ETFs: Der Schlüssel zu erfolgreichem Investieren

Lesedauer: 14 Min
Aktualisiert: 22. März 2026 13:17

Der enorme Anstieg der Beliebtheit von ETFs (Exchange Traded Funds) lässt sich vor allem durch ihre Einfachheit und Flexibilität erklären. Viele Anleger haben festgestellt, dass sie mit diesen Anlagevehikeln auf eine kosteneffiziente Art und Weise in eine Vielzahl von Märkten investieren können.

Was sind ETFs?

ETFs sind Investmentfonds, die an Börsen gehandelt werden, ähnlich wie Aktien. Sie bündeln Gelder von vielen Anlegern, um in verschiedene Vermögenswerte zu investieren, darunter Aktien, Anleihen oder Rohstoffe. Der Preis eines ETFs ändert sich im Laufe des Handelstags, was Anlegern die Möglichkeit gibt, flexibel zu handeln.

Die Vorteile von ETFs

Ein Grund für die wachsende Popularität von ETFs ist die Kostenstruktur. Im Vergleich zu traditionellen Investmentfonds haben ETFs oft niedrigere Verwaltungsgebühren. Außerdem sind sie transparent, da Anleger jederzeit einsehen können, welche Werte sich im Fonds befinden.

Die Diversifikation ist ein weiterer Pluspunkt. Mit nur einem Kauf können Anleger in einen ganzen Markt oder Sektor investieren. Dies verringert das Risiko, das mit der Investition in Einzelwerte verbunden ist. Wenn ein bestimmtes Unternehmen schwächelt, können andere im ETF diese Verluste ausgleichen.

Praxisbeispiel 1: Investieren in den Gesamtmarkt

Nehmen wir an, du möchtest in den US-Aktienmarkt investieren. Statt Aktien einzelner Unternehmen zu kaufen, entscheidest du dich für einen ETF, der den S&P 500 abbildet. Damit investierst du in die 500 größten Unternehmen der USA und profitierst von der allgemeinen Marktentwicklung.

Praxisbeispiel 2: Thematische Investitionen

Wenn dich die Technologiebranche fasziniert, könntest du einen Technologie-ETF wählen, der in führende Unternehmen wie Apple, Amazon und Google investiert. So kannst du gezielt von den Trends in der Technologie profitieren, ohne die einzelnen Aktien selbst auszuwählen.

Praxisbeispiel 3: Rohstoffanlagen

Für Anleger, die in Rohstoffe investieren möchten, gibt es ETFs, die beispielsweise Gold oder Öl abbilden. Dies ermöglicht es dir, von der Preisentwicklung dieser Rohstoffe zu profitieren, ohne physisches Gold kaufen oder lagern zu müssen.

Wie man die richtige ETF-Auswahl trifft

Bevor du in ETFs investierst, solltest du deine Anlageziele definieren. Überlege dir, ob du auf der Suche nach langfristigem Wachstum oder kurzfristigen Gewinnen bist. Auch die Risikobereitschaft spielt eine zentrale Rolle. Zusätzlich ist es wichtig, die Kosten der ETFs zu überprüfen. Niedrigere Gebühren können langfristig einen erheblichen Unterschied in der Rendite ausmachen.

Ebenso solltest du auf die Liquidität des ETFs achten. Hochliquide ETFs ermöglichen es dir, einfach und schnell in den Markt ein- oder auszutreten. Schließe auch die Performance des ETFs in der Vergangenheit ein, um einen Überblick über seine Stabilität und Zuverlässigkeit zu erhalten.

Übliche Stolperfallen beim Investieren in ETFs

Ein häufiger Fehler ist es, sich nur auf die Vergangenheit zu verlassen. Ein ETF, der in der Vergangenheit gut abgeschnitten hat, garantiert keinen zukünftigen Erfolg. Daher ist es wichtig, auch die aktuellen Marktentwicklungen zu beobachten und die Anlagestrategie gegebenenfalls anzupassen.

Ein anderer Schwerpunkt sollte auf der Diversifikation liegen. Manche Anleger setzen zu sehr auf spezialisierte ETFs und vernachlässigen die allgemeine Diversifikation ihres Portfolios. Ein gut strukturiertes Portfolio, das verschiedene Anlageklassen abdeckt, birgt weniger Risiko.

