Fonds kaufen ohne Kostenfalle: So behältst du mehr Rendite für dich

Lesedauer: 13 Min
Aktualisiert: 20. März 2026 18:35

Wer bei Fonds auf die Gebühren achtet, kann seine Rendite über die Jahre um mehrere tausend Euro steigern, ohne einen Cent mehr einzuzahlen. Entscheidend ist, wie du Kauf, Depot und laufende Kosten organisierst und welche Vertragsfallen du bewusst meidest.

Wenn du weißt, welche Gebührenarten es gibt und an welchen Stellschrauben du sie reduzieren kannst, wird aus einer undurchsichtigen Gebührenlandschaft ein ziemlich kalkulierbares System.

Warum Gebühren bei Fonds so entscheidend sind

Gebühren wirken im ersten Moment harmlos, weil sie prozentual angegeben werden und im ersten Jahr kaum auffallen. Auf lange Sicht fressen Zinseszinseffekte aber einen spürbaren Teil deiner Rendite weg, wenn die Kosten zu hoch sind. Ein Unterschied von nur 1 Prozentpunkt pro Jahr kann je nach Laufzeit und Anlagevolumen einen fünfstelligen Betrag ausmachen.

Bei Fondsinvestments gibt es mehrere Ebenen von Kosten: auf Seiten des Depots, beim Kauf selbst und im Fondsinneren. Erst die Summe dieser Posten zeigt, ob du effizient anlegst oder unnötig Geld liegen lässt. Wer nur auf die historische Rendite schaut, sieht diesen Effekt nicht, weil die Gebühren schon abgezogen sind und nicht sichtbar einzeln auf der Abrechnung stehen.

Die gute Nachricht: Viele Kostenkomponenten sind verhandelbar oder durch eine clevere Auswahl von Depotbank und Fondsart deutlich reduzierbar.

Die wichtigsten Kostenarten beim Fondskauf im Überblick

Um unnötige Gebühren zu vermeiden, musst du die typischen Kostenpositionen kennen, die beim Thema Fonds auftreten. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Bank leicht, die Mechanik ist aber ähnlich.

  • Ausgabeaufschlag (Agio): Ein prozentualer Aufschlag auf den Kaufpreis, meist bei klassischen aktiv gemanagten Investmentfonds. Werte zwischen 3 und 5 Prozent sind häufig, in Extremfällen mehr.

  • Ordergebühr / Transaktionskosten: Das Entgelt, das dein Broker oder deine Bank pro Kauf oder Verkauf verlangt. Das kann ein Festbetrag, ein Prozentsatz oder eine Kombination aus beidem sein.

  • Depotführungsgebühr: Kosten für die Verwahrung deiner Wertpapiere. Viele Onlinebroker bieten inzwischen kostenlose Depots, andere verlangen Pauschalen oder einen Prozentsatz vom Depotvolumen.

  • Laufende Kosten (TER, Total Expense Ratio): Verwaltungsgebühren, Managementvergütung, Vertriebskosten und weitere Posten, die im Fonds selbst anfallen und laufend aus dem Fondsvermögen entnommen werden.

  • Performance Fee / Erfolgsabhängige Vergütung: Eine zusätzliche Gebühr, wenn der Fonds bestimmte Ziele oder Vergleichsindizes übertrifft.

  • Spread und Handelsplatzentgelte: Unterschied zwischen An- und Verkaufskurs sowie Börsengebühren. Vor allem bei börsengehandelten Fonds und Nebenhandelsplätzen relevant.

Mit diesem Raster kannst du jede Offerte systematisch prüfen: Wo zahle ich einmalig, wo laufend und wo versteckt?

Aktiv gemanagte Fonds vs. ETFs: Wo lauern die größeren Kosten?

Viele Anleger wundern sich, warum ähnliche Märkte so unterschiedliche Gebührenstrukturen haben. Der zentrale Unterschied liegt darin, ob du einen Fonds mit aktivem Management oder einen passiven Indexfonds (ETF) wählst.

Aktiv gemanagte Fonds beschäftigen Portfoliomanager und Analystenteams, die laufend Entscheidungen treffen. Diese Arbeit kostet Geld und schlägt sich in höheren Verwaltungsgebühren nieder. Zusätzlich kommen oft hohe Ausgabeaufschläge und gelegentlich erfolgsabhängige Vergütungen hinzu.

