhaltbar bleiben. In dieser Phase können selbst kleine Überschüsse gezielt in breit gestreute Indexfonds fließen und so den Zinseszinseffekt über Jahrzehnte nutzen. Wer bereits einige Jahre Berufserfahrung hat und weiß, in welcher Branche er langfristig bleiben möchte, profitiert häufig stärker von einem Midijob, weil dieser den späteren Verdienst und die Altersrente systematischer absichert und gleichzeitig Spielraum für parallele Spar- oder Investitionspläne lässt.

Steht dagegen ein beruflicher Neustart an oder planst du eine Selbstständigkeit, kann ein Midijob als finanzielles Sicherheitsnetz dienen, während du dein eigenes Projekt aufbaust. Deine Basiskosten werden gedeckt, du sammelst weiter Rentenansprüche und bleibst krankenversichert, während du parallel ein skalierbares Einkommen mit eigenem Business oder Kapitalanlagen anvisierst. In dieser Situation schafft das Modell im Übergangsbereich oft mehr Planungssicherheit als ein schwankendes Einkommen aus freiberuflicher Tätigkeit ohne Absicherung.

Minijob, Midijob und Steuern: Gestaltungsspielräume nutzen

Aus steuerlicher Sicht unterscheiden sich beide Modelle deutlich. Bei vielen geringfügigen Beschäftigungen führt der Arbeitgeber pauschale Abgaben ab, die für dich keine zusätzliche Steuererklärung erfordern. Dein Lohn bleibt bis zur gesetzlichen Grenze üblicherweise frei von Einkommensteuer, solange du nicht noch weitere steuerpflichtige Einnahmen erzielst. Dieser Vorteil macht solche Jobs besonders attraktiv für Personen, die bereits eine Hauptbeschäftigung haben und sich mit einem zusätzlichen Einkommen finanziellen Spielraum für Sparraten oder kleinere Investitionen schaffen möchten.

Beim Midijob läuft die Abrechnung über eine reguläre Lohnsteuerklasse. Die gezahlte Lohnsteuer kannst du meist im Rahmen der Einkommensteuererklärung teilweise oder vollständig zurückholen, wenn dein Jahreseinkommen insgesamt nicht allzu hoch ist. Für Personen mit nur einem Midijob und ohne weitere steuerpflichtige Einkünfte bedeutet das oft: Ein Teil der im Laufe des Jahres einbehaltenen Steuer wandert nach Abgabe der Steuererklärung wieder auf das eigene Konto. Wer hier sauber dokumentiert, kann Rückerstattungen gezielt als Einmalbetrag für den Vermögensaufbau nutzen, etwa als jährliche Einlage ins Depot oder zur Sondertilgung eines Kredits.

Hinzu kommt, dass sich beide Modelle gut mit Freibeträgen kombinieren lassen. Wer etwa Werbungskosten, Versicherungsbeiträge oder Ausgaben für Fortbildungen steuerlich geltend macht, kann die Steuerlast aus einem Midijob weiter senken. Gleichzeitig sollte man im Blick behalten, dass mehrere Jobs zusammen das zu versteuernde Einkommen erhöhen und damit bestimmte staatliche Leistungen beeinflussen können. Es lohnt sich, den gesamten steuerlichen Rahmen zu betrachten, anstatt nur auf die Abrechnung eines einzelnen Arbeitsverhältnisses zu schauen.

Strategien zur optimalen Steuerverteilung

Wer ohnehin eine Steuererklärung abgibt, kann sich gezielt Gedanken über die Verteilung von Einkommen aus Minijob, Midijob und Haupttätigkeit machen. In manchen Konstellationen sorgt ein zusätzlicher Minijob dafür, dass ein Teil der Steuerprogression auf dem Haupteinkommen weniger stark ins Gewicht fällt, weil die Stunden im Nebenjob bereits pauschal besteuert werden. In anderen Fällen ist es steuerlich sinnvoller, einen bestehenden Minijob in einen Midijob umzuwandeln, wenn dadurch beispielsweise Reisekosten oder Fachliteratur als Werbungskosten stärker ins Gewicht fallen und zu einer Erstattung führen.