Schritt-für-Schritt: Investieren in ETFs

1. Definiere deine Anlageziele und Risikobereitschaft.
2. Recherchiere verschiedene ETFs und vergleiche deren Kosten und Leistungen.
3. Wähle entsprechende Handelsplattformen oder Broker aus.
4. Kaufe die ausgewählten ETFs und beobachte regelmäßig deren Performance.
5. Passe dein Portfolio bei Bedarf an.

Steuern, Rebalancing und Langfriststrategie mit ETFs

Wer mit ETFs Vermögen aufbauen möchte, sollte die steuerliche Seite und die langfristige Struktur der Geldanlage verstehen. Seit der Investmentsteuerreform 2018 gilt in Deutschland ein einheitliches System für Investmentfonds und ETF-Produkte. Auf Ebene des Fonds werden bestimmte Erträge pauschal besteuert, auf Ebene der Anlegerinnen und Anleger fallen Steuern auf Ausschüttungen, auf realisierte Kursgewinne und auf die sogenannte Vorabpauschale an. Die Vorabpauschale ist ein fiktiver Ertrag, der einmal jährlich berechnet wird, wenn der ETF im Depot liegt und nicht oder nur wenig ausschüttet. Sie wird nur dann fällig, wenn der ETF insgesamt im Plus liegt und die Ausschüttungen eine bestimmte Berechnungsgröße nicht übersteigen. Viele Einsteiger wundern sich, wenn im Januar plötzlich eine kleine Steuerabbuchung im Depot erscheint, obwohl keine Verkäufe stattgefunden haben. Das ist in der Regel diese Vorabpauschale und gehört zur Funktionsweise der heutigen Fondsbesteuerung.

Ein weiterer steuerlicher Baustein ist der Sparer-Pauschbetrag. Jede in Deutschland steuerpflichtige Person kann Kapitalerträge bis zu einer bestimmten Höhe pro Jahr steuerfrei vereinnahmen, wenn ein Freistellungsauftrag bei der Bank hinterlegt wurde. Wer mehrere Depots besitzt, kann den Pauschbetrag auf mehrere Institute aufteilen. Wird kein Freistellungsauftrag erteilt, behält die Bank automatisch Abgeltungsteuer ein, selbst wenn die Erträge eigentlich innerhalb des Freibetrags geblieben wären. Für viele Privatanleger lohnt es sich, schon zu Beginn der ETF-Strategie die Freistellungsaufträge sauber zu verteilen und einen Blick auf die Zuordnung bei gemeinsamen Depots zu werfen, da hier schnell unnötige Steuerabzüge entstehen können.

Langfristig entscheidend ist, wie die ETF-Positionen im Verhältnis zur persönlichen Risikotragfähigkeit wachsen. An dieser Stelle kommt Rebalancing ins Spiel. Darunter versteht man das regelmäßige Anpassen der Aufteilung zwischen riskanteren Anlageklassen wie Aktien-ETFs und defensiveren Bausteinen wie Anleihen oder Tagesgeld. Steigen Aktienmärkte stark, kann der Aktienanteil deutlich über das ursprünglich geplante Niveau hinauswachsen. Rebalancing sorgt dafür, dass wieder auf die gewünschte Zielquote zurückgesteuert wird, indem Gewinne teilweise mitgenommen und in die untergewichtete Anlageklasse umgeschichtet werden. Dieser Ansatz bremst Übertreibungen im Depot und hält das Risiko auf einem stabilen Niveau.

In der Praxis haben sich zwei Vorgehensweisen etabliert. Manche Anleger definieren feste Zeitpunkte, etwa einmal im Jahr oder alle zwei Jahre, zu denen sie die Gewichte prüfen und bei Bedarf anpassen. Andere nutzen Schwellenwerte, zum Beispiel eine Abweichung von mehr als fünf Prozentpunkten gegenüber der Zielallokation, um eine Umschichtung auszulösen. Beide Methoden können sinnvoll sein, solange sie konsequent und diszipliniert angewendet werden. Steuerlich ist zu beachten, dass Rebalancing durch Verkäufe steuerpflichtige Kursgewinne auslösen kann. Wer neu eingezahltes Geld zur Korrektur der Allokation nutzt, reduziert die Zahl steuerrelevanter Transaktionen. Bei erheblichen Depotgrößen kann die Abstimmung mit einer steuerlichen Beratung helfen, um unnötige Belastungen zu vermeiden.