ETFs bilden nur einen Index nach und benötigen deshalb weniger Personal und Analyseaufwand. Die jährlichen Verwaltungskosten sind meist deutlich niedriger und Ausgabeaufschläge gibt es in der Regel nicht. Dafür fallen beim Kauf und Verkauf klassische Ordergebühren und Börsenspesen an.

Für viele Privatanleger ist eine sinnvolle Frage: Bekomme ich für die höheren Kosten eines aktiv gemanagten Produkts nach Gebühren wirklich einen deutlichen Mehrwert gegenüber einem vergleichbaren ETF? In vielen Märkten gelingt es nur einem Teil der aktiven Fonds, diesen Vorsprung dauerhaft zu liefern.

Ausgabeaufschlag verstehen und vermeiden

Der Ausgabeaufschlag ist einer der sichtbarsten Kostenpunkte, taucht aber in der Praxis erstaunlich oft auf, weil er in vielen Bankberatungen noch Standard ist. Die Logik dahinter: Du investierst beispielsweise 10.000 Euro, ein Aufschlag von 5 Prozent wird einbehalten, und nur 9.500 Euro fließen tatsächlich in den Fonds.

Anleitung
1Überlege dir, wie du investieren willst: Einmalbeträge, Sparpläne oder eine Mischung.
2Prüfe bei mehreren Anbietern, was Depoteröffnung, Führung und Sparpläne kosten.
3Schau dir an, welche Fonds und ETFs dort im Angebot sind und ob Sonderaktionen existieren.
4Vergleiche die Gesamtkosten bei deinem geplanten Anlageverhalten, nicht nur einzelne Preisbestandteile.

Besonders tückisch ist dieser Abzug, wenn du regelmäßig sparst. Bei jedem Kauf über einen Sparplan kann ein prozentualer Aufschlag fällig werden. Dadurch dauert es länger, bis das eingesetzte Kapital im Markt arbeitet und die gewünschte Summe erreicht ist.

Vermeidungsmöglichkeiten gibt es mehrere:

  • Viele Onlinebroker bieten zahlreiche Fonds mit reduziertem oder komplett erlassenem Ausgabeaufschlag an.

  • Sparplanangebote enthalten oft Sonderkonditionen, bei denen der Aufschlag dauerhaft entfällt.

  • Passiv gemanagte Fonds und ETFs werden typischerweise ohne Ausgabeaufschlag gehandelt.

Wenn in einem Beratungsprotokoll oder Produktinformationsblatt ein hoher Aufschlag steht, lohnt sich ein zweiter Blick auf andere Anbieter mit denselben oder ähnlichen Fonds.

Laufende Kosten: TER, interne Gebühren und deren Wirkung

Die laufenden Kosten eines Fonds sind weniger sichtbar, weil sie automatisch aus dem Fondsvermögen entnommen werden. In der Wertentwicklung, die du in Broschüren oder auf Plattformen siehst, sind sie bereits enthalten. Genau deshalb werden sie leicht unterschätzt.

Die TER (Total Expense Ratio) umfasst die regelmäßigen Verwaltungskosten des Fonds. Dazu können je nach Produkt weitere interne Kosten kommen, zum Beispiel für Transaktionen im Fonds, Lizenzgebühren für einen Index oder erfolgsabhängige Vergütungen.

Stell dir zwei Fonds vor, die denselben Markt abdecken. Einer hat laufende Kosten von 0,25 Prozent pro Jahr, der andere 1,8 Prozent. Bei gleichem Bruttoertrag wird der kostengünstigere Fonds über zehn, zwanzig oder dreißig Jahre einen spürbar höheren Depotstand liefern.

Wer seine Geldanlage langfristig ausrichtet, sollte daher Produkte bevorzugen, bei denen die TER niedrig und transparent ist und keine oder nur faire erfolgsabhängige Vergütungen anfallen.

Depot, Broker und Bank: Wo verstecken sich weitere Gebühren?

Neben den Fondsgebühren selbst spielt die Wahl des Depots eine große Rolle. Bankkonten und Wertpapierdepots haben teils komplett unterschiedliche Preisstrukturen. Gebühren, die du im Blick behalten solltest:

  • Depotführungsgebühren: Monatliche oder jährliche Pauschalen, teilweise abhängig vom Depotvolumen oder der Anzahl der Positionen.

