Kaufnebenkosten aus Eigenkapital zahlen – warum Banken das meist erwarten

Lesedauer: 13 Min
Aktualisiert: 4. April 2026 10:27

Beim Kauf einer Immobilie fallen neben dem reinen Kaufpreis auch verschiedene Nebenkosten an, die es zu berücksichtigen gilt. Banken verlangen häufig, dass Käufer einen Teil dieser Kaufnebenkosten aus Eigenkapital begleichen, was auf verschiedenen Gründen beruht. In den folgenden Abschnitten werden wir tiefer auf diese Thematik eingehen und aufzeigen, warum es für Käufer vorteilhaft sein kann, Eigenkapital für die Kaufnebenkosten bereitzustellen.

Was sind Kaufnebenkosten?

Kaufnebenkosten sind die zusätzlichen Ausgaben, die beim Erwerb einer Immobilie anfallen. Diese können je nach Region und Preis der Immobilie variieren, umfassen jedoch in der Regel folgende Posten:

  • Notarkosten für den Kaufvertrag
  • Grunderwerbsteuer
  • Eintragungsgebühren im Grundbuch
  • Maklerprovision, falls ein Immobilienmakler beauftragt wurde

Diese Kosten summieren sich oft auf etwa 7 bis 10 Prozent des Kaufpreises. Daher ist es wichtig, diese finanziellen Verpflichtungen bereits im Voraus zu planen.

Warum verlangen Banken Eigenkapital für Kaufnebenkosten?

Eine der Hauptgründe, warum Banken darauf bestehen, dass Käufer einen Teil der Kaufnebenkosten aus Eigenkapital finanzieren, ist die Risikominimierung. Wenn Käufer auch für die Nebenkosten aufkommen müssen, zeigt dies der Bank, dass sie über ausreichende finanzielle Mittel verfügen und ihre Zahlungsfähigkeit hoch ist. Folgende Aspekte spielen dabei eine Rolle:

1. Sicherheit für die Bank

Wenn ein Käufer in der Lage ist, Eigenkapital zu investieren, verringert sich das Risiko für die Bank. Ein höheres Eigenkapital signalisiert, dass der Käufer weniger auf Fremdfinanzierung angewiesen ist und somit stabiler in der Finanzierung ist.

2. Stärkung des finanziellen Polsters

Eine Investition aus Eigenkapital in Kaufnebenkosten trägt dazu bei, die monatlichen Belastungen durch Darlehen zu minimieren. Je weniger finanziert werden muss, desto geringer ist das Risiko, in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten.

Anleitung
1Praxisbeispiel 1: Ein Käufer möchte eine Immobilie im Wert von 300.000 Euro erwerben. Die Kaufnebenkosten belaufen sich auf 8 Prozent, also 24.000 Euro. Wenn der Käufer 2….
2Praxisbeispiel 2: Ein weiterer Käufer hat nur 5.000 Euro Eigenkapital zur Verfügung. Bei Nebenkosten von 24.000 Euro muss er den gesamten Betrag über einen Kredit finanzi….
3Praxisbeispiel 3: Eine Käuferin bringt 50.000 Euro Eigenkapital ein und kauft eine Immobilie für 500.000 Euro. Die Kaufnebenkosten betragen 40.000 Euro. Somit kann sie 30….

3. Verhandlungsspielraum

Käufer mit einem soliden Eigenkapital können oft bessere Konditionen bei der Bank aushandeln. Diese können niedrigere Zinssätze oder günstigere Tilgungsoptionen umfassen, was über den gesamten Kreditzeitraum hinweg Hunderte bis Tausende von Euro sparen kann.

Praxisbeispiele

Um den Einfluss von Eigenkapital auf Kaufnebenkosten besser zu verstehen, betrachten wir einige Beispiele:

  1. Praxisbeispiel 1: Ein Käufer möchte eine Immobilie im Wert von 300.000 Euro erwerben. Die Kaufnebenkosten belaufen sich auf 8 Prozent, also 24.000 Euro. Wenn der Käufer 20.000 Euro als Eigenkapital einbringt, muss er nur 4.000 Euro über ein Darlehen finanzieren, was die monatlichen Raten erheblich verringert.
  2. Praxisbeispiel 2: Ein weiterer Käufer hat nur 5.000 Euro Eigenkapital zur Verfügung. Bei Nebenkosten von 24.000 Euro muss er den gesamten Betrag über einen Kredit finanzieren. Hier könnte die Bank höhere Zinsen verlangen, da das Risiko höher ist.
  3. Praxisbeispiel 3: Eine Käuferin bringt 50.000 Euro Eigenkapital ein und kauft eine Immobilie für 500.000 Euro. Die Kaufnebenkosten betragen 40.000 Euro. Somit kann sie 30.000 Euro als Kredit aufnehmen, was die Zinsbelastung enorm positiv beeinflusst.