Praktisch kann eine einfache Jahresplanung helfen: Liste alle erwarteten Einkünfte aus Beschäftigungen, selbstständiger Tätigkeit und Kapitalerträgen auf und prüfe, in welchem Bereich du Freibeträge noch nicht ausschöpfst. Ein Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte kann sich lohnen, wenn du hohe beruflich veranlasste Kosten hast und diese sicher eintreten werden. Das verschafft dir Monat für Monat mehr Netto, anstatt auf eine Erstattung im Folgejahr zu warten, und eröffnet zusätzliche Spielräume für Sparraten oder eine regelmäßige ETF-Sparplanausführung.

Auswirkungen auf Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit

Die Wahl der Beschäftigungsform beeinflusst nicht nur Gehaltsabrechnungen, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der du Vermögen aufbauen kannst. Ein Minijob liefert oft einen stabilen Betrag, der sich direkt als Sparrate nutzen lässt, ohne dass Sozialabgaben den Betrag schmälern. Legst du diesen regelmäßigen Überschuss konsequent in breit gestreute Wertpapiere wie globale Indexfonds oder solide Dividendenwerte an, entsteht über die Jahre ein beachtlicher Kapitalstock. Der psychologische Vorteil: Du spürst nicht das Gefühl, viel zu arbeiten, um Abgaben zu finanzieren, sondern nimmst deinen Nebenjob bewusst als Hebel für dein Depot wahr.

Bei einem Job im Übergangsbereich ist das Bild gemischter. Ein Teil des Geldes fließt in die Sozialversicherung, was nicht unmittelbar im Depot sichtbar wird, langfristig aber in Form von Rentenansprüchen wieder auftaucht. Wer hier bewusst plant, nutzt beide Säulen: gesetzliche Absicherung plus privaten Kapitalaufbau. Zwar fällt die monatliche Sparrate bei gleichem Bruttolohn etwas geringer aus als bei einer geringfügigen Beschäftigung, dafür steigt dein künftiger Rentenanspruch und senkt eventuell den Druck, im Alter hohe Entnahmen aus deinem Kapitalvermögen vorzunehmen.

Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet nicht zwangsläufig, nie wieder arbeiten zu müssen. Viele verstehen darunter vielmehr die Freiheit, nur noch Projekte anzunehmen, die wirklich interessieren, ohne existenziellen Druck. In dieser Logik kann ein Midijob, bei dem du bereits ausreichend Rentenpunkte sammelst, ein Baustein sein, der den notwendigen Kapitalbedarf für ein späteres Teilzeitleben reduziert. Je höher deine gesetzliche oder betriebliche Rente ausfällt, desto weniger musst du über Wertpapiere oder Immobilien ansparen, um deine Zielausgaben im Alter zu decken.

Automatisierung der Sparraten aus Nebenjobs

Unabhängig davon, für welche Jobform du dich entscheidest, hängt der Vermögensaufbau wesentlich davon ab, wie diszipliniert du deine Überschüsse investierst. Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode besteht darin, Sparraten direkt am Tag des Gehaltseingangs automatisiert auf ein separates Verrechnungskonto zu übertragen, das mit deinem Depot oder Tagesgeldkonto verknüpft ist. So wird das Geld für Sparziele abgezweigt, bevor es im Alltag ausgegeben werden kann. Dieses Prinzip funktioniert besonders gut bei Nebenjobs, weil das Einkommen mental schnell als Zusatz gesehen wird, das leichter komplett investiert werden kann.

Wer aus einem Minijob jeden Monat eine feste Summe in einen ETF-Sparplan fließen lässt, baut damit eine Gewohnheit auf, die beim späteren Übergang in eine besser bezahlte Tätigkeit kaum noch hinterfragt wird. Aus einem Midijob lässt sich ein ähnlicher Effekt erzeugen, indem du dir zum Beispiel vornimmst, jede Gehaltserhöhung oder jede Erhöhung der Stundenanzahl zu 50 Prozent in deine Sparquote zu überführen. Langfristig summieren sich diese kleinen Schritte zu beachtlichen Beträgen, insbesondere wenn sie breit gestreut und kostengünstig investiert werden.