  • Ordergebühren: Festpreis, volumenabhängig oder Mischmodelle. Manche Broker sind bei Sparplänen günstiger, andere bei Einzelkäufen.

  • Gebühren für Sparpläne: Teilweise kostenlos, teilweise pro Ausführung mit einem Prozentsatz oder Mindestbetrag belegt.

  • Gebühren für Namensaktien, Lagerstellenwechsel oder Fondsspezialitäten: Spezielle Kosten, die bei bestimmten Produkten auftreten können.

Ein strukturiertes Vorgehen hilft, ein passendes Depot zu finden:

  1. Überlege dir, wie du investieren willst: Einmalbeträge, Sparpläne oder eine Mischung.

  2. Prüfe bei mehreren Anbietern, was Depoteröffnung, Führung und Sparpläne kosten.

  3. Schau dir an, welche Fonds und ETFs dort im Angebot sind und ob Sonderaktionen existieren.

  4. Vergleiche die Gesamtkosten bei deinem geplanten Anlageverhalten, nicht nur einzelne Preisbestandteile.

Wenn dein Depotmodell nicht zu deiner Art des Investierens passt, zahlst du entweder zu viel pro Order oder verschenkst Geld durch unnötige Pauschalen.

Praxisbeispiele: So wirken Gebühren im Alltag

Praxisbeispiel 1: Hoher Ausgabeaufschlag bei gleichem Fonds

Anna möchte 20.000 Euro in einen weltweit anlegenden Fonds investieren. Ihre Hausbank empfiehlt ein Produkt mit 5 Prozent Ausgabeaufschlag und 1,8 Prozent laufenden Kosten. Parallel prüft sie ein Depot bei einem Onlinebroker, der denselben Fonds ohne Ausgabeaufschlag anbietet, aber mit einer geringen Ordergebühr.

Die Banklösung kostet Anna beim Einstieg 1.000 Euro, die sofort als Aufschlag verloren gehen. Beim Onlinebroker fließen nahezu die vollen 20.000 Euro in den Fonds. Auf lange Sicht summiert sich dieser Unterschied durch entgangene Renditeeffekte deutlich auf.

Praxisbeispiel 2: Günstiger ETF-Sparplan versus teures Depot

Michael spart monatlich 200 Euro in einen ETF-Sparplan. Seine alte Bank verlangt für jede Ausführung eine Gebühr von 2,50 Euro und zusätzlich eine Depotpauschale pro Jahr. Ein günstiger Broker bietet denselben ETF als gebührenfreien Sparplan an, dazu ein kostenloses Depot.

Über das Jahr gerechnet spart Michael bei 12 Ausführungen bereits 30 Euro an Sparplangebühren plus die Depotkosten. Rechnet man diesen Unterschied über zehn oder fünfzehn Jahre mit Renditeeffekten hoch, entsteht ein erheblicher Vorteil zugunsten des günstigeren Anbieters.

Praxisbeispiel 3: Aktiv gemanagter Fonds mit Performance Fee

Sabine interessiert sich für einen aktiv verwalteten Fonds, der in der Werbung mit starker Anpassungsfähigkeit an Marktphasen wirbt. Der Fonds nimmt 1,6 Prozent laufende Kosten und zusätzlich eine Performance Fee, wenn ein bestimmter Vergleichsindex geschlagen wird. Im Datenblatt erkennt sie, dass in starken Jahren ein zusätzlicher Gebührenblock anfällt.

Sabine vergleicht dieses Produkt mit einem preiswerten ETF auf denselben Markt. Ihr wird klar, dass der aktive Fonds eine deutliche Mehrrendite erreichen muss, damit sich die höheren Gebühren lohnen. Sie entscheidet, den Anteil dieses Produkts in ihrem Depot zu begrenzen und ansonsten auf kostengünstige Indexlösungen zu setzen.

Typische Missverständnisse rund um Fondskosten

Viele Anleger interpretieren Gebühren falsch oder übersehen wichtige Punkte, weil Formulierungen in Preis- und Leistungsverzeichnissen sehr technisch wirken. Einige Stolperfallen treten besonders häufig auf.