Vorbereitung auf den Kauf

Die finanzielle Vorbereitung auf den Immobilienkauf ist entscheidend. Um optimal auf die Nebenkosten vorbereitet zu sein, sollten folgende Schritte beachtet werden:

  • Eine detaillierte Kostenaufstellung der Kaufnebenkosten erstellen.
  • Eigenkapital rechtzeitig ansparen, um Zusatzkosten abdecken zu können.
  • Informationen über mögliche Fördermöglichkeiten und staatliche Zuschüsse einholen.

Eine durchdachte Finanzplanung kann helfen, unerwartete Überraschungen zu vermeiden und einen reibungslosen Kaufprozess sicherzustellen.

Wie sich die Nebenkosten auf deine Finanzierungsstruktur auswirken

Die Art und Weise, wie du die Nebenkosten einer Immobilienfinanzierung bezahlst, bestimmt maßgeblich den Aufbau deiner gesamten Finanzierungsstruktur. Werden Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler aus eigenem Vermögen beglichen, signalisiert das der Bank, dass du einen relevanten Teil des Risikos selbst trägst. Dadurch verbessert sich häufig die Konditionsbasis, weil der Beleihungsauslauf geringer ausfällt. Der Beleihungsauslauf beschreibt das Verhältnis zwischen Darlehenssumme und Immobilienwert. Je niedriger dieser Wert, desto eher erhältst du günstigere Zinssätze, längere Zinsbindungen oder flexiblere Sondertilgungsoptionen.

Wer dagegen versucht, Nebenkosten über einen zusätzlichen Kredit zu finanzieren, verschiebt den Beleihungsauslauf häufig in einen Bereich, der als risikoreicher gilt. Das kann zur Folge haben, dass der nominale Zinssatz zwar noch akzeptabel wirkt, die Gesamtkosten der Finanzierung durch Zinsaufschläge und weniger attraktive Randbedingungen aber deutlich steigen. Außerdem addieren sich Raten aus Konsumentenkrediten oder Nachrangdarlehen zu der Immobilienrate, was die monatliche Belastung ausweitet und deine Bonität bei zukünftigen Finanzierungen schwächt. Eine solide Eigenkapitalquote schützt hier vor einer zu dünnen Pufferzone.

Für viele Käuferinnen und Käufer lohnt es sich, die Finanzierung wie ein mehrteiliges Projekt zu betrachten. Ein Teil ist die langfristige Immobilienfinanzierung, ein weiterer Teil ist die robuste Eigenkapitalbasis für Nebenkosten und Reserven. Wer beide Bausteine sauber trennt, kann die Laufzeiten besser steuern, Zinsrisiken einordnen und bleibt im Alltag finanziell beweglich. Das passt gut zum Ansatz von meingeld24.de, Finanzentscheidungen immer im Zusammenspiel mit dem gesamten Haushaltsbudget zu betrachten.

Ein häufig unterschätzter Punkt besteht darin, dass die Bank nicht nur auf das Verhältnis zwischen Kaufpreis und Darlehen achtet, sondern auf die Gesamtheit aller Verbindlichkeiten. Zukünftige Raten aus Leasingverträgen, Konsumkrediten oder Dispos fließen ebenso in die Haushaltsrechnung ein wie die Miete heute und die Darlehensrate morgen. Wenn die Nebenkosten aus Erspartem gestemmt werden, verringert sich das Risiko, kurz nach dem Kauf zusätzliche Kredite aufnehmen zu müssen. So bleibt die monatliche Gesamtbelastung kalkulierbar, und du bewahrst dir Spielraum für Rücklagen und Investitionen in andere Geldanlagen.