Planung, Verhandlung und Wechsel zwischen Minijob und Midijob

Neben der reinen Rechenarbeit lohnt sich ein strategischer Blick auf Vertragsgestaltung und mögliche Wechsel. Viele Arbeitgeber sind bereit, über Stundenumfang, Lohnhöhe und Modell zu sprechen, wenn klar wird, dass du langfristig bleiben möchtest. Ein Wechsel von einem Minijob in einen Job im Übergangsbereich kann im Rahmen eines jährlichen Mitarbeitergesprächs vereinbart werden, sobald sich dein Bedarf an Einkommen oder Absicherung ändert. Umgekehrt kann eine Reduktion in den Bereich der geringfügigen Beschäftigung sinnvoll sein, wenn du zeitweise mehr Freiraum für Weiterbildung, Pflege von Angehörigen oder eigene Projekte benötigst.

Wer selbst die Initiative ergreift und mit einer klaren Vorstellung in ein Gespräch geht, erhöht die Chance auf eine Lösung, die zu den eigenen finanziellen Zielen passt. Es hilft, vorab unterschiedliche Szenarien durchzurechnen: Wie entwickelt sich dein Nettolohn bei einer bestimmten Stundenzahl? Welche Beiträge fließen an Renten- und Krankenversicherung? Und wie viel bleibt dir monatlich realistisch, um Schulden abzubauen, Rücklagen zu bilden oder in Wertpapiere zu investieren? Mit solchen Zahlen im Rücken kannst du sachlich argumentieren und gleichzeitig signalisieren, dass du deine Beschäftigung nicht als kurzfristige Übergangslösung siehst.

Auch ein geplanter Wechsel des Modells kann Bestandteil deiner persönlichen Finanzstrategie sein. Denkbar ist zum Beispiel, zunächst ein bis zwei Jahre im Midibereich zu arbeiten, um Ansprüche in der Rentenversicherung aufzubauen und sich eine solide Bonität für einen Kredit zu sichern, und später in eine geringfügige Tätigkeit zu wechseln, sobald ein eigenes Depot oder eine vermietete Immobilie genügend passives Einkommen generiert. Umgekehrt kann nach einer Phase im Minijob ein Übergang in einen Midijob sinnvoll sein, wenn du merkst, dass du den zusätzlichen Cashflow jetzt eher in die eigene Altersvorsorge innerhalb der Sozialversicherung lenken möchtest.

Entscheidend bleibt, dass du Minijob und Midijob nicht isoliert betrachtest, sondern als Bausteine in deinem gesamten Finanzplan. Ob du Schulden tilgen, Eigenkapital für eine Immobilie aufbauen oder dein Depot ausweiten willst: Die gewählte Jobform, die Höhe der Stunden und die Nutzung steuerlicher Spielräume wirken direkt darauf, wie schnell du deine Ziele erreichst. Wer diese Zusammenhänge versteht und aktiv gestaltet, holt aus beiden Modellen deutlich mehr heraus, als es eine reine Betrachtung des momentanen Nettogehalts vermuten lässt.

Häufige Fragen zu Minijob und Midijob

Wie viele Midijobs oder Minijobs darf ich gleichzeitig haben?

Mehrere Minijobs sind möglich, solange die Summe der Verdienste zusammen die aktuelle Minijob-Grenze nicht übersteigt. Wird diese Grenze überschritten oder kombinierst du einen Minijob mit einem Midijob, kann aus Sicht der Sozialversicherung schnell ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis mit anderen Beitragsregeln entstehen.

Was passiert, wenn ich mit meinem Minijob die Verdienstgrenze überschreite?

Wenn dein regelmäßiges Einkommen aus dem Minijob dauerhaft über die offizielle Grenze rutscht, wird aus dem Minijob eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Übergangsbereich. Dann greifen automatisch die Regeln des Midijobs mit reduzierten Arbeitnehmerbeiträgen, aber auch mit vollen Rentenansprüchen.

Ist ein Midijob für die Rente wirklich spürbar besser als ein Minijob?

Im Midijob zahlst du niedrigere, aber echte Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung ein, die deine spätere Rente sichtbar erhöhen können. Beim Minijob fällt ohne eigenen Verzicht auf die Befreiung meist nur ein sehr kleiner Rentenanspruch an, der deine Versorgung im Alter nur in geringem Umfang verbessert.

Kann ich neben einer Vollzeitstelle noch einen Minijob oder Midijob ausüben?