Über die Jahre entscheiden diese vermeintlichen Detailfragen mit darüber, wie effizient das Vermögen wächst. Eine gut durchdachte ETF-Struktur allein reicht nicht, wenn sie nicht zur persönlichen Steuersituation, zur geplanten Entnahmephase und zu den Schwankungen im Lebenslauf passt. Wer zum Beispiel bereits absehbar zu einem bestimmten Zeitpunkt Geld für eine Immobilie, für die Ausbildung von Kindern oder für einen früheren Renteneintritt benötigt, kann durch rechtzeitige Anpassung der ETF-Quote und schrittweise Umschichtungen ins Sicherungsvermögen die Risiken eines ungünstigen Verkaufszeitpunkts deutlich reduzieren.

Rolle von ETFs in der Altersvorsorge

Viele Menschen nutzen ETFs inzwischen gezielt, um ihre Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rente und eventuellen Betriebsrenten breiter aufzustellen. Die Grundidee besteht darin, schon während des Berufslebens regelmäßig Geld in breit gestreute Anlageklassen zu investieren, um langfristig vom Produktivitätsfortschritt der Weltwirtschaft und vom Wachstum der Unternehmensgewinne zu profitieren. So lassen sich private Bausteine für den Ruhestand aufbauen, die nicht direkt von politischen Entscheidungen zur Rentenformel abhängig sind. Die relativ niedrigen Kosten indexbasierter Produkte unterstützen diesen Ansatz, da im Laufe von Jahrzehnten jede Einsparung bei Gebühren einen großen Unterschied im Endergebnis machen kann.

Im Rahmen der Altersvorsorge spielt der Zeithorizont eine zentrale Rolle. Jüngere Sparer können sich üblicherweise höhere Schwankungen leisten, da zwischenzeitliche Rückgänge an den Börsen über die Jahre wieder aufgeholt werden können. Für diese Gruppe bietet sich ein hoher Anteil an Aktien-ETFs an, ergänzt um einen Notgroschen in sicheren Anlageformen. Je näher der geplante Rentenbeginn rückt, desto wichtiger wird eine schrittweise Reduzierung des Risikos. In vielen Fällen empfiehlt es sich, die Aktienquote über mehrere Jahre hinweg langsam zu senken und gleichzeitig defensivere Anlagen wie Anleihe-ETFs, Tagesgeld oder Festgeld auszubauen. So sinkt das Risiko, kurz vor oder nach Rentenbeginn erhebliche Verluste hinnehmen zu müssen.

Spannend ist zudem die Frage, wie ETFs in der Entnahmephase genutzt werden können. Wer im Ruhestand nicht nur von laufenden Renten, sondern auch von Kapitalerträgen leben möchte, steht vor der Aufgabe, einen sinnvollen Entnahmeplan festzulegen. Eine Möglichkeit ist, sich an einer festen Quote zu orientieren und zum Beispiel jährlich einen bestimmten Prozentsatz des Depotwerts zu entnehmen. Eine andere Herangehensweise besteht darin, nur auf Dividenden und Ausschüttungen zurückzugreifen und das investierte Kapital möglichst unangetastet zu lassen. Mischformen sind ebenfalls denkbar, etwa die Nutzung von Ausschüttungen plus gelegentlichen Teilverkäufen, wenn die Märkte besonders gut gelaufen sind.

Gerade im Ruhestand gewinnt Risikomanagement an Bedeutung. Viele Menschen empfinden es als beruhigend, wenn ein Teil des Geldes bewusst außerhalb von ETFs in eher schwankungsarmen Produkten geparkt wird, um mehrere Jahre an geplanten Ausgaben abdecken zu können. Diese Liquiditätsreserve verringert den Druck, in schwachen Börsenphasen Anteile mit Verlust verkaufen zu müssen. Wer diesen Sicherheitspuffer gleich zu Beginn der Entnahmephase aufbaut und fortlaufend nachfüllt, kann die verbleibenden Mittel entspannter in ETF-Portfolios halten und von den Ertragschancen des Kapitalmarkts profitieren.