Beispielhafte Verteilung der Finanzierung

  • 80 bis 90 Prozent des Immobilienwertes werden über ein Annuitätendarlehen finanziert.
  • 10 bis 20 Prozent Eigenkapital werden in die Kaufpreiszahlung eingebracht.
  • Weitere 8 bis 12 Prozent des Kaufpreises werden als Puffer für Nebenkosten und Reserven zurückgehalten.

Diese Struktur führt dazu, dass deine Eigenmittel nicht vollständig im Objekt gebunden sind, sondern neben den Nebenkosten auch einen Notgroschen sichern. Das senkt das Risiko, bei unerwarteten Ausgaben erneut fremdes Geld in Anspruch nehmen zu müssen.

Strategien, um Eigenkapital für Nebenkosten aufzubauen

Viele Haushalte stellen fest, dass der Immobilienkauf nicht an der monatlichen Rate scheitert, sondern daran, genügend Mittel für Steuern, Gebühren und Gebührenreste bereitzuhalten. Deshalb lohnt es sich, den Aufbau eines Nebenkostenpolsters wie ein eigenes Sparziel zu behandeln. Wer früh damit beginnt, verschafft sich eine starke Verhandlungsposition und reduziert die Abhängigkeit von hoch verzinsten Zusatzkrediten. Ein klar strukturierter Sparplan ist dabei oft effektiver als gelegentliches Zurücklegen beliebiger Beträge.

Als Ausgangsbasis kannst du den voraussichtlichen Kaufpreis mit einem Sicherheitsaufschlag planen und einen Prozentsatz von acht bis zwölf Prozent für Nebenkosten kalkulieren. Aus dieser Summe leitest du ein realistisches monatliches Sparziel ab. Je nach Zeithorizont können verschiedene Spar- und Anlageformen sinnvoll sein. Steht der Immobilienkauf innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre an, bieten sich in der Regel Produkte mit geringer Schwankungsbreite und täglicher Verfügbarkeit an. Liegt der geplante Erwerb deutlich weiter in der Zukunft, kommen auch renditestärkere Anlageklassen in Frage, sofern du die damit verbundenen Risiken bewusst einplanst.

Mögliche Bausteine für den Eigenkapitalaufbau

  • Gezieltes Tagesgeld-Sparen: Ein separates Tagesgeldkonto ausschließlich für künftige Immobiliennebenkosten schafft Transparenz. Du siehst auf einen Blick, wie weit du beim Sparziel bist, und vermischst diese Mittel nicht mit dem Alltagsbudget.
  • Sparpläne auf breit gestreute ETFs: Wenn der geplante Kauf erst in fünf bis zehn Jahren ansteht, kann ein ETF-Sparplan auf einen weltweiten Aktienindex helfen, Vermögen aufzubauen. Dabei solltest du das Risiko von Kursschwankungen kurz vor dem Kauf im Blick behalten und rechtzeitig auf sicherere Anlageformen umschichten.
  • Abbau teurer Konsumkredite: Die Tilgung hoch verzinster Verbindlichkeiten erhöht deine frei verfügbaren Mittel und verbessert deine Bonität. Beides erleichtert später den Immobilienerwerb, weil mehr Geld für den Aufbau eines Nebenkostenpolsters übrig bleibt.
  • Bausparen mit Bedacht: Ein Bausparvertrag kann in bestimmten Konstellationen nützlich sein, etwa wenn du von staatlichen Zulagen profitierst oder einen hohen Sicherheitsbedarf hast. Dennoch solltest du die tatsächlichen Kosten und die angebotenen Guthabenzinsen sorgfältig prüfen.

Wichtig ist, dass du deine Strategie mit deiner gesamten Finanzplanung abstimmst. Wer parallel Altersvorsorge, Notgroschen, Konsumziele und Immobilienwunsch verfolgt, sollte Prioritäten festlegen. Ein geordneter Finanzplan sorgt dafür, dass der Weg zum Eigenheim nicht zu Lasten anderer wichtiger Lebensziele geht.