Ein verbreitetes Missverständnis besteht darin, die TER als einzigen Kostenindikator zu sehen. In ihr sind zwar viele, aber nicht alle Kostenarten abgebildet. Transaktionskosten im Fonds, Performance Fees oder externe Handelsgebühren können darüber hinausgehen.

Ebenfalls häufig wird angenommen, dass gebührenfreie Sparpläne grundsätzlich gratis seien. In der Praxis können Handelsplatzentgelte, Spreads oder versteckte Depotkosten eine Rolle spielen. Kostenfreiheit bei der Ausführung ist wichtig, ersetzt aber nicht den Blick auf die übrigen Preisbestandteile.

Manche Anleger unterschätzen zudem die Wirkung von Mindestgebühren pro Order. Wer kleine Beträge anlegt und dabei bewusst viele Einzelkäufe tätigt, zahlt prozentual oft deutlich mehr als jemand mit größeren Transaktionen.

Schritt für Schritt zu einem kosteneffizienten Fondskauf

Ein systematischer Ablauf hilft dir, bei jedem neuen Investment die wichtigsten Kostentreiber im Griff zu behalten. Dabei geht es nicht darum, jedes Mal ein mathematisches Gutachten zu erstellen, sondern um klare Prüfpunkte.

  1. Lege fest, ob du aktiv gemanagte Fonds, ETFs oder eine Kombination bevorzugst.

  2. Prüfe die laufenden Kosten (TER, eventuelle Performance Fees) der infrage kommenden Produkte.

  3. Vergleiche die Konditionen verschiedener Depots für deinen Nutzungsstil (Einmalanlagen, Sparplan, gelegentliche Umschichtungen).

  4. Suche gezielt nach Varianten ohne oder mit stark reduziertem Ausgabeaufschlag.

  5. Berücksichtige beim Vergleich Spreads und Handelsplatzentgelte, insbesondere bei börsengehandelten Fonds.

  6. Entscheide dich für eine Kombination aus Fonds und Depot, bei der die Gesamtkosten zu deinem Anlagehorizont passen.

Wenn du diesen Ablauf beibehältst, entwickelst du mit der Zeit ein gutes Gefühl dafür, wann ein Angebot preislich attraktiv ist und wann du besser weiter suchst.

Langfristiger Effekt: Wie 1 Prozent weniger Kosten dein Vermögen verändert

Um die Wirkung von Gebühren greifbar zu machen, lohnt sich ein Gedankenexperiment. Stell dir vor, du investierst über 25 Jahre monatlich 300 Euro und erzielst vor Kosten eine durchschnittliche Marktrendite.

Wenn dein Produktmix laufende Kosten von 2 Prozent im Jahr verursacht, bleibt am Ende spürbar weniger übrig, als bei einer Gesamtkostenquote von 1 Prozent. Der Unterschied wirkt unscheinbar, aber über Jahrzehnte entscheidet er über viele zehntausend Euro Unterschied im Endvermögen.

Besonders wichtig ist dieser Hebel für Sparer, die für den Ruhestand vorsorgen oder große Ziele wie Immobilienkauf oder Ausbildungsfinanzierung der Kinder im Blick haben. Eine einmal getroffene Entscheidung für oder gegen hohe Gebühren begleitet deine Geldanlage über Jahre, oft ohne dass du sie im Alltag bewusst wahrnimmst.

Wann sich höhere Gebühren trotzdem lohnen können

Gebühren pauschal zu verteufeln, führt am Ziel vorbei. Es gibt Situationen, in denen eine etwas höhere Kostenquote sinnvoll sein kann, wenn der Gegenwert stimmt. Entscheidend ist, dass du bewusst abwägst, anstatt Gebühren einfach zu akzeptieren.

Ein Beispiel sind Spezialfonds, die in Nischenmärkte oder komplexe Strategien investieren, für die es kaum kostengünstige Indexalternativen gibt. Hier kann ein erfahrenes Management, das Risiko wirklich kontrolliert, einen Mehrwert liefern, der die höheren Gebühren rechtfertigt.

Auch im Rahmen einer individuellen Finanzplanung kann eine persönliche Beratung mehr Nutzen bringen als die Kosten, wenn dadurch grobe Fehlentscheidungen vermieden werden. Wichtig bleibt, dass du verstehst, wofür du bezahlst und ob dieses Paket zu deinen Zielen passt.