In Deutschland gibt es zusätzlich staatlich geförderte Produkte wie Riester- oder Rürup-Verträge sowie betriebliche Altersvorsorge mit teils erheblicher Steuerersparnis. An diesen Stellen tauchen immer öfter fondsgebundene Lösungen auf, die entweder echte ETFs oder intern nachgebildete Indizes einsetzen. Obwohl solche Produkte aufgrund der Förderung interessant sein können, lohnt sich ein genauer Blick auf alle Kosten, auf die Flexibilität und auf die steuerliche Behandlung in der Auszahlungsphase. Nicht jede geförderte Lösung ist automatisch vorteilhaft, vor allem wenn hohe Vertragskosten einen Großteil der Förderung wieder aufzehren. Eine Kombination aus förderfähigen Produkten und einem freien ETF-Depot bietet vielen Sparerinnen und Sparern einen guten Kompromiss zwischen Steuervorteilen, Transparenz und Gestaltungsfreiheit.

ETFs im Zusammenspiel mit anderen Anlageformen

ETFs müssen nicht die einzige Säule der Geldanlage sein, sondern lassen sich gut mit anderen Instrumenten kombinieren. Wer beispielsweise bereits in Einzelaktien investiert, kann mit Indexfonds jene Regionen oder Branchen abdecken, in denen keine direkte Titelauswahl stattfinden soll. So bleibt Raum für eigene Aktienideen, während gleichzeitig ein global diversifizierter Kern das Gesamtrisiko im Depot verteilt. Ein solches Kern-Satellit-Modell besteht meist aus einem breit gestreuten Basisinvestment und kleineren Beimischungen, die gezielt bestimmte Chancen nutzen oder persönliche Überzeugungen abbilden.

Auch im Zusammenspiel mit verzinslichen Produkten spielen ETFs eine wichtige Rolle. Tagesgeld und Festgeld können die Schwankungen des Aktienanteils abmildern und dienen als Liquiditätsreserve für kurzfristige Ausgaben. Wer bei steigenden Zinsen nicht ständig neue Festgeldangebote suchen möchte, kann über Anleihe-ETFs nachdenken, die in unterschiedliche Laufzeiten und Emittenten investieren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Anleihe-ETFs zwar weniger starke, aber dennoch spürbare Kursbewegungen aufweisen können, insbesondere bei schnellen Zinsänderungen. Sie eignen sich daher eher als mittelfristiger Baustein im Portfolio, nicht als Ersatz für das klassische Notfallkonto.

Immobilien sind für viele Haushalte ein weiterer wichtiger Vermögensbaustein. Neben der selbst genutzten Immobilie gibt es börsennotierte Immobiliengesellschaften und spezielle Immobilien-ETFs, die in solche Unternehmen investieren. Damit lassen sich Mieteinnahmen und Wertentwicklungen von Gewerbe- und Wohnimmobilien nutzen, ohne direkt Eigentum an Objekten erwerben zu müssen. Allerdings reagieren diese Werte ebenfalls auf Zinsen, Konjunktur und Regulierung. Wer bereits einen hohen Anteil des Vermögens in einer eigengenutzten Wohnung oder in vermieteten Objekten gebunden hat, sollte den zusätzlichen Immobilienanteil über ETFs im Gesamtkontext betrachten, damit die Abhängigkeit von einem einzelnen Sektor nicht überhandnimmt.

In den letzten Jahren sind auch Krypto-Assets vermehrt in den Fokus geraten. An dieser Stelle bewegen sich Privatanleger in einem Bereich mit erheblichen Kursschwankungen und regulatorischen Unsicherheiten. Es existieren inzwischen Finanzprodukte, die die Kursentwicklung bestimmter Kryptowährungen abbilden und teilweise wie ETFs gehandelt werden, rechtlich jedoch anderen Regeln folgen. Wer solche Produkte in Erwägung zieht, sollte sie nur als kleine Beimischung verstehen und ausschließlich Geld einsetzen, dessen Verlust finanziell verkraftbar wäre. Für eine solide Basis des Vermögensaufbaus bleiben breit gestreute, regulierte ETF-Lösungen auf klassische Anlageklassen bisher deutlich besser geeignet.

