Budget für Paare mit ungleichem Einkommen – so gelingt die faire Aufteilung

Lesedauer: 15 Min
Aktualisiert: 12. April 2026 22:17

Eine gerechte Aufteilung des Budgets kann für Paare mit ungleichem Einkommen eine Herausforderung darstellen. Beide Partner haben unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten, was zu Spannungen führen kann. Um diese Konflikte zu vermeiden, ist es entscheidend, einen transparenten und fairen Plan zu entwickeln.

Die Grundlagen einer fairen Budgetplanung

Der erste Schritt ist eine offene Kommunikation über die finanziellen Verhältnisse beider Partner. Dies beinhaltet das Teilen von Informationen über Einkommen, Ausgaben und Schulden. Wenn beide Partner die finanzielle Situation des anderen verstehen, kann eine gemeinsame Basis für die Budgetgestaltung geschaffen werden.

Es ist hilfreich, zunächst alle monatlichen Einnahmen und Ausgaben aufzulisten. So wird klar, wo die finanzielle Belastung für jeden Partner liegt. Besondere Aufmerksamkeit sollte den festen Ausgaben gewidmet werden, die in der Regel gleich verteilt werden, wie Miete, Strom und Versicherungen.

Methoden zur Budgetaufteilung

Eine beliebte Methode zur fairen Aufteilung ist die proportionale Verteilung der Ausgaben. Dabei basiert der Anteil, den jeder Partner zahlt, auf seinem Einkommen. Wenn Partner A beispielsweise 60 % und Partner B 40 % des Gesamteinkommens verdient, übernimmt Partner A 60 % der gemeinsamen Ausgaben.

Eine Alternative dazu ist die Nutzung eines gemeinsamen Kontos für gemeinsame Ausgaben, während jeder Partner sein eigenes Konto für persönliche Ausgaben behält. Diese Methode fördert das Gefühl der Zusammenarbeit und Verantwortung.

Tipps zur praktischen Umsetzung

Um den Budgetplan erfolgreich umzusetzen, kann es hilfreich sein, feste Budgetgespräche einzuführen. Diese sollten täglich, wöchentlich oder monatlich stattfinden, um den Fortschritt zu überprüfen und Anpassungen vorzunehmen. Bei unerwarteten Ausgaben ist es wichtig, flexibel zu bleiben und den Plan gegebenenfalls zu überarbeiten.

Um eine finanzielle Entlastung zu erreichen, können zudem Rücklagen gebildet werden. Jeder Partner kann monatlich einen festen Betrag für unerwartete Ausgaben oder größere Investitionen zurücklegen. Dies fördert Sicherheit und Vertrauen.

Herausforderungen und Missverständnisse

Leider gibt es oft Missverständnisse, die zu Streit führen können. Beispielsweise kann es passieren, dass ein Partner das Gefühl hat, mehr beizutragen, weil er in der gemeinsamen Freizeit bestimmte Kosten übernimmt. Daher ist es sinnvoll, alle Arten von Ausgaben in die Budgetplanung einfließen zu lassen, auch Freizeitaktivitäten oder Geschenke.

Um solche Konflikte zu vermeiden, kann es helfen, diese Aspekte im Vorfeld offen zu besprechen und zu vereinbaren, wie viel jeder Partner bereit ist, in gemeinsame Aktivitäten zu investieren. So hat jeder Partner immer einen klaren Überblick über seine finanziellen Verpflichtungen.

Beispiel: Marie und Tim

Marie verdient 3000 Euro netto im Monat, während Tim 2000 Euro hat. Sie haben gemeinsam entschieden, dass sie ihre festen Ausgaben, die monatlich 1500 Euro betragen, im Verhältnis ihrer Einkommen aufteilen. Marie zahlt 900 Euro, während Tim 600 Euro zahlt. Für variable Ausgaben haben sie ein gemeinsames Konto eingerichtet, auf das jeder monatlich 200 Euro überweist. So halten sie die Ausgaben im Blick und können flexibel auf Veränderungen reagieren.

Fazit zur Budgetaufteilung

Eine faire Budgetaufteilung ist entscheidend für eine gesunde Beziehung, besonders wenn die Einkommensverhältnisse unterschiedlich sind. Der Schlüssel dazu liegt in offener Kommunikation, Transparenz und einem flexiblen Umgang mit finanziellen Anforderungen. Indem beide Partner gemeinsam an ihrer finanziellen Planung arbeiten, können sie ein starkes Fundament für ihre Beziehung schaffen.