Verhalten in der Beratung: Wie du Gebühren offen ansprichst

Viele Menschen fühlen sich im Gespräch mit der Bank oder einem Berater unwohl, wenn es um Gebühren geht. Ein paar klare Fragen reichen aber aus, um ein gutes Bild zu bekommen. Du musst kein Fachjargon nutzen, um an die nötigen Informationen zu kommen.

Nützliche Fragen im Gespräch sind zum Beispiel:

  • Welche Gebühren fallen beim Kauf und Verkauf an und wie oft werden sie typischerweise fällig?

  • Welche laufenden Kosten hat der Fonds, inklusive eventueller Performance Fees?

  • Gibt es Alternativen mit niedrigeren Kosten, die ein ähnliches Anlageziel verfolgen?

  • Wie werden Sie für die Empfehlung dieses Produkts vergütet?

Wenn Antworten ausweichend sind oder du nur allgemeine Formulierungen erhältst, ist das ein Signal, dass du die Unterlagen später in Ruhe prüfen oder eine zweite Meinung einholen solltest.

Risiko, Rendite und Gebühren sinnvoll ins Verhältnis setzen

Wer sich nur auf die Kostenseite fokussiert, verliert leicht den Blick darauf, dass Geldanlage immer auch mit Risiko zu tun hat. Eine günstige Gebühr nützt wenig, wenn die Strategie selbst überhaupt nicht zu deiner Risikobereitschaft passt.

Ein sinnvolles Vorgehen besteht darin, zuerst die passende Aufteilung zwischen Risiko und Stabilität zu bestimmen und erst danach innerhalb dieser Struktur die kosteneffizientesten Produkte auszuwählen. So vermeidest du, aus reinem Sparwillen in Anlagen zu gehen, die dich bei Marktschwankungen aus dem Konzept bringen.

Am Ende zählt das Zusammenspiel aus Risikoprofil, erwartbarer Rendite und Gebührenniveau. Ein ausgewogenes Portfolio mit niedrigen, transparenten Kosten hat langfristig sehr gute Chancen, solide Ergebnisse zu liefern, ohne dass du ständig nachjustieren musst.

Häufige Fragen zu Fondskosten und günstigen Kaufstrategien

Wie erkenne ich auf einen Blick, wie teuer ein Fonds wirklich ist?

Die wichtigsten Kennzahlen findest du im Preis- und Leistungsverzeichnis deines Brokers und im Fondsinformationsblatt, vor allem die Gesamtkostenquote und den Ausgabeaufschlag. Zusätzlich solltest du prüfen, ob es eine Performance Fee gibt und wie hoch die laufenden Kosten deines Depots sind.

Welche Rolle spielt die Gesamtkostenquote (TER) für meine Rendite?

Die TER zeigt dir, welche jährlichen Verwaltungskosten direkt aus dem Fondsvermögen entnommen werden. Eine niedrigere TER sorgt dafür, dass mehr von der Bruttorendite auf deinem Konto landet und sich der Zinseszinseffekt besser entfalten kann.

Sind günstige ETFs immer besser als aktiv gemanagte Fonds?

ETFs punkten in vielen Fällen mit deutlich niedrigeren laufenden Kosten und transparenten Strukturen. Ein aktiv gemanagter Fonds kann sich dann lohnen, wenn das Management über längere Zeit nach Kosten besser abschneidet und zu deiner persönlichen Strategie passt.

Wie vermeide ich, dass der Ausgabeaufschlag meine Rendite schmälert?

Du kannst über Broker kaufen, die auf den Ausgabeaufschlag ganz oder teilweise verzichten, oder gezielt auf rabattierte Aktionen achten. Alternativ bieten sich ETFs oder institutionelle Tranchen ohne klassischen Ausgabeaufschlag an, sofern du Zugang dazu hast.

Lohnt sich ein Fonds-Sparplan trotz Gebühren?

Ein Sparplan hilft dir, regelmäßig zu investieren und vom Durchschnittskosteneffekt zu profitieren, auch wenn Gebühren anfallen. Wichtig ist, dass die Order- und Depotgebühren im Verhältnis zu deiner Sparrate niedrig bleiben, damit der Vorteil des langfristigen Vermögensaufbaus erhalten bleibt.