Zusammen mit Versicherungsprodukten entsteht schließlich das Gesamtbild der finanziellen Absicherung. Risikolebensversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen oder Haftpflichtpolicen dienen in erster Linie dem Schutz vor existenziellen Risiken und nicht dem Vermögensaufbau. Gekoppelte Produkte, bei denen Versicherung und Geldanlage untrennbar verbunden sind, arbeiten oft mit hohen Kosten und eingeschränkter Flexibilität. Eine klare Trennung zwischen reinen Schutzversicherungen auf der einen und einem eigenständigen ETF-Depot auf der anderen Seite verschafft mehr Transparenz und Kontrolle. So lässt sich die Geldanlage flexibel an neue Lebensphasen anpassen, während der wichtige Basisschutz unabhängig davon bestehen bleibt.

Vorgehensweise für eine ausgewogene Kombination

  • Finanzielle Basis schaffen, zum Beispiel ein Notgroschen auf Tagesgeld und Absicherung der wichtigsten Risiken durch passende Versicherungen.
  • Breit gestreute ETFs als Kern des Vermögensaufbaus nutzen, etwa mit globalen Aktienindizes und gegebenenfalls ergänzenden Anleihe-ETFs.
  • Nur bei Bedarf Satelliten beimischen, etwa ausgewählte Einzelaktien, Immobilienwerte oder andere Anlageideen, und die Gesamtgewichtung im Blick behalten.
  • Regelmäßig prüfen, ob die Verteilung der Anlageklassen noch zu Zielen, Einkommen, familiärer Situation und Risikotoleranz passt.

Psychologische Aspekte und typische Verhaltensmuster beim ETF-Investieren

Der Umgang mit Geld ist stark von Emotionen geprägt, und das gilt auch für indexbasierte Anlagen. Selbst wenn die Strategie auf dem Papier gut durchdacht ist, geraten viele Menschen in Stress, sobald Kurse deutlich schwanken. In solchen Phasen tauchen Impulse auf, alles zu verkaufen oder im Gegenteil noch mehr Geld nachzuschießen, weil scheinbar einmalige Chancen vorliegen. Beide Reaktionen können dem langfristigen Vermögensaufbau schaden. Ein zentrales Ziel besteht daher darin, ein persönliches Regelwerk zu entwickeln, das auch in turbulenten Marktphasen Orientierung gibt und impulsive Entscheidungen begrenzt.

Ein häufiges Muster ist der Herdentrieb. Steigen bestimmte Märkte oder Themen stark, wächst der Wunsch, ebenfalls dabei zu sein. Medienberichte und Erfolgsgeschichten im Bekanntenkreis verstärken diesen Effekt.

Häufige Fragen zu ETFs

Sind ETFs für Anfängerinnen und Anfänger geeignet?

ETFs eignen sich durch ihre breite Streuung und die einfache Struktur sehr gut für den Einstieg an der Börse. Wer sich die grundlegenden Funktionsweisen von Börsen, Indexnachbildung und Sparplänen aneignet, kann mit ETFs einen verständlichen Zugang zum Investieren aufbauen.

Wie viel Geld sollte man mindestens in ETFs investieren?

Viele Broker ermöglichen Sparpläne bereits ab Beträgen zwischen 10 und 25 Euro pro Monat, sodass auch mit kleinen Summen gestartet werden kann. Entscheidend ist, dass die Sparrate zum eigenen Budget passt und langfristig durchgehalten werden kann.

Wie lange sollte man ETFs halten?

ETFs entfalten ihre Stärken besonders über längere Zeiträume, typischerweise über mindestens 10 bis 15 Jahre. Je länger der Anlagehorizont, desto besser können Marktschwankungen ausgeglichen und Renditechancen genutzt werden.

Wie stark wirken sich Kosten bei ETFs aus?

Die laufenden Kostenquoten sind bei ETFs meist niedrig, doch selbst kleine Unterschiede können sich über viele Jahre deutlich im Depot niederschlagen. Wer mehrere vergleichbare Produkte findet, sollte daher immer auf die Gesamtkosten achten und diese mit der gewünschten Strategie abgleichen.

Sind ETFs sicherer als Einzelaktien?