Gerechtigkeit beim Geld über die Jahre: Lebensphasen und Rollenwechsel

Ein gemeinsames Budget bei unterschiedlichen Gehältern bleibt selten über Jahrzehnte unverändert fair. Lebensphasen verändern das Gleichgewicht: Elternzeit, Weiterbildung, Jobwechsel, Teilzeit oder gesundheitliche Einschnitte wirken sich direkt auf das verfügbare Einkommen aus. Ein Paar, das anfangs eine Aufteilung nach Einkommen gewählt hat, steht später vielleicht vor der Frage, wie Care-Arbeit, also Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen, finanziell mitgedacht werden kann. Wer viele unbezahlte Stunden übernimmt, trägt zur Stabilität des gemeinsamen Lebensmodells bei und entlastet die andere Person, die sich stärker auf den Job konzentriert. Das gehört zur Wahrheit einer fairen Geldplanung genauso wie das Nettogehalt.

Statt eine einmal festgelegte Formel als unverrückbar zu betrachten, hilft ein Rhythmus aus regelmäßigen Finanz-Updates. Einmal im Quartal oder halbjährlich können Paare prüfen, ob sich Aufgabenverteilung, Ziele und Einkommen verschoben haben. Wechselt eine Person in Teilzeit, weil sie mehr Familienaufgaben übernimmt, ist es sinnvoll, die bisherige Struktur zu hinterfragen: Muss diese Person dann automatisch auf persönlichen Spielraum verzichten, oder wird der Beitrag im Haushalt zumindest teilweise durch einen höheren Anteil der anderen Person am Gemeinschaftsbudget ausgeglichen? Solche Fragen führen häufig zu intensiven Gesprächen, können aber verhindern, dass über Jahre ein Ungleichgewicht wächst, das irgendwann nicht mehr korrigierbar wirkt.

Besonders wichtig ist die Perspektive auf langfristige Sicherheit. Wer viele Jahre weniger verdient, weil er sich stärker um Kinder oder Haushalt kümmert, hat später oft eine niedrigere Rente und weniger Vermögensaufbau. Eine faire Lösung kann sein, dass aus dem gemeinsamen Budget zusätzlich in den langfristigen Vorsorgeaufbau der Person investiert wird, die gerade weniger verdient. Denkbar sind beispielsweise höhere Einzahlungen auf ein separates Wertpapierdepot oder zusätzliche Beiträge in eine private Altersvorsorge, die über das gemeinschaftliche Konto finanziert werden. Bedeutend ist, dass beide Partner dieses Prinzip bewusst vereinbaren und als gleichwertigen Beitrag zum gemeinsamen Lebensentwurf verstehen.

Es lohnt sich außerdem, Meilensteine im Lebenslauf aktiv mit der Geldplanung zu verknüpfen. Der Schritt in die Selbstständigkeit, ein geplanter Sabbatical, eine Umschulung oder der Wiedereinstieg nach einer langen Pause verändern die finanzielle Dynamik. Wer solche Entscheidungen alleine trifft und erst danach über Geld spricht, erzeugt schnell das Gefühl, dass die andere Person vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Besser ist, Chancen und Risiken von größeren Schritten vorher gemeinsam durchzurechnen, zum Beispiel: Wie lange können wir mit einem geringeren Einkommen leben, ohne unsere Sparziele und Rücklagen zu gefährden? Welche Mindesthöhe für Altersvorsorge und freien Betrag pro Person wollen wir selbst in dieser Phase beibehalten?

Auch die psychologische Komponente sollte in finanziellen Übergangsphasen nicht unterschätzt werden. Die Person mit höherem Einkommen kann sich unter Druck gesetzt fühlen, plötzlich allein für das Wachstum des Vermögens verantwortlich zu sein. Die andere Seite kämpft manchmal mit dem Gefühl, weniger wert zu sein, weil sie gerade weniger Geld beisteuert. Offene Absprachen, welche Leistungen als gleichwertig gesehen werden, sind hier entscheidend. Geld ist dann nicht nur ein Zahlenproblem, sondern ein Spiegel der Wertschätzung. Wer klar benennt, warum eine Budgetverschiebung fair ist, stärkt das Vertrauen und senkt das Risiko, dass heimliche Vorwürfe entstehen.