Vorgehensweise für die eigene Planung

  1. Schätze deinen voraussichtlichen Kaufpreis und rechne mit einem Puffer für künftige Preissteigerungen.
  2. Leite daraus einen Nebenkostenbetrag ab, der auf dein Bundesland und deine Situation (mit oder ohne Makler) zugeschnitten ist.
  3. Ermittle, wie viel du monatlich realistisch zurücklegen kannst, ohne dein Alltagsbudget zu überlasten.
  4. Wähle eine Mischung aus sicheren und gegebenenfalls renditestärkeren Anlageformen, die zu deinem Zeithorizont passt.
  5. Überprüfe mindestens einmal jährlich, ob Sparrate, Zielsumme und Zeitplan noch zu deiner Lebenssituation passen.

Risikomanagement: Warum Rücklagen neben den Nebenkosten unverzichtbar sind

Selbst wenn du alle Nebenkosten aus eigenem Vermögen tragen kannst, bleibt ein weiterer Schutzmechanismus entscheidend: ausreichend liquide Reserven für unvorhergesehene Ereignisse. Banken achten bei einer Finanzierungsanfrage darauf, ob du nach dem Kauf noch einen Notgroschen behältst. Wer sein gesamtes Guthaben in Steuern, Gebühren und Eigenkapitalanteile steckt, läuft Gefahr, bei der ersten größeren außerplanmäßigen Ausgabe ins Wanken zu geraten. Eine Autoreparatur, ein kurzfristiger Jobwechsel oder ein defektes Haushaltsgerät können in dieser Phase besonders stark ins Gewicht fallen.

Eine solide Faustregel besteht darin, zusätzlich zu den Nebenkosten mindestens drei bis sechs Netto-Monatsgehälter als schnell verfügbare Reserve vorzuhalten. Für Immobilieneigentümer kann ein noch höherer Puffer sinnvoll sein, weil laufende Instandhaltung und spontane Reparaturen nicht vollständig planbar sind. Wer Eigentumswohnung oder Haus selbst bewohnt, trägt die Verantwortung für Dach, Heizung, Elektrik und Innenausbau. Während Mieter im Schadensfall auf die Hausverwaltung verweisen, muss der Eigentümer die erforderliche Liquidität selbst sicherstellen.

Ein belastbarer Rücklagenplan bringt mehrere Vorteile. Er stabilisiert nicht nur deine persönliche Finanzlage, sondern senkt auch das Risiko von Zahlungsstörungen bei der Bank. Gerätst du in eine Engpasssituation, weil du keine Reserve aufgebaut hast, bleiben oft nur zwei Wege: die Nutzung des Dispokredits mit hohen Zinsen oder die Aufnahme eines zusätzlichen Ratenkredits. Beide Varianten erhöhen die Gesamtbelastung und können im schlimmsten Fall den finanziellen Handlungsspielraum dauerhaft beeinträchtigen. Eine rechtzeitige Vorsorge schützt vor dieser Kettenreaktion.

Typische Rücklagenbausteine für Eigentümer

  • Allgemeine Notfallreserve: Ein Bargeld- oder Tagesgeldpuffer für alle Lebensbereiche, der getrennt von den Mitteln für Instandhaltung geführt wird.
  • Instandhaltungsrücklage: Ein langfristig aufgebautes Polster für Renovierungen, Modernisierungen und Ersatzbeschaffungen rund um die Immobilie.
  • Versicherungsschutz: Passende Versicherungen, zum Beispiel eine Wohngebäude- oder Berufsunfähigkeitsversicherung, können finanzielle Risiken abfedern, ersetzen aber keine liquiden Reserven.

Die Kombination aus ausreichendem Eigenkapital für Nebenkosten, einem tragfähigen Finanzierungskonzept und klug dimensionierten Rücklagen bildet das Fundament für einen stabilen Vermögensaufbau. Gerade auf einer Finanzplattform wie meingeld24.de zeigt sich immer wieder, dass langfristiger Erfolg weniger von kurzfristigen Renditeversprechen abhängt, sondern von guter Vorbereitung, Struktur und Risikobewusstsein.

Besondere Konstellationen: Selbstständige, Kapitalanleger und Anschlussfinanzierer

Neben klassischen Angestelltenhaushalten gibt es Käufergruppen, bei denen Banken die Zahlungsfähigkeit noch genauer prüfen. Wer selbstständig tätig ist, Kapitalanlagen im Immobilienbereich plant oder eine bestehende Finanzierung umschulden möchte, trifft häufig auf zusätzliche Anforderungen. In diesen Situationen spielt die Frage, aus welchen Mitteln Nebenkosten und Reserven bezahlt werden, eine noch wichtigere Rolle. Eine lückenlose Dokumentation der finanziellen Verhältnisse und ein überzeugendes Eigenkapitalkonzept erhöhen die Chancen auf gute Konditionen deutlich.