Wie finde ich einen Broker mit niedrigen Kosten für Fonds?

Vergleiche Depotgebühren, Orderkosten, Bedingungen für Sparpläne und mögliche Aktionsangebote für bestimmte Fonds oder ETF-Anbieter. Achte darauf, ob es eine Grundgebühr gibt und wie hoch die Kosten bei kleinen und bei größeren Investitionsbeträgen ausfallen.

Sind No-Load-Fonds immer die beste Wahl?

Fonds ohne Ausgabeaufschlag sparen dir zwar den Einstiegskostenblock, können aber höhere laufende Gebühren haben. Entscheidend ist die Gesamtsicht aus Einmalkosten, jährlichen Kosten und der erzielten Wertentwicklung über mehrere Jahre.

Wie kann ich vermeiden, mehrfach Gebühren für denselben Fonds zu zahlen?

Nutze möglichst ein zentrales Depot, in dem du alle Fonds bündelst, statt mehrere Depots mit zusätzlichen Grundgebühren zu führen. Achte darauf, dass nicht gleichzeitig ein Ausgabeaufschlag, hohe Ordergebühren und teure laufende Depotkosten anfallen.

Spielen Steuern bei der Auswahl kostengünstiger Fonds eine Rolle?

Die steuerliche Behandlung ändert zwar nicht die ausgewiesenen Gebühren, beeinflusst aber deine Nettorendite. Steuerlich effiziente Produkte und eine sinnvolle Wahl des Anlegertyps können dazu beitragen, dass dir nach Kosten und Steuern mehr von der Rendite bleibt.

Wie beziehe ich Gebühren in meine langfristige Finanzplanung ein?

Du solltest bei jeder Finanzplanung mit realistischen Renditeannahmen nach Kosten rechnen, statt nur mit Bruttowerteentwicklungen. Kleine Differenzen bei den Gebühren können über Jahrzehnte fünfstellige Beträge ausmachen und gehören deshalb in jede Strategieplanung.

Wie oft sollte ich meine Fonds und deren Gebührenstruktur überprüfen?

Eine jährliche Überprüfung ist für die meisten Privatanleger ausreichend, um auf neue Kostenmodelle oder bessere Alternativen reagieren zu können. Zusätzliche Anlässe sind größere Veränderungen in deinem Einkommen, deinen Zielen oder im Gebührenmodell deines Brokers.

Fazit

Wer seine Geldanlage über Fonds gestaltet, sollte Gebühren so sorgfältig prüfen wie die Auswahl des passenden Produkts. Mit einem kosteneffizienten Depot, klaren Informationen zu allen Kostenbausteinen und einer disziplinierten Strategie sicherst du dir mehr von der erwirtschafteten Rendite. So kann dein Vermögen über meingeld24.de langfristig wachsen, ohne dass stille Kostentreiber den größten Anteil einbehalten.

Checkliste
  • Ausgabeaufschlag (Agio): Ein prozentualer Aufschlag auf den Kaufpreis, meist bei klassischen aktiv gemanagten Investmentfonds. Werte zwischen 3 und 5 Prozent sind häufig, in Extremfällen mehr.
  • Ordergebühr / Transaktionskosten: Das Entgelt, das dein Broker oder deine Bank pro Kauf oder Verkauf verlangt. Das kann ein Festbetrag, ein Prozentsatz oder eine Kombination aus beidem sein.
  • Depotführungsgebühr: Kosten für die Verwahrung deiner Wertpapiere. Viele Onlinebroker bieten inzwischen kostenlose Depots, andere verlangen Pauschalen oder einen Prozentsatz vom Depotvolumen.
  • Laufende Kosten (TER, Total Expense Ratio): Verwaltungsgebühren, Managementvergütung, Vertriebskosten und weitere Posten, die im Fonds selbst anfallen und laufend aus dem Fondsvermögen entnommen werden.
  • Performance Fee / Erfolgsabhängige Vergütung: Eine zusätzliche Gebühr, wenn der Fonds bestimmte Ziele oder Vergleichsindizes übertrifft.
  • Spread und Handelsplatzentgelte: Unterschied zwischen An- und Verkaufskurs sowie Börsengebühren. Vor allem bei börsengehandelten Fonds und Nebenhandelsplätzen relevant.


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