Langfristige Vermögensplanung trotz ungleicher Gehälter

Ein gemeinsamer Alltag lässt sich oft noch relativ leicht organisieren, selbst wenn die Gehälter auseinandergehen. Schwieriger wird es, wenn es um langfristige Ziele wie Vermögensaufbau, Altersvorsorge oder finanzielle Unabhängigkeit geht. Das Paar steht dann vor der Frage, wie Vermögen strukturiert wird, ohne dass eine Person deutlich schlechter abgesichert ist. Gemeinsame Ziele wie ein Haus, ein Depot für die finanzielle Freiheit oder Rücklagen für die Ausbildung der Kinder lassen sich gut über gemeinsame Töpfe abbilden. Spannend wird es bei dem Anteil, der jeder Person individuell gehört, etwa bei eigenen Depots, Rücklagen oder Sammlungen. Hier entscheidet sich, ob beide unabhängig handlungsfähig bleiben, selbst wenn das Einkommen sehr unterschiedlich ausfällt.

Eine Möglichkeit ist, alle wesentlichen Vermögensziele gemeinsam zu definieren und mit Prioritäten zu versehen. Viele Paare kommen mit einer simplen Abstufung zurecht: Sicherheit, Komfort, Freiheit. Sicherheit steht für Notgroschen, Rücklagen für Reparaturen und Krankheitskosten, also für alles, was das System stabil hält. Komfort umfasst Ziele wie Urlaube, ein hochwertiges Auto oder ein schönes Zuhause. Freiheit beschreibt alles, was langfristig Unabhängigkeit schafft, beispielsweise ein breit gestreutes ETF-Depot oder Immobilieninvestments. Bei ungleichen Einkommen ist es hilfreich, zuerst sicherzustellen, dass beide bei Sicherheit und Freiheit mitgenommen werden, bevor Komfort massiv ausgebaut wird. So wächst der Vermögensaufbau nicht nur für den Besserverdiener, sondern für die Partnerschaft als Ganzes.

Sehr wirkungsvoll ist die Aufteilung in drei Vermögensbereiche: gemeinsames Vermögen, persönliches Vermögen A und persönliches Vermögen B. Auf der gemeinsamen Ebene liegen alle Ziele, die beide betreffen, etwa Notgroschen für den Haushalt, gemeinsame Immobilien oder gemeinsam besparte Wertpapierdepots. Persönliche Vermögensteile können unterschiedlich groß sein, sollten aber nicht völlig vernachlässigt werden, nur weil eine Person weniger verdient. Über das gemeinsame Budget lässt sich ein fester monatlicher Betrag oder eine prozentuale Sparquote pro Person vereinbaren, mit der beide ihre persönlichen Konten oder Depots füllen. Die Person mit höherem Einkommen kann zusätzlich individuell sparen, sollte aber offenlegen, wie sie das einordnet, damit kein Eindruck von Geheimhaltung entsteht.

Je stärker der Unterschied im Einkommen, desto wichtiger ist Transparenz bei Eigentumsfragen. Wer steht im Grundbuch, wem gehören welche Wertpapiere, wie ist das bei Versicherungen oder Altersvorsorgeverträgen? Wer nur mit kleineren Beträgen einsteigen kann, verliert schnell den Überblick und fühlt sich finanziell abgehängt. Eine einfache Übersicht, die einmal im Jahr gemeinsam durchgegangen wird, kann hier sehr viel Klarheit schaffen. Wichtig ist, dabei nicht in einen Wettbewerb zu verfallen, wer mehr besitzt, sondern gemeinsam zu prüfen, ob beide ausreichend abgesichert sind und ob die Aufteilung zur inneren Fairnessvorstellung passt.

Auch rechtliche Rahmenbedingungen verdienen Aufmerksamkeit. Unterschiedliche Einkommen und ungleiche Vermögensbildung können im Trennungsfall oder bei Erbschaft zu unangenehmen Überraschungen führen. Ohne zu dramatisieren, macht es Sinn, Heiratsgüterstand, Verträge oder Testamente mit einer Fachperson zu besprechen. Der Gedanke, dass man sich absichert, ist kein Misstrauensbeweis, sondern ein Baustein finanzielle Verantwortung. Gerade bei sehr ungleich verteilten Einkommen schützt ein klarer Rechtsrahmen die Person, die sich im Alltag stärker auf unbezahlte Aufgaben oder Teilzeit stützt. So entsteht eine Balance zwischen emotionalem Vertrauen und sachlicher Vorsorge.