Ein zusätzlicher Minijob neben einer sozialversicherungspflichtigen Haupttätigkeit ist in vielen Fällen möglich, wird aber steuerlich über deine Hauptbeschäftigung eingeordnet, wenn bestimmte Grenzen überschritten werden. Ein zweiter sozialversicherungspflichtiger Job im Midijob-Bereich kann schnell zu höherer Steuer- und Abgabenlast führen, weshalb sich eine genaue Berechnung lohnt.

Wie wirkt sich ein Midijob auf meine Steuererklärung aus?

Der Midijob läuft immer über deine Steuer-ID und wird im Rahmen deines normalen zu versteuernden Einkommens berücksichtigt. Je nach Steuerklasse und Gesamteinkommen kannst du über die Steuererklärung im Folgejahr zu viel gezahlte Lohnsteuer teilweise zurückholen.

Ist ein Minijob für Studierende finanziell sinnvoller als ein Midijob?

Studierende profitieren beim Minijob von der pauschalen Versteuerung und der Tatsache, dass der Job in vielen Fällen nicht mit ihren Sozialabgaben kollidiert. Wer jedoch länger studiert und frühzeitig Rentenansprüche sowie höhere spätere Gehaltschancen aufbauen möchte, kann mit einem passenden Midijob mehr Nettoerfahrung und Sozialpunkte sammeln.

Wie unterscheiden sich Minijob und Midijob bei Krankheit und Urlaub?

In beiden Fällen hast du als Beschäftigte oder Beschäftigter Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlten Urlaub, wenn du regelmäßig arbeitest. Beim Midijob orientiert sich der Anspruch meist stärker an den Regelungen einer Teilzeitstelle, während beim Minijob viele Rechte bestehen, in der Praxis aber häufig unterschätzt werden.

Kann ich einen Minijob später unkompliziert in einen Midijob umwandeln?

Viele Arbeitgeber sind offen dafür, die Stundenzahl und den Lohn so anzupassen, dass aus einem Minijob ein Beschäftigungsverhältnis im Übergangsbereich entsteht. Wichtig ist eine klare Absprache zu Arbeitszeit, Lohn und Sozialversicherungsbeiträgen, damit beide Seiten wissen, welche finanziellen Folgen sich daraus ergeben.

Welche Rolle spielt die Steuerklasse bei der Entscheidung für einen Midijob?

Die Steuerklasse beeinflusst, wie viel Lohnsteuer monatlich vom Midijob einbehalten wird und wie hoch dein Netto am Ende ausfällt. Besonders bei den Steuerklassen V und VI kann der Midijob deutlich stärker besteuert werden, sodass sich ein Rechnervergleich mit alternativen Arbeitszeitmodellen lohnt.

Ist ein Midijob auch für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger attraktiv?

Für Menschen, die nach Ausbildung oder Studium schrittweise ins Berufsleben starten wollen, bietet der Midijob einen schonenden Einstieg mit echten Sozialversicherungsansprüchen. Gleichzeitig sammelst du Erfahrung und kannst deine Arbeitszeit später oft problemlos auf eine reguläre Teil- oder Vollzeitstelle ausweiten.

Wie kann ich schnell prüfen, ob sich für mich eher Minijob oder Midijob lohnt?

Eine einfache Übersicht erhältst du, wenn du verschiedene Stundenlöhne und Arbeitszeiten mit Online-Rechnern durchspielst und jeweils Nettoverdienst, Rentenpunkte und mögliche Steuern vergleichst. Zusätzlich solltest du deine Ziele mit Geld, Freizeit und langfristiger Absicherung nebeneinanderstellen und nach Priorität sortieren.

Fazit

Ob geringfügige Beschäftigung oder Job im Übergangsbereich besser passt, hängt stark von deiner Lebenssituation, deinen Zielen mit Geld und deiner Planung für die nächsten Jahre ab. Wer kurzfristig möglichst flexibles Zusatzgeld sucht, ist oft mit einem Minijob gut bedient, während der Midijob finanzielle Entwicklung und Altersvorsorge besser verbindet. Ein genauer Blick auf Netto, Sozialversicherungsbeiträge und deine persönliche Strategie mit Geld macht die Entscheidung deutlich leichter.


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