Selbstständige müssen oft mehrere Jahresabschlüsse und betriebswirtschaftliche Auswertungen vorlegen. Schwankende Einnahmen führen dazu, dass Banken vorsichtiger kalkulieren. Wenn in dieser Konstellation Nebenkosten vollständig aus Ersparnissen gedeckt sind und darüber hinaus eine stabile Liquiditätsreserve besteht, verbessert das die Argumentationslage erheblich. Es zeigt, dass nicht jeder Euro in betriebliche Risiken fließt, sondern auch ein Puffer für private Verpflichtungen vorhanden ist. Damit sinkt aus Sicht des Kreditgebers die Wahrscheinlichkeit, dass unternehmerische Schwankungen direkt die Fähigkeit zur Darlehensbedienung beeinträchtigen.

Kapitalanleger, die eine Immobilie nicht selbst nutzen, sondern vermieten wollen, erleben eine zusätzliche Prüfungsebene. Hier interessiert Banken vor allem, ob das Objekt langfristig zu tragfähigen Mieteinnahmen führt. Gleichzeitig achten sie darauf, dass neben den Nebenkosten auch Leerstand, Mietausfälle und Instandhaltung finanziell abgedeckt werden können. Wer für den Erwerb einer Anlageimmobilie auf Kante kalkuliert und keinerlei Eigenmittel für Nebenkosten und Rücklagen bereithält, riskiert rasch eine angespannte Liquiditätssituation. Ein klarer Plan für Tilgung, Nebenkosten und laufende Instandhaltungsrücklagen stärkt die Position bei der Finanzierung einer vermieteten Immobilie.

Bei Anschlussfinanzierungen kommt ein anderer Aspekt hinzu. Läuft eine Zinsbindung aus, prüfen Banken die aktuelle Wertentwicklung der Immobilie und die verbleibende Restschuld. Liegt der Objektwert inzwischen höher und wurde schon viel getilgt, sieht die Eigenkapitalquote formal besser aus. Trotzdem schauen Kreditgeber bei einer Umschuldung darauf, wie stabil deine laufenden Finanzen sind und ob Rücklagen vorhanden sind. Wer bei einer Anschlussfinanzierung erneut Nebenkosten für Notar und Grundbuch selbst tragen kann und daneben eine Reserve hält, stellt seine finanz

Häufige Fragen zu Kaufnebenkosten und Eigenkapital

Welche Kaufnebenkosten akzeptieren Banken typischerweise nicht als Teil der Finanzierung?

Banken finanzieren in vielen Fällen den Kaufpreis der Immobilie, erwarten aber, dass Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie Maklerprovision aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Diese Ausgaben gelten als einmalige Transaktionskosten und werden deshalb häufig nicht in die Beleihung einbezogen.

Wie viel Eigenkapital sollte ich mindestens für Kaufnebenkosten einplanen?

In Deutschland bewegen sich die Kaufnebenkosten je nach Bundesland und Maklerhonorar häufig zwischen 8 und 12 Prozent des Kaufpreises. Wer diese Summe als Eigenmittel bereithält, signalisiert der Bank finanzielle Stabilität und verschafft sich meist bessere Konditionsangebote.

Kann ich Kaufnebenkosten über einen separaten Ratenkredit finanzieren?

Manche Kreditnehmende gleichen fehlende Mittel für Nebenkosten über einen Konsumentenkredit aus, der unabhängig vom Immobiliendarlehen läuft. Das erhöht jedoch die monatliche Gesamtbelastung und kann die Bonitätseinschätzung der Bank negativ beeinflussen.

Warum führen vollständig fremdfinanzierte Nebenkosten oft zu schlechteren Zinskonditionen?

Wenn der gesamte Bedarf aus Fremdkapital besteht, steigt der Verschuldungsgrad und damit das Risiko für die finanzierende Bank. Dieses Risiko wird häufig über Zinsaufschläge ausgeglichen, sodass die Finanzierung über die gesamte Laufzeit deutlich teurer werden kann.