Langfristig hilft ein gemeinsamer Anlagefahrplan. Wer festlegt, wie viel Prozent des verfügbaren Sparbetrags in breit gestreute ETFs, Festgeld, Tagesgeld, vielleicht in eine Immobilie oder in andere Anlagen fließen sollen, schafft Struktur. Die Beiträge können nach Einkommen gewichtet werden, während das Ziel – finanzielle Stabilität für beide – gemeinsam verfolgt wird. Auch hier gilt: Besser eine klare, faire Abmachung als eine undurchsichtige Mischung aus spontanen Entscheidungen. Einmal im Jahr kann überprüft werden, ob die Sparraten noch zu den Einkommen, Zielen und der Entwicklung der Lebenshaltungskosten passen.

Emotionale Dynamiken und Machtverhältnisse beim Geld

Unterschiedliche Einkommen erzeugen oft mehr als nur Zahlenunterschiede auf dem Konto. Sie können auch Machtgefüge verschieben. Wer mehr verdient, sieht sich manchmal als Hauptverantwortlicher für alle größeren Entscheidungen, vom Urlaub über das Auto bis hin zu Investitionen. Die andere Person erlebt dann, dass ihre Stimme weniger Gewicht hat, weil sie finanziell weniger beiträgt. Gleichzeitig kommt es vor, dass der Besserverdienende sich in die Rolle des Versorgers gedrängt fühlt und das Gefühl hat, immer liefern zu müssen. In dieser Mischung schlummern Konflikte, die nicht nur das Budget betreffen, sondern das gesamte Gleichgewicht der Beziehung.

Eine klare Trennung zwischen Einkommen und Entscheidungsmacht hilft vielen Paaren weiter. Nur weil eine Person nominell mehr Geld ins System einbringt, bedeutet das nicht, dass sie automatisch mehr Mitspracherecht beim Einsatz dieser Mittel hat. Eine partnerschaftliche Geldkultur erkennt an, dass Zeit, emotionale Arbeit und Organisation einen erheblichen Wert darstellen. Wer etwa die gesamte Alltagsorganisation übernimmt, leistet einen Beitrag, der der anderen Person ermöglicht, sich voll auf die Karriere zu konzentrieren. Bei Budgetgesprächen sollte daher bewusst darauf geachtet werden, dass beide gleichwertig mitreden, Budgetvorschläge machen und letztlich auch Entscheidungen treffen.

Es ist hilfreich, typische Konfliktmuster zu kennen. Ein verbreitetes Muster ist die heimliche Kontrolle: Die Person mit höherem Einkommen prüft die Ausgaben der anderen Person kritisch und kommentiert jede größere Anschaffung. Das signalisiert Misstrauen und wirkt herabsetzend. Ein anderes Muster: Der Partner mit geringerem Einkommen vermeidet offene Gespräche über Geld, kauft aus schlechtem Gewissen fast nichts für sich selbst und baut innerlich dennoch nach und nach Groll auf. Beide Extreme schaden dem finanziellen Miteinander. Ein Ausweg besteht darin, jedem einen klar definierten, frei verfügbaren Betrag zuzugestehen, über den ohne Rechtfertigung entschieden werden kann. Die Höhe kann sich am Budget und am Einkommen orientieren, wichtig ist jedoch, dass sie bewusst vereinbart wird.

Die Art, wie in der Kindheit mit Geld umgegangen wurde, spielt ebenfalls eine Rolle. Wer gelernt hat, dass der Hauptverdiener das Sagen hat, trägt dieses Muster oft unbewusst in die eigene Partnerschaft. Wer dagegen erlebt hat, dass über Geld kaum gesprochen wurde, neigt als Erwachsener zur Vermeidung. Ein ehrliches Gespräch über diese Prägungen macht verständlich, warum bestimmte Reaktionen auftreten. Wenn beide wissen, aus welcher Geschichte der andere kommt, fällt es leichter, neue, eigene Regeln zu formulieren. Ziel ist nicht, recht zu behalten, sondern ein System zu entwickeln, mit dem sich beide wohlfühlen und das die gemeinsamen finanziellen Ziele stützt.