ETFs bieten durch ihre breite Streuung ein geringeres Risiko als der Kauf weniger Einzelaktien, da ein Unternehmenseinbruch weniger ins Gewicht fällt. Dennoch unterliegen auch Indexfonds Marktschwankungen, und der Wert des Investments kann zwischenzeitlich stark schwanken.

Wie werden Gewinne aus ETFs steuerlich behandelt?

In Deutschland unterliegen Kursgewinne und Ausschüttungen aus ETFs der Abgeltungsteuer, sofern der Sparer-Pauschbetrag überschritten wird. Viele Broker führen die Steuer automatisch ab, dennoch lohnt sich ein Blick in die eigenen Steuerunterlagen, um Freistellungsaufträge richtig zu nutzen.

Lohnen sich ausschüttende oder thesaurierende ETFs mehr?

Ausschüttende ETFs zahlen Erträge direkt aus, was für Anlegerinnen und Anleger interessant ist, die regelmäßige Zahlungen wünschen. Thesaurierende Varianten investieren Erträge automatisch wieder, was den Zinseszinseffekt stärkt und oft besser zu einem langfristigen Vermögensaufbau passt.

Auf welchen Index sollte man bei ETFs setzen?

Beliebt sind weltweit streuende Indizes, weil sie viele Länder und Branchen abdecken und so das Risiko breiter verteilen. Wer bereits ein Basisinvestment besitzt, kann gezielt mit zusätzlichen Indizes Regionen oder Themen ergänzen, ohne die Gesamtstruktur des Depots aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Wie oft sollte man sein ETF-Depot überprüfen?

Eine jährliche Kontrolle reicht vielen Anlegerinnen und Anlegern aus, um Sparraten, Gewichtungen und Ziele zu überprüfen. Häufigeres Reagieren auf kurzfristige Kursschwankungen führt dagegen oft zu unnötigem Aktionismus und kann die Strategie verwässern.

Ist es sinnvoll, mehrere ETFs zu kombinieren?

Mit wenigen ETFs lassen sich bereits sehr breit gestreute Portfolios aufbauen, etwa durch die Kombination von Weltaktien und Anleihen. Wer zu viele Bausteine auswählt, verliert jedoch schnell den Überblick und läuft Gefahr, Indizes mehrfach abzudecken.

Wie finde ich einen passenden Broker für meine ETF-Strategie?

Bei der Wahl des Brokers spielen Ordergebühren, Konditionen für Sparpläne, Auswahl an ETFs und Bedienbarkeit der Plattform eine wichtige Rolle. Es lohnt sich, die Kostenstruktur den eigenen Gewohnheiten anzupassen, etwa ob man lieber per Sparplan oder mit Einzelorders investiert.

Kann man mit ETFs einen Notgroschen ersetzen?

Ein Notgroschen gehört auf ein Tagesgeld- oder Girokonto, weil er kurzfristig verfügbar sein und keinen Kursschwankungen unterliegen muss. ETFs eignen sich eher für den mittleren und langen Anlagehorizont, wenn das Geld über Jahre oder Jahrzehnte nicht benötigt wird.

Fazit

ETFs verbinden breite Streuung, vergleichsweise geringe Kosten und eine transparente Struktur, weshalb sie sich für viele Privatanlegerinnen und Privatanleger als Baustein beim Vermögensaufbau etabliert haben. Wer klare Ziele formuliert, Risiken versteht und diszipliniert investiert, kann mit Indexfonds Schritt für Schritt ein solides Finanzpolster schaffen. So werden Schwankungen an den Kapitalmärkten besser verkraftet, während gleichzeitig die Chancen globaler Wirtschaftsentwicklung genutzt werden.

Checkliste
  • Finanzielle Basis schaffen, zum Beispiel ein Notgroschen auf Tagesgeld und Absicherung der wichtigsten Risiken durch passende Versicherungen.
  • Breit gestreute ETFs als Kern des Vermögensaufbaus nutzen, etwa mit globalen Aktienindizes und gegebenenfalls ergänzenden Anleihe-ETFs.
  • Nur bei Bedarf Satelliten beimischen, etwa ausgewählte Einzelaktien, Immobilienwerte oder andere Anlageideen, und die Gesamtgewichtung im Blick behalten.
  • Regelmäßig prüfen, ob die Verteilung der Anlageklassen noch zu Zielen, Einkommen, familiärer Situation und Risikotoleranz passt.


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