In welchen Fällen verzichten Banken gelegentlich auf den Eigenkapitalanteil für Kaufnebenkosten?

Einige Institute machen Ausnahmen, wenn die Einkommenssituation sehr stark ist, ein sicherer Beruf besteht und die Immobilie deutlich unter Marktwert erworben wird. Solche Vollfinanzierungen bleiben jedoch Sonderfälle und werden meist nur nach strenger Prüfung genehmigt.

Welche Rolle spielt der Beleihungswert im Zusammenhang mit Nebenkosten und Eigenkapital?

Der Beleihungswert liegt oft unter dem Kaufpreis, weil die Bank vorsichtig kalkuliert und zukünftige Wertschwankungen berücksichtigt. Wer nur den Kaufpreis finanziert und alle Nebenkosten selbst trägt, hält die Beleihung im üblichen Rahmen und erhöht die Chance auf eine Zusage.

Wie beeinflusst die Zahlung der Nebenkosten aus eigenen Mitteln meine monatliche Rate?

Wer mehr Eigenkapital einbringt, benötigt ein geringeres Darlehensvolumen und reduziert damit die Finanzierungssumme. Dadurch sinkt in der Regel die Monatsrate oder es lässt sich bei gleicher Rate eine kürzere Laufzeit mit schnelleren Tilgungsfortschritten vereinbaren.

Welche Sparstrategien eignen sich, um die Nebenkosten rechtzeitig anzusammeln?

Viele angehende Käuferinnen und Käufer nutzen gezielte Sparpläne, zum Beispiel über Tagesgeldkonten oder einen Bausparvertrag mit flexiblem Guthabenaufbau. Wichtig ist eine klare Zielsumme mit fester Zeitplanung, damit das benötigte Geld rechtzeitig vor dem Notartermin zur Verfügung steht.

Kann ich Eigenleistungen an der Immobilie als Ersatz für Eigenkapital bei Nebenkosten nutzen?

Eigenleistungen werden teilweise als Wertbeitrag anerkannt, wenn sie fachgerecht dokumentiert und realistisch bewertet werden. Sie ersetzen jedoch in der Regel kein Bargeld für Notar, Steuern und ähnliche Ausgaben, weil diese Rechnungen in Geld zu begleichen sind.

Spielen bestehende Rücklagen auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten für die Bank eine Rolle?

Gut sichtbare Liquiditätsreserven verbessern die Verhandlungsposition, weil sie belegen, dass nach dem Kauf noch ein finanzieller Puffer bleibt. Banken honorieren stabile Rücklagen häufig mit besseren Konditionen und betrachten das Ausfallrisiko als geringer.

Wie kann ich meine Kaufnebenkosten im Vorfeld möglichst genau kalkulieren?

Ausgehend vom geplanten Kaufpreis lassen sich die üblichen Prozentsätze für Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie eine eventuelle Maklercourtage addieren. Zusätzlich sollte ein kleiner Aufschlag einkalkuliert werden, um unvorhergesehene Posten oder leichte Abweichungen bei Honoraren abzudecken.

Welche Folgen hat es, wenn ich die Höhe der Nebenkosten bei der Planung unterschätze?

Wer den Bedarf zu niedrig ansetzt, muss kurzfristig zusätzliche Mittel organisieren oder den Vertragsabschluss gefährden, weil Rechnungen nicht bezahlt werden können. Das kann zu teuren Zwischenfinanzierungen oder sogar zur Auflösung des Kaufvertrages mit möglichen Schadensersatzforderungen führen.

Fazit

Wer die zusätzlichen Kosten rund um den Immobilienerwerb aus eigener Tasche begleichen kann, verschafft sich bei der Bank und in der eigenen Finanzplanung spürbare Vorteile. Ein solides Polster für Steuern, Notar und weitere Gebühren senkt das Risiko, verbessert die Konditionen und erhöht die Planungssicherheit. Eine sorgfältige Vorbereitung der eigenen Ersparnisse bildet damit einen wichtigen Baustein für eine nachhaltig tragfähige Finanzierung.

Checkliste
  • Notarkosten für den Kaufvertrag
  • Grunderwerbsteuer
  • Eintragungsgebühren im Grundbuch
  • Maklerprovision, falls ein Immobilienmakler beauftragt wurde


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