Auch Wertvorstellungen beeinflussen die Dynamik. Manche legen größten Wert auf Statussymbole wie Auto, Markenkleidung oder Restaurantbesuche, andere priorisieren finanzielle Unabhängigkeit und Investitionen. Treffen zwei sehr unterschiedliche Konsumstile aufeinander und kommt ein Gehaltsgefälle hinzu, entsteht leicht Spannungsstoff. Das lässt sich entschärfen, indem ein gemeinsamer Rahmen vereinbart wird: ein bestimmter Betrag im Monat für Genuss und Lifestyle, ein definierter Anteil fürs Investieren und darüber hinaus freie Bereiche, in denen jede Person eigene Prioritäten setzen kann. So können beide ihre Persönlichkeit ausleben, ohne dass eine Seite das Gefühl hat, die andere würde auf Kosten des gemeinsamen Vermögens leben.

Ein wichtiger Baustein für eine gesunde Geldbeziehung ist Sprache. Formulierungen wie „mein Geld“ und „dein Geld“ können sinnvoll sein, um individuelle Konten zu unterscheiden, sie laden aber auch zu Abgrenzung ein. Wer sich immer wieder bewusst macht, welche Bereiche gemeinsam sind und wo Individualität gewünscht ist, kann Sprache gezielt einsetzen, um Verbundenheit zu stärken. Statt zu sagen „Ich bezahle hier alles“, wirkt es anders, wenn man formuliert: „Wir haben vereinbart, dass ich im Moment den größeren finanziellen Teil trage, und dafür übernimmst du mehr im Alltag.“ Diese Art von Sprache verdeutlicht gemeinsame Verantwortung und reduziert das Machtgefälle.

Praktische Gesprächsrituale für mehr Fairness

Um die emotionalen und sachlichen Aspekte besser zu verbinden, helfen feste Gesprächsrituale. Ein monatlicher Finanztermin, bei dem beide mit Zahlen, Wünschen und Fragen vorbereitet erscheinen, verlagert einzelne Diskussionen weg von spontanen Streitsituationen hin zu einem geschützten Rahmen. In diesem Termin können Einnahmen, Ausgaben, Sparziele und anstehende Anschaffungen durchgesprochen werden. Wichtig ist, dass beide ausreichend Zeit haben, ihre Sicht zu schildern, und dass Emotionen ausdrücklich Platz bekommen dürfen, ohne den anderen abzuwerten.

  • Kurzer Rückblick auf den vergangenen Monat: Was hat gut funktioniert, wo gab

Häufige Fragen zur Budgetgestaltung bei ungleichem Einkommen

Wie finden wir heraus, welche Kosten wir gemeinsam oder getrennt zahlen sollten?

Eine gemeinsame Liste aller Ausgaben hilft, zwischen persönlichen und partnerschaftlichen Kosten zu unterscheiden. Alles, wovon beide profitieren, etwa Miete, Strom oder Lebensmittel, eignet sich meistens für den gemeinsamen Topf, während Hobbys oder individuelle Abos eher in den persönlichen Bereich fallen.

Sollten wir alle Konten zusammenlegen, wenn wir unterschiedlich viel verdienen?

Ein gemeinsames Konto kann den Überblick über Haushaltskosten erleichtern, während getrennte Konten die eigene finanzielle Freiheit sichern. Viele Paare wählen eine Mischform und zahlen anteilig in ein gemeinsames Haushaltskonto ein, behalten aber ihre eigenen Konten für individuelle Ausgaben.

Wie oft sollten wir unser gemeinsames Budget überprüfen?

Ein monatlicher Kassensturz reicht für viele Paare aus, um den Überblick zu behalten und rechtzeitig nachzujustieren. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, alle drei bis sechs Monate eine ausführlichere Auswertung zu machen, insbesondere wenn sich Einkommen oder Lebensumstände verändern.

Was tun, wenn einer von uns wegen Elternzeit oder Arbeitslosigkeit weniger verdient?

In Phasen mit geringerem Einkommen hilft es, die Belastung bewusst zu verteilen und die gemeinsame Lebensplanung im Blick zu behalten. Viele Paare entscheiden in solchen Situationen, dass der besser Verdienende vorübergehend mehr trägt, weil beide von der Familien- oder Care-Arbeit profitieren.

Ist eine prozentuale Aufteilung der beste Weg bei ungleichem Einkommen?

Eine prozentuale Aufteilung nach Einkommen gilt als fair, weil beide einen ähnlichen Anteil ihres Gehalts in den gemeinsamen Lebensstandard investieren. Dennoch sollte das Paar prüfen, ob die gewählte Quote zum individuellen Sicherheitsbedürfnis, zu Sparzielen und zu bestehenden Verpflichtungen passt.

Wie können wir verhindern, dass sich jemand finanziell abhängig fühlt?

Transparenz über Einkommen, Ausgaben und Rücklagen ist ein wichtiger Schutz vor dem Gefühl von Abhängigkeit. Zusätzlich stärken eigene Rücklagen, ein eigenes Konto und klare Absprachen zu größeren Ausgaben das Selbstbewusstsein beider Partner im Umgang mit Geld.

Wie gehen wir mit gemeinsamen Sparzielen um, wenn einer mehr einzahlt?

Gemeinsame Sparziele wie Urlaub, Wohnungskauf oder Altersvorsorge lassen sich ebenfalls prozentual am Einkommen beteiligen. Wer mehr einzahlt, sollte sich dennoch gleichermaßen in Entscheidungen einbezogen fühlen, damit das Ziel als echtes Gemeinschaftsprojekt wahrgenommen wird.

Wie sprechen wir über Geld, ohne dass es zum Streit führt?

Feste Geldgespräche in entspannter Atmosphäre helfen, Emotionen zu beruhigen und sachlich zu bleiben. Es wirkt klärend, wenn beide ihre Erwartungen und Sorgen offen benennen und gemeinsam Zahlen, Prioritäten und Kompromisse auf den Tisch legen.

Was ist, wenn einer von uns deutlich konsumfreudiger ist als der andere?

Unterschiedliche Konsumstile sind normal, solange die gemeinsamen Verpflichtungen zuverlässig gedeckt sind und die vereinbarten Sparziele erreicht werden. Ein fester Betrag für freie Ausgaben pro Person sorgt dafür, dass jede Seite ihre Vorlieben ausleben kann, ohne dass der gemeinsame Finanzplan leidet.

Wie berücksichtigen wir Schulden oder alte Verpflichtungen in unserem Budget?

Bestehende Kredite oder Unterhaltszahlungen sollten offen auf den Tisch kommen, bevor das Paar ein gemeinsames System einführt. Anschließend lässt sich ein Budget entwerfen, das die individuelle Belastung berücksichtigt und gleichzeitig genug Spielraum für gemeinsame Ziele lässt.

Sollten wir vertragliche Regelungen wie einen Partnerschaftsvertrag in Betracht ziehen?

Ein rechtlich geprüfter Vertrag kann sinnvoll sein, wenn große Vermögenswerte, Firmanteile oder ein stark abweichendes Vermögensniveau im Spiel sind. Solche Regelungen ersetzen nicht das Vertrauen, sie schaffen aber Klarheit, wie Eigentum, Investitionen und eventuelle Trennungsfolgen finanziell behandelt werden.

Wie können wir langfristig sicherstellen, dass beide beim Vermögensaufbau profitieren?

Ein gemeinsamer Plan für Rücklagen, Investitionen und Altersvorsorge stellt sicher, dass nicht nur der Besserverdienende Vermögen aufbaut. Wenn Care-Arbeit, Teilzeitphasen und Karrierepausen bewusst in diesen Plan einfließen, profitieren am Ende beide von der gemeinsamen Strategie.

Fazit

Ein stimmiges Geldsystem in einer Beziehung mit unterschiedlichen Gehältern lebt von Klarheit, Respekt und einer nachvollziehbaren Logik hinter den Zahlen. Wer Einnahmen, Ausgaben und Ziele offenlegt und sich auf ein transparentes Modell einigt, schafft finanzielle Fairness ohne ständiges Rechnen im Kopf. So entsteht ein Budget, das den Alltag organisiert, Rücklagen stärkt und die gemeinsame Zukunft absichert.


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